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    Eine Bühne für neue Bücher - weiter lesen

    rbbKultur und das Literarische Colloquium Berlin sind zu Beginn der Corona-Pandemie in eine Art Literatur-WG zusammengezogen: Dort tauschen wir Bücher, erzählen uns von Begegnungen mit Autor*innen, und sitzen stundenlang am Küchentisch und quatschen über Lesen, Lieben und Leben.

    Daraus ist ein Podcast entstanden, in dem wir über die Bücher reden, die gerade auf unserem WG-Bücherregal stehen - Bücher, die wir bemerkenswert finden, die auffallen, gefallen, zum Nachdenken anregen. Ihnen geben wir eine Bühne, unbekannten Debuts genauso wie Romanen von weltberühmten Schriftsteller*innen. Wir kommen ins Gespräch -mit den Autor*innen, Lektor*innen und Übersetzer*innen und merken immer wieder: Beim Reden über Bücher redet man automatisch auch über sich selbst.

    Mit Beteiligung von Übersetzer:innen, Kritiker:innen und den Programm-Kuratoren des LCB. Moderiert von Natascha Freundel, Anne-Dore Krohn, Nadine Kreuzahler und Franziska Walser.

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    Sa 17:00 - 18:00 Uhr - Weiter lesen

    Das Literarische Colloquium Berlin und rbbKultur, die seit Beginn der Corona-Pandemie eine Art Literatur-WG im Internet geworden sind, präsentieren ausgewählte Stimmen der Gegenwartsliteratur.

Stefan Hertmans © Saskia Vanderstichele
Saskia Vanderstichele

weiter lesen - das LCB im rbb - Stefan Hertmans "Der Aufgang"

Stefan Hertmans, geboren 1951 in Gent, rekonstruiert in „Der Aufgang“ die Biographie des flämischen Nationalsozialisten Willem Verhulst, der während der Besetzung Belgiens mit den Nazis kollaborierte. Ausgangspunkt war, dass Hertmans viele Jahre in einem Haus wohnte, in dem einst eben jener Verhulst gelebt hatte. Beim Schreiben, so Hertmans, lote er immer auch das Gleichgewicht aus – zwischen dem, was wirklich passiert sei und dem, was man sich ausmale. Den Figuren habe er sich wie mit einem imaginären Mikrofon genähert, und dafür in Briefen, Archiven und Gesprächen mit Familienangehörigen Informationen zusammengesucht. Für ihn stand eine große Frage im Zentrum: An welcher Stelle hat sich die Biographie von Verhulst - der als junger Mann mutig und unkonventionell war - so verschoben, dass das Böse überwog? Im Gespräch mit Anne-Dore Krohn und Thomas Geiger spricht Hertmans über menschliche Ambivalenzen, das Verhältnis von Fiktion und Dokumentation und die Grenzen des Idealismus.
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Birgit Weyhe © radioeins/Cora Knoblauch
radioeins/Cora Knoblauch

weiter lesen - das LCB im rbb - Birigt Weyhe "Rude Girl"

DIe Hamburgerin Birgit Weyhe gehört zu den starken Erzählerinnen unserer Zeit: Mit ihren Bildgeschichten greift sie wichtige aktuelle Themen auf und entfaltet deren narrative Kraft zwischen Wort und Text. In „Rude Girl“ schildert Birgit Weyhe den Werdegang von Priscilla Lane, einer afroamerikanische Germanistik-Professorin mit karibischen Wurzeln. Aber darf sie als weiße Autorin und Zeichnerin eigentlich über Schwarze schreiben? Welche Fehler kann sie dabei machen, in welche Fettnäpfchen treten? Ein Gespräch über Grenzgänge und Grenzbereiche, über den Vorwurf der "kulturellen Aneignung", über die Kraft von Farben, Strichen und Stiften. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn und Thorsten Dönges
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Fiston Mwanza Mujila © Richard Haufe-Ahmels
Richard Haufe-Ahmels

weiter lesen - das LCB im rbb - Fiston Mwanza Mujila und "Tanz der Teufel"

Eine Bar ist das Herz des Romans "Tanz der Teufel". Zu kongolesischer Rumba geraten hier Glücksritter, Minenarbeiter, Straßenkinder, Prostituierte und Geheimdienstspitzel, Nacht für Nacht in Ekstase und Euphorie. Sie schütteln sich die Auswirkungen der Kolonialisierung, der Bürgerkriege, von Armut, Ausbeutung und Diktaturen aus dem Leib. Wie schon in seinem vielfach ausgezeichneten ersten Roman "Tram 83" verdichtet Fiston Mwanza Mujila auch jetzt wieder Einflüsse aus der Musik, dem Theater, der kongolesischen Tradition und Moderne zu einem ganz eigenen Rhythmus der Sprache, und stellt Fragen zum Umgang mit der Kolonialzeit, zu Macht und modernen und alten Mythen. 2021 wurde "Tanz der Teufel" mit dem Prix Les Afriques ausgezeichnet. Fiston Mwanza Mujila schreibt auf Französisch, die Sprache der ehemaligen Kolonialherren, eine Sprache, mit der er neben drei anderen kongolesischen Sprachen aufgewachsen ist. Fiston Mwanza Mujila spricht sechs Sprachen und ist in vielen Welten zu Hause, isti genauso österreichischer wie Schwarzer Schriftsteller, europäischer wie kongolesischer. 1981 wurde er in Lubumbashi im damaligen Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, geboren und lebt seit 2009 in Graz. Er ist Dichter, Romancier, schreibt Theaterstücke und lehrt afrikanische Literatur. Wie man eine Sprache de-kolonisiert, warum Wörter die Performance brauchen, um frei zu werden, und warum das Schreiben für ihn nur funktioniert, wenn er glücklich ist, davon erzählt Fiston Mwanza Mujila in dieser Folge von "weiter lesen". Am Mikrofon: Nadine Kreuzahler (rbb) und Thomas Geiger (LCB). Das Buch: Fiston Mwanza Mujila "Tanz der Teufel", übersetzt aus dem Französischen von Katharina Meyer und Lena Müller, Zsolnay, 288 Seiten, 25 Euro.

