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    Hörspiel - Schöne neue Welt von Aldous Huxley

    Eine totalitäre Zukunftsvision

    Im späten 26. Jahrhundert unserer Zeitrechnung scheint die Welt perfekt zu sein: Armut, Krankheit und Alter sind abgeschafft und mit uneingeschränktem Kopulieren und Konsumieren werden die Menschen bei Laune gehalten. Im Übrigen hat jeder seinen Platz in der Gesellschaft. Alphas kontrollieren die Macht, während Epsilons als Halbidioten Maschinen bedienen. Und sollte sich doch irgendwann mal ein Problem auftun, gibt es Soma, die Droge, die alle Unannehmlichkeiten hinwegfegt. – "Es ist erschreckend, wieviel von Huxleys Prophetie in solch kurzer Zeit zur Wirklichkeit werden konnte", schrieb unlängst die New York Times über das vor mehr als 80 Jahren erschienene Werk.

    Podcast-Serie von Regine Ahrem nach dem gleichnamigen Roman von Aldous Huxley

  • Erzählerin/Leslie Malton, Bernard/Lars Rudolph, Lenina/Cathlen Gawlich, John/Christopher Nell, Helmholtz/Alexander Radszun, Direktor/Gerd Wameling, Fanny/Britta Steffenhagen, Linda/Regina Lemnitz, Morgana Mond/Elfriede Irrall, Henry Foster/Udo Schenk.

    Sowie Irm Hermann, Joachim Bliese, Jan Dose, Chris Pichler, Effi Rabsilber, Jockel Tschiersch, Katharina Pütter, Adam Nümm, Katja Teichmann, Andreas Frakowiak, Rosario Bona, Moritz Hoyer und viele andere.

    Dramaturgie: Michael Becker
    Musik: Michael Rodach
    Ton: Peter Avar
    Regie: Regine Ahrem

  • Aldous Huxley: Schöne neue Welt © DAV
    DAV

    Aldous Huxley: Schöne neue Welt

    Der Audio Verlag

    "Mitwirkende:  Gerd Wameling, Leslie Malton, Lars Rudolph, Cathlen Gawlich, Christopher Nell, Alexander Radszun, Gerd Wameling, Britta Steffenhagen, Regina Lemnitz u.v. a."

    117 Minuten

  • Regine Ahrem; Foto: Privat

    Ein Gespräch mit Regine Ahrem - Eine Linienverlängerung von heute in die Zukunft

    Aldous Huxleys Roman "Schöne neue Welt" gehört neben George Orwells "1984" zu den  bedeutendsten Zukunftsentwürfen des 20. Jahrhunderts.  Warum haben Sie sich entschieden, diesen Klassiker der SciFiLiteratur als Hörspiel zu adaptieren?
    Weil er in vieler Hinsicht so unglaublich aktuell ist! Der Mensch wird nicht mehr als Individuum, sondern nur noch als Masse, als funktionaler Teil eines Ganzen definiert. Und damit er in diesem Sinne funktioniert, wird er pausenlos mit Konsum, Sex, Events und Drogen eingelullt.  Dies sind die probaten Instrumente der "Schönen neuen Welt"  zur Manipulation des Einzelnen und damit zur Stabilisierung der Gesellschaft. Kommt einem das nicht bekannt vor? Ein besonders prägnantes Beispiel hierfür ist die Szene, als sich John in der Einsamkeit  einem Ritual  unterziehen will; und diese Szene dann zum filmischen Spektakel umgedeutet wird. Gibt es eine bessere Vorwegnahme dessen, was ich die "Eventisierung unseres Lebens" nennen möchte,  als diesen Vorgang, der unseren Helden schließlich umbringen wird?   Die "Schöne neue Welt" ist lediglich eine Linienverlängerung unseres jetzigen zivilisatorischen Zustandes in eine unbestimmte Zukunft hinein.

    Vor welche Herausforderungen hat Sie die Bearbeitung des Romans gestellt?
    So prophetisch der Roman seinen Ideen nach ist, so sehr bleibt er doch im Detail auch ein Kind seiner Zeit. Niemand  - auch Huxley nicht – konnte ahnen, welche umwälzenden Veränderungen die Digitalisierung auf alle unsere Lebensvorgänge haben würde. Hier waren - um nicht hoffnungslos altmodisch zu wirken - Eingriffe nötig. Auch was das Bild der Frau  angeht, bleibt der Roman unfreiwillig seiner Zeit verhaftet. Sie tritt durchweg nur in untergeordneter Position bzw.  als Sexgespielin auftritt. Das erforderte einen neuen, zeitgemäßen Zugriff, der das Verhältnis zwischen Männern und Frauen auf eine gleichberechtigte Ebene stellt. Außerdem wurden den drei männlichen Protagonisten eine Frau in Persona der Weltkontrollrätin Morgana Mond gegenübergestellt.

