Rahel, damit Sie mich kennen (6/10) – Krieg ist für keinen gebildeten Menschen © rbb/Birgit Beßler
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Rahel, damit Sie mich kennen - "Krieg ist für keinen gebildeten Menschen" (6/10)

Als unverheiratete Tochter lebt Rahel von ihrem Erbe. Ständig gibt es Streit ums Geld. Ein Streit mit der Mutter ist so heftig, dass Rahel aus dem Elternhaus auszieht. Ein Trost ist ihr Karl August Varnhagen von Ense. Die beiden sind verlobt – doch wird Karl, 14 Jahre jünger als Rahel, sie heiraten?

Ich habe gebüßt genug für die Lüge, dass ich nicht forderte, was ich verlangte.

Rahel

Als unverheiratete Tochter hat sich Rahel nur allzu oft zurückgesetzt gefühlt. Als sei sie Nutznießerin des Familienerbes und läge den anderen Geschwistern auf der Tasche! Mit Bruder Markus gibt es darüber andauernden Streit, mit der Mutter gar ein Zerwürfnis von solcher Heftigkeit, dass Rahel aus der Jägerstraße auszieht. Von nun an wohnt sie, die alleinstehende Frau, in der Charlottenstraße 22. Dennoch ist der Tod der Mutter ein schwerer Schlag für Rahel und die Familie. Krieg herrscht in Preußen. Rahel lernt den jungen Alexander von der Marwitz kennen, auch hat sie Karl August von Varnhagen, "Guste". Sie sind verlobt. Oder bedeutet das Karl etwa nichts? "Ich war sehr krank. Grässlich unglücklich; bin alt geworden, und verstehe keinen Spaß mit meinem Schicksal mehr. Heiraten willst Du mich immer nebenher! Bei einer Frau bleibt man. Sonst ist es keine!" So schreibt ihm Rahel im Oktober 1810.

Mit Dagmar Manzel, Inka Löwendorf, Max von Pufendorf, Devid Striesow, Winnie Böwe, Niklas Kohrt, Bettina Kurth, Robert Gallinowski, Tim Freudensprung, Martin Clausen, Linda Blümchen

Akkordeon: Eva Zöllner
Komposition und Klavier: Dietrich Eichmann
Regie: Christine Nagel
Produktion: rbb 2021

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Rahel, damit Sie mich kennen © rbb/Birgit Beßler
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10-teiliger Podcast zum 250. Geburtstag von Rahel Levin Varnhagen - Rahel, damit Sie mich kennen

Rahel Levin Varnhagen von Ense – in ihrem Salon trifft sich das Who is who Berlins um 1800. Anspruchsvoll ist sie und emanzipiert. Ihr bewegtes Leben war geprägt von großen Zeitumbrüchen, von Freundschaften und der Suche nach der wahren Liebe und nicht zuletzt von dem Umstand, dass sie Jüdin war. Frau und Jüdin – genug, um ein Leben lang um Anerkennung kämpfen zu müssen.