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Cécile Wajsbrot © imago images/Christian Thiel
imago images/Christian Thiel

weiter lesen - das LCB im rbb - Cécile Wajsbrot und "Nevermore"

In „Nevermore” reist eine Frau nach Dresden, um dort den Tod einer Freundin zu betrauern und um Virginia Woolfs Roman „To the Lighthouse“ ins Französische zu übersetzen. Cécile Wajsbrots neues Buch kreist um Vergänglichkeit und Vergangenheit und stellt die Frage, was privat ist und was man teilen kann. Das Übersetzen an sich wird dabei zum Kernthema, diese „ungenaue Wissenschaft, ein immer neu, nicht zum Scheitern, aber zur Unvollkommenheit verdammter Versuch“. Im Gespräch mit Thorsten Dönges und Anne-Dore Krohn spricht Cécile Wajsbrot über den Umgang mit Erinnerung, ihre Erfahrungen als Übersetzerin und ihre Freundschaft zu Anne Weber, deren Übersetzung von "Nevermore" dieses Jahr den Preis der Leipziger Buchmesse gewann.
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Frühlingsbücher | Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn, Thomas Geiger, Thorsten Dönges und Nadine Kreuzahler © rbbKultur
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weiter lesen - das LCB im rbb - Bücherfrühling 2022

Das literarische Frühjahr 2022 hat den Leser:innen viele hervorragende Bücher zu bieten. Ihre persönlichen Favoriten der Saison stellen die Kritikerinnen und Kritiker unserer Literatursendung "weiter lesen" in ihrer Frühjahrsrunde vor.

Mit Anne-Dore Krohn, Nadine Kreuzahler, Thorsten Dönges und Thomas Geiger

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Bernardine Evaristo © Jennie Scott
Jennie Scott

weiter lesen - das LCB im rbb - Bernadine Evaristo und "Manifesto"

Die Schriftstellerin Bernardine Evaristo hat mit dem Roman „Mädchen, Frau etc.“ einen Welterfolg geschrieben, u. a. gewann sie damit als erste Schwarze Frau den Booker Preis. In „Manifesto“ erzählt sie in sieben Kapiteln von ihrem Werdegang. Geboren wurde sie 1959 als Tochter einer englischen Mutter und eines nigerianischen Vaters und wuchs im südlichen London auf. Schon als Kind war sie mit Rassismus und Diskriminierung konfrontiert, doch resignieren war für sie keine Option, sie ging zum Theater, lebte auch mit Frauen zusammen und begann zu schreiben. Thorsten Dönges und Anne Dore Krohn sprechen mit Bernardine Evaristo über ihr Leben gegen Widerstände, über Mut und Hartnäckigkeit und den Entschluss, niemals aufzugeben.

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Damon Galgut © Michaela Verity
Michaela Verity

weiter lesen - das LCB im rbb - Damon Galgut: "Das Versprechen"

Echte Versöhnung braucht Zeit – und die langen Jahre der Apartheid haben in Südafrika tiefe Gräben hinterlassen. Davon handelt Damon Galguts Roman „Das Versprechen“, mit dem der 1963 geborene Südafrikaner gerade den wichtigsten britischen Literaturpreis gewonnen hat, den Man Booker Preis. Der Roman beginnt im Jahr 1986 und erzählt über vier Jahrzehnte und aus wechselnden Perspektiven von einer weißen Farmerfamilie, die bei Pretoria lebt. Im Zentrum steht ein nicht eingelöstes Versprechen: Eine schwarze Hausangestellte sollte ursprünglich ein Haus erben, doch keines der von Habsucht und Doppelmoral geprägten Familienmitglieder setzt das Versprechen in die Tat um. Im Gespräch mit Anne-Dore Krohn erzählt Damon Galgut vom Erbe der Apartheid, dem Erbe eines zerrissenen Landes und der Umsetzung dieser Themen in Literatur.

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Judith Kuckart © picture alliance / SvenSimon/ Anke Waelischmiller
picture alliance / SvenSimon/ Anke Waelischmiller

weiter lesen - das LCB im rbb - Judith Kuckart "Café der Unsichtbaren"

Nachts rufen besonders viele Ratsuchende an - in der Berliner Telefonseelsorge, die im Zentrum von Judith Kuckarts neuem Roman "Café der Unsichtbaren" steht. Sieben Menschen arbeiten dort, sie sind sehr unterschiedlich, was ihre Herkunft, ihr Alter und ihre Erfahrungen angeht – aber sie eint, dass sie alle die Anrufe von Verzweifelten entgegennehmen und ihnen ihre Zeit, ihre Stimme, ihr Zuhören schenken. Im Gespräch mit Anne-Dore Krohn und Thorsten Dönges erzählt Judith Kuckart von ihren eigenen Erfahrungen in einer Telefonseelsorge, über das Erschaffen von Figuren, die Verknüpfung von Romanen und Theater, ihr Interesse für Theologie und die Kraft des Schweigens.
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Judith Zander © dpa/Soeren Stache
dpa/Soeren Stache

weiter lesen - das LCB im rbb - Judith Zander "im ländchen sommer im winter zur see"

Judith Zanders dritter Gedichtband "im ländchen sommer im winter zur see" ist ein großes Lesevergnügen: randvoll mit Neologismen, wilden Zeilensprüngen und Zitaten von Hölderlin bis zu Sprichwörtern. Da gibt es eine "baumwollbläue" und eine "septembergelbe", eine Beziehungskiste und Liedzeilen von Veronika Fischer und Gianna Nannini. Im Gespräch mit Anne-Dore Krohn und Thomas Geiger erzählt die Autorin, 1980 in Anklam geboren, von inneren und äußeren Landschaften, von Wortspielen und Wortfeldern, der Bandbreite von Tonlagen und ihren Inspirationsquellen.

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Katerina Poladjan © Andreas Labes
Andreas Labes

weiter lesen - das LCB im rbb - weiter lesen mit Katerina Poladjan und "Zukunftsmusik"

"Zukunftsmusik" erklingt in Katerina Poladjans Roman zuerst als Trauermarsch. Chopin schallt aus den Küchenradios "Tausende Werst oder Meilen oder Kilometer" östlich von Moskau und kündigt den Tod des wichtigsten Mannes der Sowjetunion an: des Generalsekretärs des Zentralkomittees der KPdSU, Tschernenko. Auf ihn folgt Michail Gorbatschow, folgen Perestroika und der Fall des Eisernen Vorhangs. Aber das wissen die Menschen in Katerina Poladjans Roman alles noch nicht. Für sie gilt es, ihren Alltag zu meistern in der Kommunalka irgendwo im fernen Sibirien. Der Roman spielt an einem einzigen Tag, dem 11. März 1985. Drei Frauen und ein Mädchen aus vier Generationen stehen im Mittelpunkt. Sie komponieren ihre eigene Zukunftsmusik und suchen ihr Glück zwischen Liebe, Improvisation, Stillstand und Hoffnung, zwischen Gemeinschaftsbad und Küchenkonzert in der Kommunalka. Die Ahnung von Umbruch durchweht dieses Buch mit einer bestechenden Leichtigkeit. Zugleich scheint "Zukunftsmusik" plötzlich das Buch der Stunde zu sein. Die Epoche, die mit dem Zerfall der Sowjetunion einsetzte, scheint nun mit dem Angriff Russlands auf dei Ukraine endgültig vorbei. Wie schwierig es gerade ist als in Russland geborene Autorin immerzu auf seine Herkunft angesprochen zu werden und wie sehr die eigenen Gedanken immerzu beim Krieg und den Menschen in Russland und der Ukraine sind, darüber spricht Katerina Poladjan mit Nadine Kreuzahler und Thomas Geiger. "Zukunftsmusik" war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Katerina Poladjan liest auch aus ihrem Roman.