    Und akustisch? Wie klingt die Welt im Jahr 2540 n.Ch.?
    Das hat  uns tatsächlich  vor höchst ungewöhnliche Herausforderungen gestellt! Wie denn zum Beispiel könnte die Invasion einer Gruppe vollkommen identischer Gamma-Zwillingskinder  oder der Aufstand von semi-debilen Deltas oder der Innenraum einer "Embryonenabfüllstation" klingen? Todesmutig haben wir uns auf derlei Aufgaben gestürzt und mithilfe der großen Kunst von Tonmeister Peter Avar – ich hoffe - auch bewältigt.

    Ihre Hörspiel beruht ja auf der erst unlängst erschienenen Neuübersetzung von Uda Strätling. Die bis dahin vorliegende Übersetzung von Herberts Herlitschka galt lange als  Problem.
    Ja, und zwar zu recht. Denn Schauplatz und Personen waren von Herlitschka  kurzerhand – man schrieb das Jahr 1932! -  germanisiert worden. Aus London wurde Berlin, John  hieß Michel, Weltkontrollrat  war Mustapha Mannesmann und derlei Stilblüten mehr. Auch der  Titel lautete zunächst noch "Wackere neue Welt". Aldous Huxley hatte diese Übersetzung seinerzeit ausdrücklich autorisiert, weshalb sie lange als sakrosant galt. Er hat sich damit keinen Gefallen getan.


    Eine zentrale Rolle im Roman spielt die Psychodroge Soma. Auch dies kommt einem sehr modern vor.
    Ja, Aldous Huxley hat sich zeitlebens theoretisch und auch praktisch mit der Wirkung psychedelischer Substanzen auseinandergesetzt. Sein Buch "Die Pforten der Wahrnehmung" ist das bewegende Dokument eines Selbstversuchs unter Meskalin und ein gültiges Standardwerk über die Wirkung und das Potential halluzinogener Drogen. Huxley verband eine Freundschaft mit dem Chemiker und Philosophen Albert Hofmann, dem Entdecker  des LSD. Beide sahen in Drogen wie LSD  und Meskalin die Möglichkeit der Öffnung hin zu einer mystischen Seinserfahrung, der visionären Schau.  In seinem letzten, ebenfalls utopischen Roman "Eiland", der im übrigen Albert Hofmann gewidmet ist, wird mithilfe einer "Mokscha" genannten Medizin die Erlangung der Erleuchtung praktiziert. Hier schließt sich also ein Kreis, der 30  Jahre vorher in "Schöne neue Welt"  mit der Psychodroge Soma begonnen wurde.

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Schöne Neue Welt Trailer

Im späten 26. Jahrhundert unserer Zeitrechnung scheint die Welt perfekt zu sein: Armut, Krankheit und Alter sind abgeschafft und mit uneingeschränktem Kopulieren und Konsumieren werden die Menschen bei Laune gehalten. Und sollte sich doch irgendwann mal ein Problem auftun, gibt es Soma, die Droge, die alle Unannehmlichkeiten hinwegfegt.

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Schöne Neue Welt (1/6)

Kinder werden nicht mehr geboren, sondern in Laboratorien gezeugt und in staatlichen Brutanstalten körperlich und geistig so manipuliert, dass sie ihre späteren gesellschaftlichen Aufgaben perfekt erfüllen.

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Schöne Neue Welt (2/6)

Der Alpha-Plus Bernard fühlt sich zunehmend fremd in der Welt, die ihn umgibt. Die staatlich verordneten Freizeitbetätigungen stoßen ihn ab. Und auch seine Bekanntschaft mit Lenina steht unter keinem guten Stern.

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Schöne Neue Welt (3/6)

Bei ihrem Ausflug in ein Eingeborenenreservats machen Bernard und Lenina die erschütternde Bekanntschaft mit einem jungen Halbwilden, der in Shakespeare-Versen spricht. Seine Existenz an diesem Ort ist ein Rätsel.

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Schöne Neue Welt (4/6)

Bernard organisiert die Rückkehr von John und seiner Mutter Linda. Als „John Savage“ wird der rätselhafte, schöne Wilde gefeiert wie ein Super-Star, während sich Linda in den Soma-Dauerrausch zurückzieht.

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Schöne Neue Welt (5/6)

John, der nie staatlich konditioniert wurde, spricht von Dingen wie Liebe und Freiheit. Er beginnt die herrschende Ordnung zunehmend in Frage zu stellen. Nach einem dramatischen Zwischenfall am Krankenbett seiner Mutter zettelt er einen Aufstand unter dem Delta-Krankenhauspersonal an. Mit fatalen Folgen…

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Schöne Neue Welt (6/6)

Auch wenn sich John in die Einsamkeit der Wälder zurückzieht, bleibt ihm die schöne neue Welt immer dicht auf den Fersen. Sein vermeintlicher „Peitschentrick“ wird zur Attraktion der Saison. Als schließlich auch noch Lenina auftaucht, ist Johns Schicksal besiegelt.

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