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Antje Ravik Strubel © dpa//Sebastian Gollnow
dpa/Sebastian Gollnow

weiter lesen - das LCB im rbb - Antje Ravic Strubel "Blaue Frau"

Mit dem Roman "Blaue Frau" hat Antje Ravic Strubel den Deutschen Buchpreis gewonnen - für die „existenzielle Wucht und poetische Präzision“, mit der sie die Geschichte einer jungen Tschechin erzählt, die in Finnland Zuflucht sucht. Miit der Potsdamer Autorin sprechen Anne-Dore Krohn und Thorsten Dönges über Macht und Ohnmacht, über Selbstermächtigung und über Erinnerungskulturen in Ost und West - und über die unfreiwillige Aktualität, die das Buch in diesen Tagen hat.

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Kristine Bilkau © Thorsten Kirves
Thorsten Kirves

weiter lesen - das LCB im rbb - Kristine Bilkau "Nebenan"

Da ist ein verlassenes Haus in der Nachbarschaft eines kleinen Ortes am Nord-Ostsee-Kanal - hier kreuzen sich die Geschichten von Julia, einer Enddreißigerin, die einen Keramikladen betreibt und sich sehnsüchtig ein Kind wünscht; und die von Astrid, einer sechzigjährigen Ärztin, die sich um ihre Tante sorgt und einer verlorenen Freundschaft hinterhertrauert. Ein leiser, kluger Roman über Sehnsüchte und Zerbrechlichkeit, Freundschaften, Zugehörigkeit und Vertrautheit. Mit der 1974 in Hamburg geborenen Autorin Kristine Bilkau sprechen Anne-Dore Krohn und Thorsten Dönges.

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Julia Schoch © imago images/ Sabine Gudath
imago images/ Sabine Gudath

weiter lesen - das LCB im rbb - Julia Schoch "Das Vorkommnis"

Eine Frau steht eines Tages nach einer Lesung am Signiertisch von Julia Schoch und sagt: "Wir haben übrigens den selben Vater". Ein Moment, der zur Zäsur wird: Alte Gewissheiten stürzen zusammen, eine Zeit des Grübelns und Hinterfragens beginnt - Fragen nach Mutterschaft, Herkunft, Erinnerung und die Konstruktion eines Lebens tauchen auf. Julia Schoch, geboren 1974 in Bad Saarow, geht in "Das Vorkommnis" der Frage nach, wieso man Dinge verdrängt, die man schon mal wußte, und was passiert, wenn sie dann doch in die Welt treten. Eine kluge Selbstbefragung und der Auftakt einer Trilogie über die "Biographie einer Frau". Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn und Thomas Geiger

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Senthuran Varatharajah © Horst Galuschka/dpa
Horst Galuschka/dpa

weiter lesen - das LCB im rbb - Senthuran Varatharajah und "Rot (Hunger)"

„Rot (Hunger)“ von Senthuran Varatharajah bringt zusammen was auf den ersten Blick nicht zusammen gehört: Kannibalismus und Liebe.Dabei deutet unsere Sprache schon darauf hin: wir sagen "Ich hab dich zum Fressen gern" oder "Du siehst zum Anbeißen aus".Diese Redensarten werden in „Rot“ zur kannibalischen Tatsache – Senthuran Varatarajah nimmt sich den Fall des „Kannibalen von Rothenburg“ vor – der Kriminalfall schockte die Republik vor 21 Jahren – der Computertechniker Armin Meiwes tötete einen Mann, zerteilte ihn und verspeiste danach Teile von ihm – und das alles auf Verlangen dieses Mannes. Ausgehend von dieser schockierenden Tat stellt Senthuran Varatarajah Fragen nach dem Wesen der Liebe, nach Sprache und wie sie unser Verhältnis zu anderen und zum Körper bestimmt und warum das Grausame und das Schöne oft so nah beieinander liegen. Er erzählt gleichzeitig die Geschichte einer Trennung nach einer großen Liebe und die Geschichte des Schreibens an diesem Buch. Der Autor verzichtet auf Spektakel, Sensation und jeglichen Voyeurismus. Stattdessen seziert er unsere Sprache und experimentiert mit der Form.

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Fatma Aydemir © Sibylle Fendt
Sibylle Fendt

weiter lesen - das LCB im rbb - Fatma Aydemir "Dschinns"

MIt 59 Jahren erfüllt sich Hüseyin Yilmaz seinen Traum: Nach jahrzehntelangem Schuften als "Gastarbeiter" kauft er sich eine Wohnung in Istanbul. Doch dann stirbt er an einem Herzinfarkt. Seine Frau und die vier Kinder reisen aus Deutschland an, um ihn zu beerdigen - jeder mit seinen eigenen Erinnerungen im Gepäck. So beginnt Fatma Aydemirs zweiter Roman: "Dschinns" sind im islamischen Glauben unsichtbare Geister, die sich unter die Menschen mischen. Aydemir, 1986 in Karlsruhe geboren, hat sie zum Titel ihres Romans ernannt, weil sie dafür stehen, dass wir alle etwas Verborgenes mit uns herumtragen. Im Gespräch mit Anne-Dore Krohn erzählt die Autorin von der Sprachlosigkeit zwischen den Generationen, das Schreiben eines multiperspektivischen Romans und ihre Fragen an ihre eigenen Großväter.

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Philipp Winkler © picture alliance/dpa/Aufbau Verlag/ Katrin Ribbe
picture alliance/dpa/Aufbau Verlag/ Katrin Ribbe

weiter lesen - das LCB im rbb - Philipp Winkler und "Creep"

Eine Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist: Davon erzählt Philipp Winkler in seinem zweiten Roman. Da ist Fanny, die einem Büro für Überwachungstechnik arbeitet und sich heilich über Kameras in das Leben einer anderen Familie schaltet. Und da ist Junya, der in Japan lebt und sein Kinderzimmer nur verläßt, wenn es dunkel ist. Dann streift er durch Tokio und filmt das, was er dabei tut – Gewaltexzesse, die er in Darknetforen teilt. Ein Roman über Grenzüberschreitungen, über die Suche nach Zugehörigkeit und die gefährliche Vermischung von digitalem und analogem Leben. Am Mikrofon: Nadine Kreuzahler

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Bernardine Evaristo © Jennie Scott
Jennie Scott

weiter lesen - das LCB im rbb - Bernardine Evaristo "Manifesto"

2019 gewann sie mit ihrem Roman "Mädchen, Frau etc." den Booker-Preis - als erste Schwarze Frau. In ihrem neuen Buch "Manifesto. Waum ich niemals aufgebe" erzählt sie jetzt aus ihrem Leben vor dem Ruhm. Wie es war, als einzige Schwarze im Süden von London aufzuwachsen, wie sie sich gegen Rassismus und Klassismus zur Wehr setzte und immer an ihrem großen Traum festhielt: mit ihren Büchern berühmt zu werden. Mit Anne-Dore Krohn spricht sie über ihren Werdegang als Frau, Schwarze und zeitweilige Lesbe, über ihre Auffassung von Resilienz undv über ihr "Manifest": wild und ungehorsam zu sein.

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Fridolin Schley © Isolde Ohlbaum
Isolde Ohlbaum

weiter lesen - das LCB im rbb - Fridolin Schley: "Die Verteidigung"

Fridolin Schley im Gespräch mit Natascha Freundel und Thomas Geiger -- Der neue Roman des Münchner Autors Fridolin Schley beleuchtet den längsten und umfangreichsten der zwölf Nürnberger Nachkriegsprozesse: "The United States of America vs. Ernst von Weizsäcker et. al" - so hieß der heute so genannte "Wilhelmstraßenprozess" offiziell. Von November 1947 bis April 1948 standen Funktionäre des Auswärtigen Amts wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht: Ex-Staatssekretär und SS-Führungsmitglied Ernst von Weizsäcker war der prominenteste Angeklagte, Assistent der Verteidigung war sein Sohn Richard von Weizsäcker. In einer atemberaubenden Komposition aus Dokument, Essay und Fiktion fängt Fridolin Schley ein, wie der Sohn den Vater im Prozessverlauf kennengelernt haben könnte. Der Roman ist zugleich ein Lehrstück über die die deutsche Nachkriegsgeschichte und ihre Folgen bis heute. Auch die berühmte Rede des Bundespräsident Richard von Weizsäcker vom 8. Mai 1945 erscheint nach diesem Buch in neuem Licht. -- Fridolin Schley: "Die Verteidigung". Hanser Berlin 2021, 272 S., 24 Euro.

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Ronya Othmann © Cihan Cakmak
Cihan Cakmak

weiter lesen - das LCB im rbb - Ronya Othmann und "die verbrechen"

Die Kolumnistin und Autorin Ronya Othmann, geboren 1993 in München, hat nach ihrem Romandebut „Die Sommer“ (2020) nun ihren ersten Lyrikband vorgelegt: In „die verbrechen“ schreitet sie Landschaften im Nahen Osten ab, die in der jüngeren Geschichte vieles erlitten haben. Die Gedichte aus diesem Band, der den Leser:innen mit großer sprachlicher Pracht und präziser Komposition karge Gegenden und existenzielle Gefühle vor Augen bringt, stehen im Zentrum unserer heutigen Folge von "weiter lesen". Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn und Thorsten Dönges.

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Kira Jarmysch; © Semen Katz
Semen Katz

weiter lesen - das LCB im rbb - Kira Jarmysch: "DAFUQ"

Kira Jarmysch im Gespräch mit Natascha Freundel --- "Arrest ist in Russland zu einem Ort geworden, in den jede und jeder kommen kann", sagt die Autorin und politische Aktivistin Kira Jarmysch. Jarmysch, geboren 1989, ist seit 2014 Pressesprecherin von Russlands prominentestem Oppositionspolitiker Alexej Nawalny, der seit seiner Rückkehr aus Deutschland nach Russland vor einem Jahr in Lagerhaft sitzt. - Jarmysch selbst wurde mehrfach festgenommen, saß sieben Monate in Hausarrest und hat ihr Land verlassen, nachdem sie in Russland zu einer anderthalbjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Ihr Debütroman, der 2020 in Russland erschien, basiert auf ihren eigenen Erfahrungen im Spezialarrest und erzählt von neun Tagen hinter Gittern - mit scharf gezeichneten Figuren und tragikomischen Volten. Russische Frauen unter sich: ein Kammerspiel völlig verschiedener Charaktere, wobei die Hauptfigur Anja Romanowa die einzige "Politische" ist. Jarmysch schildert aber auch das zumeist männliche Wachpersonal, darunter ein junger Polizist, der von einem starken Führer à la Stalin träumt... --- Kira Jarmysch: "DAFUQ", übersetzt von Olaf Kühl. Rowohlt Berlin, 416 S., 22 Euro --- "weiter lesen" ist eine Koproduktion von rbbKultur und dem Literarischen Colloquium Berlin, LCB. Alle Folgen finden Sie unter www.rbbkultur.de/weiterlesen

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László Krasznahorkai © pa/ Neumayr Fotografie - Christian L
pa/ Neumayr Fotografie - Christian L

weiter lesen - das LCB im rbb - László Krasznahorkai: "Herscht 07769"

In seinem neuen Roman versammelt László Krasznahorkai ein Rudel Wölfe, Angela Merkel, Johann Sebastian Bach und eine Gruppe von Neonazis. „Herscht 07769“ spielt in einer fiktiven Kleinstadt in Thüringen. Dies dürfte Kenner des vielfach ausgezeichneten ungarischen Literaten überraschen. Der Weltbürger Krasznahorkai lebt nach Stationen in Berlin, China, der Mongolei, Japan und New York jetzt in der Hafenstadt Triest und wollte in Thüringen mehr über Johann Sebastian Bach erfahren. Das gab den Anstoß für seinen Deutschland-Roman. Im Gespräch mit Nadine Kreuzahler und Thomas Geiger erzählt László Krasznahorkai von seiner Bach-Leidenschaft, seinem Verständnis von Wirklichkeit, seiner Abscheu gegenüber der Politik und warum er zwar Kommata, aber niemals Punkte verwendet. Seit „Satanstango“ von 1985 gehört László Krasznahorkai zu den renommiertesten Schriftstellern Europas. Es folgten »Melancholie des Widerstands«, Erzählbände und zuletzt der »Roman »Baron Wenckheims Rückkehr“. Satanstango wurde von Béla Tarr verfilmt und gilt mit siebeneinhalb Stunden als einer der längsten Kinofilme aller Zeiten. „weiter lesen“ ist die gemeinsame Podcast- und Radiobühne von rbb Kultur und dem Literarischen Colloquium Berlin (LCB). Das Buch: László Krasznahorkai „Herscht 07769. Florian Herschts Bach-Roman“, aus dem Ungarischen von Heike Flemming, 418 Seiten, S. Fischer.

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Sasha Marianna Salzmann © Georg Wendt/dpa
Georg Wendt/dpa

weiter lesen - das LCB im rbb - Sasha Marianna Salzmann "Im Menschen muss alles herrlich sein"

Vier starke Frauen, ein zerfallendes Land, ein Weggehen und Ankommen. Davon erzählt Sasha Marianna Salzmann in ihrem Roman „Im Menschen muss alles herrlich sein“. Sie schraubt sich tief hinein in das, was einmal die Sowjetunion war und erzählt von zwei Müttern, die ein Land verließen, und zwei Töchtern, die es in Deutschland besser haben sollten. Ein Gespräch über Weltenwechsel, Identitäten und die starken Band von Familien. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn und Thomas Geiger. (Wiederholung vom 11.9.21)

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weiter lesen im Studio 14 © Thomas Ernst
Thomas Ernst

weiter lesen - das LCB im rbb - Weihnachten! Unsere ganz persönlichen Buchtipps

Das "weiter lesen"-Team präsentiert einen bunt gemischten Büchertisch. Von Roman bis Lyrik zu Sachbuch, Graphic Novel und Bildband ist alles dabei. Auch thematisch sind unsere ganz persönlichen Büchertipps zur Weihnachtszeit so vielfältig wie das Leben selbst: Wir sprechen über den Fall Woyzeck, über die Generation Slim Fit in der Politik, über die erste große Liebe im Berlin der Achtziger Jahre, über die Neue Nationalgalerie und über den Dialog zwischen einem Tiefkühlschrank und einem Eiswürfel… Als "Special Guest" ist die Schweizer Lyrikerin Eva Maria Leuenberger dabei. Sie stellt literarische Entdeckungen aus dem englischsprachigen Raum vor. In dieser Sonderausgabe von "weiter lesen" – der Koproduktion von rbbKultur und dem Literarischen Colloquium Berlin – geht es auch um die schönste Nebensache der Welt: das Lesen natürlich! Natascha Freundel empfiehlt: Ulrich Peltzer: "Das bist du", S. Fischer Verlag, 288 Seiten, 22,00 Euro Adam Nicolson: "Der Ruf des Seevogels", Liebeskind 2021, 368 Seiten, 36,00 Euro Donatella Di Cesare: "Philosophie der Migration", Matthes & Seitz 2021, 343 Seiten, 26,00 Euro Thomas Geiger empfiehlt: Steve Sem-Sandberg: "W.", Klett Cotta 2021, 416 Seiten, 25,00 Euro Helmut Böttiger: "Die Jahre der wahren Empfindung", Wallstein Verlag 2021, 473 Seiten, 32,00 Euro Michael Wesely: "Neue Nationalgalerie 160401-201209", Hatje-Crantz 2021, 224 Seiten, 50,00 Euro Eva Maria Leuenberger empfiehlt: Doireann Ní Ghríofa: "Ghost in the Throat", Tramp Press 2020, 224 Seiten, 12,74 Euro Mattilda Bernstein Sycamore: "The Freezer Door", Semiotext(e) 2020, 280 Seiten, Preis variiert CAConrad: "While Standing in Line for Death", Wave Books 2017, 160 S., 18,27 Euro Thorsten Dönges empfiehlt: Elias Hirschl: "Salonfähig", Roman, Zsolnay, 256 Seiten, 22,00 Euro Frédéric Ciriez/Romain Lamy: "Frantz Fanon", Graphic Novel, Hamburger Edition Mittelweg 36, 232 Seiten, vierfarbig, 25,00 Euro Ronya Othman: "Die Verbrechen", Gedichte, Hanser, 112 Seiten, 20,00 Euro Mehr Infos unter www.rbbkultur.de/weiterlesen

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Michael Köhlmeier, vor dem Römer © Sebastian Gollnow/dpa
Sebastian Gollnow/dpa

weiter lesen - das LCB im rbb - Weiter lesen - Michael Köhlmeier: "Matou"

Katzen, so heißt es, haben sieben Leben. Und über Matou, den titelgebenden Kater, hat der österreichische Schriftsteller Michael Köhlmeier sieben Romane in einem geschrieben. Er schickt Matou in verschiedene Szenarien der Weltgeschichte und lässt ihn Menschliches und Allzumenschliches erleben: U.a. ist er Zeuge der Französischen Revolution, lernt als Hauskater bei E.T.A. Hoffmann Lesen und Schreiben, gründet einen Katzenstaat, lebt kurz vor dem Ersten Weltkrieg in Prag und später beim Popart-Künstler Andy Warhol, der ihn „Sweetheart“ nennt. Ein historischer, phantastischer, wilder Roman, der sich lustvoll quer durch Jahrhunderte und literarische Genres fabuliert.

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Marlen Pelny © Mike Auerbach
Mike Auerbach

weiter lesen - das LCB im rbb - weiter lesen mit Marlen Pelny und "Liebe / Liebe"

„Mein größter Motor beim Schreiben ist immer die Wut“, sagt Marlen Pelny. In ihrem ersten Roman erzählt die Wahl-Berlinerin, Lyrikerin und Musikerin von Liebe in verschiedenen Erscheinungsformen. Was, wenn jemand es Liebe nennt, es aber in Wirklichkeit Missbrauch ist? „Liebe / Liebe“ beschreibt ein Erwachsenwerden mit schmerzenden Wunden und Narben und eine große Befreiung. Es gibt einen Ausweg und am Ende auch echte Liebe. Marlen Pelny hat lange nach einem Verlag für ihr Buch gesucht - vielen war es zu krass. Dabei findet die Autorin für all das Harte den richtigen Ton: deutlich, aber nicht voyeuristisch. Was sie wütend macht, warum es ihr wichtig war, diese Geschichte zu erzählen, welche Rolle die Sprachsteuerung Siri beim Entstehen ihrer Texte spielt und welche Beziehung sie zu Hochhäusern hat, erzählt Marlen Pelny in weiter lesen mit Nadine Kreuzahler und Thorsten Dönges.

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Julia Franck © Monika Skolimowska/dpa
Monika Skolimowska/dpa

weiter lesen - das LCB im rbb - Julia Franck "Welten auseinander"

Nach zehn Jahren hat die Schriftstellerin Julia Franck, bekannt vor allem mit dem Roman "Die Mittagsfrau" wieder ein Buch vorgelegt. In "Welten auseinander" kümmert sie sich radikaler als je zuvor um das Material ihrer eigenen Biographie. Sie erzählt von einem Mädchen namens Julia, das in Ostberlin geboren wird, als Achtjährige mit ihren Schwestern und ihrer Mutter in den Westen geht, mit 13 alleine nach West-Berlin zieht, ihren Vater trifft und ihre große Liebe. Im Gespräch mit Thorsten Dönges und Anne-Dore Krohn spricht Julia Franck über ihre "wilde Familie", ihre wichtige Beziehung zum Tagebuch und von der Arbeit mit und an der Erinnerung - "Welten auseinander", so die Berliner Autorin, sei "nach allen Seiten hin offen".

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Clemens J Setz © imago/ gezett
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weiter lesen - das LCB im rbb - Clemens J. Setz zum Büchnerpreis

Der österreichische Schriftsteller Clemens J. Setz ist 2021 der Preisträger des Georg Büchner-Preises. Setz, der Mathe studiert hat und eigentlich Lehrer werden wollte, wurde 1982 in Graz geboren und zeigt mit seinen Büchern immer wieder eine große Offenheit im Denken. Er schreibt über Bots und Synästhesie, abseitige Charaktere und Kunstsprachen. Mit Anne-Dore Krohn hat er anläßlich der Preisverleihung am 6. November über sein Leben und Schreiben gesprochen, über die Krähen vor seinem Fenster in Wien, die er füttert; über seine Vorbilder Ernst Jandl, Friederike Mayröcker und Josef Winkler, über seine Wahrnehmnung der Welt und über das Twittern, das ein ernstzunehmender Teil seines Werkes ist.

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Anne-Dore Krohn, Thomas Geiger, Thorsten Dönges und Natascha Freundel © rbbKultur
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weiter lesen - das LCB im rbb - weiter lesen - Herbstbücher 2021

Die "weiter lesen" - Macher treffen sich in der rbb Dachlounge und reden über Themen und Tendenzen des Bücherherbstes 2021, u.a. über die Vergabe des Deutschen Buchpreises an Antje Ravic Strubel und des Literaturnobelpreises an Abdulrazak Gurnah. Und jeder bringt drei besondere Empfehlungen mit, u.a. geht es um neue Bücher von Nicole Krauss, Hannes Köhler, Gabriele Tergit, Tsitsi Dangarembga, Sasha Marianna Salzmann und Tomer Gardi. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn, Natascha Freundel, Thorsten Dönges, Thomas Geiger

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Ferdinand Schmalz © Gregor Baron
Gregor Baron

weiter lesen - das LCB im rbb - Ferdinand Schmalz - Mein Lieblingstier heißt Winter

Mit einer abgründigen Philosophiegroteske über die Kunst des Abtretens hat Ferdinand Schmalz, geboren 1985 in Graz, 2017 den Ingeborg-Bachmannpreis gewonnen. Jetzt hat der Dramatiker einen ganzen Roman daraus gemacht: In „Mein Lieblingstier heißt Winter“ erzählt Schmalz von einer skurrilen Suche nach einer verschwundenen Leiche quer durch die Wiener Gesellschaft, ohne Larmoyanz, sondern mit viel Witz und Ironie. Ein Gespräch von der Frankfurter Buchmesse, u.a. über den Zusammenhang von Dramatik und Prosa, selbstgewählte Pseudonyme und das Mitwippen beim Lesen von Texten. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn

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Spritz (Sprache im technischen Zeitalter) 238 + 239 © Böhlau
Böhlau

weiter lesen - das LCB im rbb - Zum 60. Geburtstag der Literaturzeitschrift Spr.i.t.Z.

Die von Walter Höllerer gegründete Zeitschrift „Sprache im technischen Zeitalter“ wurde 1961 gegründet und entwickelte sich von einer literaturwissenschaftlichen Zeitschrift zu einer Literaturzeitschrift - als solche ist sie die Hauszeitschrift des LCB geworden. Zum Jubiläum sind zwei Ausgaben erschienen, die die sechzig Jahre wieder aufleben lassen. Über die Funktion von Literaturzeitschriften im allgemeinen und von „Sprache im technischen Zeitalter“ im besonderen spricht Anne-Dore Krohn mit dem Herausgeber und Redakteur Thomas Geiger und dem Berliner Schriftsteller Thomas Lehr, der seinen Beitrag aus der Jubiläumsausgabe liest.

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Svenja Leiber zu Gast im kulturradio vom rbb; Foto: gb
Gregor Baron

weiter lesen - das LCB im rbb - Svenja Leiber: "Kazimira"

Svenja Leiber "traut der Literatur viel zu", so hieß es in einer Rezension zu ihrem dritten Roman "Staub" (2018). Mit ihrem neuen Roman "Kazimira" traut sie der Literatur vielleicht mehr denn je zu: eine tiefschürfende und zugleich poetisch schillernde Erkundung der Geschichte und Generationen rund um die "Annagrube" im Gebiet Königsberg/Kaliningrad, eine Zeitreise durch fast 150 Jahre. In der "Annagrube" wurde Bernstein abgebaut, und wie Harz im Bernstein hält dieser Roman Schicksale des 20. Jahrhunderts fest. Etwa das von Kazimira, einer fast sprachlosen, eigenwilligen, Frauen liebenden Frau. Mit Natascha Freundel spricht Svenja Leiber über das Vermögen der Literatur, versehrte Landschaften zu lesen und flüchtige Menschenleben in Worte zu fassen. Svenja Leiber: "Kazimira", Suhrkamp 2021, 336 S., 24 €, eBook 20,99 €

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Jenny Erpenbeck © Imago / Italy Photo Press
Imago / Italy Photo Press

weiter lesen - das LCB im rbb - Jenny Erpenbeck: "Kairos"

"Kairos", das ist in der griechischen Mythologie der Gott der günstigen Gelegenheit, des rechten oder glücklichen Augenblicks. Dieser Augenblick scheint gekommen, als sich Katharina und Hans Ende der 80er Jahre auf der Straße in Ostberlin kennenlernen und ineinander verlieben. Sie ist 19, er Mitte 50 und verheiratet. Nach dem Glücksrausch folgen Augenblicke der Eifersucht, Abhängigkeit und Schuld.. Vor dem Hintergrund der untergehenden DDR, des Umbruchs 1989, der Wende und Nachwendezeit erzählt Jenny Erpenbeck die Geschichte einer obsessiven Liebe. Jenny Erpenbeck wurde 1967 in Ost-Berlin geboren und für ihre Erzählungen, Romane und Theaterstücke mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Thomas-Mann-Preis und dem Premio Strega Europeo. Warum für sie der Tag der Deutschen Einheit kein Feiertag ist, wie sie die Tage vor dem Mauerfall erlebt hat und wie die Geschichte der Gewalt des 20. Jahrhunderts die Geschichte einer privaten Liebe prägt, erzählt Jenny Erpenbeck im Gespräch mit Nadine Kreuzahler.

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Svealena Kutschke © Dorothea Tuch
Dorothea Tuch

weiter lesen - das LCB im rbb - Svealena Kutschke "Gewittertiere"

Colin und ihr Bruder Hannes wachsen in einer kleinstädtischen Reihenhaussiedlung auf, in der Kälte, Sparsamkeit und Angst regieren. Der Roman „Gewittertiere“ erzählt ein Familiendrama und die Coming-of-Age-Geschichte einer lesbischen Frau. Darüber hinaus aber entfaltet der vierte Roman der Berliner Schriftstellerin Svealena Kutschkes - geboren 1977 in Lübeck - präzise, schonungslos und zärtlich ein Gesellschaftspanorama Deutschlands seit den 90er Jahren mit seinen Ängsten und seinem Hass auf alles „Fremde“. Am Mikrofon: Thorsten Dönges

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Lisa Kreißler © LCB
LCB

weiter lesen - das LCB im rbb - Lisa Kreißler über "Schreie und Flüstern"

Die Schriftstellerin Vera zieht mit ihrem Freund und dem gemeinsamen Sohn von Leipzig in die niedersächsische Provinz: Dort haben sie einen alten Hof gekauft, den sie ausbauen und neu beleben wollen. Was der Umzug mit den beiden und ihrer Beziehung macht, wie sie sich im Dorf zurechtfinden und sich neu aufstellen, davon erzählt Lisa Kreißler, geboren 1983 bei Hannover, in ihrem neuen Roman. Ein Gespräch über Entscheidungen und Vergänglichkeit, Kinder und Krisen, Schwangerschaften und Geburten in der Literatur - und über die Kunst, das eigene Leben zu gestalten. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn und Thorsten Dönges

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Sasha Marianna Salzmann © Georg Wendt/dpa
Georg Wendt/dpa

weiter lesen - das LCB im rbb - Sasha Marianna Salzmann "Im Menschen muss alles herrlich sein"

Vier starke Frauen, ein zerfallendes Land, ein Weggehen und Ankommen. Davon erzählt Sasha Marianna Salzmann in ihrem neuen Roman „Im Menschen muss alles herrlich sein“. Sie schraubt sich tief hinein in das, was einmal die Sowjetunion war und erzählt von zwei Müttern, die ein Land verließen, und zwei Töchtern, die es in Deutschland besser haben sollten. Ein Gespräch über Weltenwechsel, Identitäten und die starken Band von Familien. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn und Thomas Geiger.

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Yulia Marfutova © privat
privat

weiter lesen - das LCB im rbb - Yulia Marfutova liest "Der Himmel vor hundert Jahren"

Yulia Marfutova führt uns in ihrem Debüt in ein abgelegenes Dorf irgendwo in Russland. Hier sorgen Heiligenbilder für Schutz und Seelenheil, Sprichwörter, Märchen, Geister- und Aberglaube für Ordnung und Orientierung. Bis Fremde über den Fluss kommen und Ideen mitbringen. „Der Himmel vor Hundert Jahren“ erzählt von politischen Strömungen, die über ein Dorf hereinbrechen wie das Wetter. Es geht um eine Gesellschaft im Wandel, den Untergang des Zarenreichs und Vorzeichen der Diktatur, um Aberglauben und Fortschritt, um Tradition und Moderne. Yulia Marfutova wählt einen Stil, der fast parabelartig ist, der Märchenhaftes und Bauernschläue mit magisch aufgeladenen Gegenständen und Landschaften zusammenbringt. Was ihr dabei wichtig war, warum sie sich für diesen Stil entschieden und das Buch ihren Großeltern gewidmet hat – darüber spricht Yulia Marfutova mit Nadine Kreuzahler und Thorten Dönges. Die Autorin wurde 1988 in Moskau geboren und ist in Berlin aufgewachsen. Mittlerweile lebt sie in Boston. Für ihre literarischen Arbeiten hat sie schon mehrere Stipendien bekommen, unter anderem vom Berliner Senat und der Jürgen-Ponto-Stiftung.

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Gert Loschütz © Bogenberger/autorenfotos.com
Bogenberger/autorenfotos.com

weiter lesen - das LCB im rbb - Gert Loschütz "Besichtigung eines Unglücks"

Am 22. Dezember 1939 ereignete sich im Bahnhof der sachsen-anhaltinischen Kleinstadt Genthin das bis heute schwerste Eisenbahnunglück Deutschlands. Spät in der Nacht verkeilen sich die Waggons zweier D-Züge, es gab viele Tote. Der in Genthin geborene Autor Gert Loschütz, Jahrgang 1946, nimmt diese Katastrophe zum Ausgangspunkt seines Romans „Besichtigung eines Unglücks“. Der Unfall ist eine große Metapher für die Kraft des Zufalls und nähert sich über die Fiktion einer möglichen Wahrheit an. Am Mikrofon: Thomas Geiger und Anne-Dore Krohn.

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Bov Bjerg © Gregor Baron
Gregor Baron

weiter lesen - das LCB im rbb - Bov Bjerg und "Deadline"

Viele kennen "Auerhaus" und "Serpentinen", die erfolgreichen Romane des Schriftstellers Bov Bjerg, der 1965 geboren wurde und seit vielen Jahren in Berlin lebt. Sein Debüt jedoch ist den meisten bis heute unbekannt: "Deadline" erschien 2008, doch der Großteil der Ausgaben wurden bei einem Lagerbrand vernichtet. Der neu gegründete Kanon Verlag legt den Debütroman nun wieder auf.

In "Deadline" geht es um Paula, die "schon so richtig amerikanisch dick" in den USA lebt und Gebrauchsanweisungen übersetzt. Doch dann muss sie zurück in die Schwäbische Alb, in das Dorf ihrer Kindheit und sich mit ihrer Herkunft auseinandersetzen. Dabei spielt ein Grabstein eine Rolle, die letzte Ruhestätte des Vaters, die in Wirklichkeit keine für die Ewigkeit ist und die permanente Angst vor der Deadline.

Nadine Kreuzahler spricht mit Bov Bjerg über die neue Begegnung mit seinem Erstling, über das Grabsteingeschäft und Friedhofsrealität, die Begegnung mit einem Steinmetz und die Leidenschaft für Sprache.

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Lutz Seiler © Heike Steinweg
rbb / Heike Steinweg

weiter lesen - das LCB im rbb - Lutz Seiler: "schrift für blinde riesen"

Lutz Seilers neuer Gedichtband "schrift für blinde riesen" ist ein Streifzug durch zwanzig Jahre seines Schaffens. Die Gedichte sind kleine Narrationen, u.a. über Landschaften der Gegenwart und Kindheit, über Kiefernwälder, Kieswege, Ahnen und das Nachwirken von Verstorbenen. Warum das Dichten ihn weniger anstrengt als das Schreiben von Romanen, das Schreiben von Lyrik etwas Anarchisches hat und welche Rolle die Musikalität spielt, darüber spricht er mit Thorsten Dönges vom LCB und Anne-Dore Krohn von rbb kultur.

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Alexander Solloch, Lisa Kreißler, Anne-Dore Krohn und Thorsten Dönges © privat
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weiter lesen - das LCB im rbb - Weiter lesen - Kooperation mit Land in Sicht

Für diese Folge von "weiter lesen" haben wir uns mit dem Podcast "Land in Sicht" vom NDR zusammengetan, der auf dem Hof der Schriftstellerin Lisa Kreißler aufgezeichnet wird. Thorsten Dönges vom Literarischen Colloquium Berlin und Anne-Dore Krohn von rbb kultur haben Lisa Kreißler und den NDR-Literaturredakteur Alexander Solloch dort besucht und im Gemüsebeet gemeinsam über drei Bücher gesprochen, die sich mit dem Thema Stadt und Land beschäftigen: Petra Ahnes Kulturgeschichte "Hütten", "Mitgift" von Henning Ahrens und der Großstadtroman schlechthin, "Manhattan Transfer" von John Dos Passos. Am Mikrofon: Thorsten Dönges, Lisa Kreißler, Anne-Dore Krohn, Alexander Solloch,

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weiter lesen - das LCB im rbb - Teresa Präauer: "Das Glück ist eine Bohne und andere Geschichten"

Teresa Präauer, Jahrgang 1979, gehört zu den bemerkenswertesten Autorinnen der jüngeren Generation - nicht nur in Österreich. Sie studierte Bildende Kunst und Germanistik und überrascht mit jedem Band neu. In ihrer soeben im Wallstein Verlag erschienenen Sammlung von Kurz- und Kürzestgeschichten „Das Glück ist eine Bohne“ verarbeitet sie eigene Erfahrungen, Popgrößen von Britney Spears bis Jimmy Hendrix oder einen sehr österreichischen Après-Ski-Abend bis hin zu Anleihen aus Literatur und Kunst zu einem Gesamtbild der Gegenwart, die so in ihrer ganzen Schön- und Verrücktheit kenntlich wird. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn und Thomas Geiger. Wiederholung vom 20.03.2021

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weiter lesen - das LCB im rbb - Sharon Dodua Otoo: "Adas Raum"

Wie schreiben sich traumatische Vergangenheiten in die eigene Biografie ein? Was heißt es, eine Frau zu sein? In ihrem Debütroman „Adas Raum“ spürt Sharon Dodua Otoo diesen Fragen nach. Sie lässt ihre Ada durch Raum und Zeit reisen: von Ghana nach England und Berlin. Von den Anfängen des Kolonialismus, zu den Revolutionen in Europa, zum Zweiten Weltkrieg bis in unsere Gegenwart. Ada ist nicht eine, sondern viele, wenn nicht alle Frauen. Sharon Dodua Otoo wurde 1972 in London geboren und lebt in Berlin. 2016 wurde sie mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Nadine Kreuzahler von rbb Kultur und Thorsten Dönges vom Literarischen Colloquium Berlin (LCB) sprechen in dieser Folge „weiter lesen“ mit Sharon Dodua Otoo über ihren ersten Roman. Wiederholung vom 27.03.2021

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weiter lesen - das LCB im rbb - Helga Schubert: "Vom Aufstehen"

Vor einem Jahr gewann Helga Schubert mit ihrer Geschichte "Vom Aufstehen" den Ingeborg Bachmann Preis – mit 80 Jahren war sie die bisher älteste Preisträgerin. Schon 1980 war die Schriftstellerin und Psychologin eingeladen gewesen, durfte aber die DDR damals nicht verlassen. Nun steht Helga Schubert nach vielen Jahren wieder in der literarischen Öffentlichkeit, auch mit einem neuen Buch: In "Vom Aufstehen. Ein Leben in Geschichten" schreibt sie in 29 Erzählungen über 80 Jahre Leben, von den Kindheitsommern bei der Großmutter in Vorpommern, von der deutschen Teilung, der Stasi, der ersten freien Wahl, die sie mit fünfzig Jahren erlebt, vom Verhältnis zur Mutter, von ihrem Mann und dem Leben in Mecklenburg. Ein literarischer Ausflug in die Künstlerkolonie Drispeth in Neu-Meteln. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn und Thomas Geiger.Wiederholung vom 10.04.2021

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weiter lesen - das LCB im rbb - Dmitrij Kapitelman: "Eine Formalie in Kiew"

Mit seinem Debütroman „Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters“ brachte Dmitrij Kapitelman auch die strengsten Literaturkritiker:innen zum Lächeln und einige zugleich fast zum Weinen. Niemanden lässt die Geschichte dieses ukrainisch-jüdischen, glücklos nach Deutschland eingewanderten Vaters kalt – dank Kapitelmans unverstellter, liebevoll-sarkastischer Sprache. Der Romanerstling schildert eine Reise von Vater und Sohn nach Israel, auf der Suche nach einem echten Lächeln im väterlichen Gesicht. Auch im neuen Roman von Dmitrij Kapitelman "Eine Formalie in Kiew" reist der Erzähler, allerdings notgedrungen: zurück in die Geburtsstadt Kiew. Kapitelman, 1986 in Kiew geboren und Leipziger seit Mitte der Neunziger, muss ein Amtsschreiben aus der Ukraine vorweisen, um einen deutschen Pass zu bekommen. Tragikomische Einblicke in das Leben einer Einwandererfamilie sind garantiert. Am Mikrofon: Natascha Freundel und Thorsten Dönges. Wiederholung vom 13.02.2021

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weiter lesen - das LCB im rbb - Lorenz Just: "Am Rand der Dächer"

Andrej und Simon sind Freunde. Sie wohnen in Berlin-Mitte und stromern durch die Stadt, über Brachen und Basketballplätzen, vor allem aber erobern sie sich die Stadt von oben, sitzen auf den Dächern und steigen später in fremde Wohnungen ein. Lorenz Just, Jahrgang 1983, hat schon Erzählungen geschrieben und ein Sachbuch über den Propheten Mohammed. In seinem Debütroman „Am Rand der Dächer“ erzählt er vom Aufwachsen im Berlin der Neunziger Jahre und verknüpft dabei den historischen Wandel der Nachwendezeit mit dem Erwachsenwerden seiner Figuren. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn. Wiederholung vom 09.01.2021

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Uljana Wolf © Villa Massimo/ Alberto Novelli
Villa Massimo/ Alberto Novelli

weiter lesen - das LCB im rbb - Uljana Wolf "Etymologischer Gossip"

„Etymologischer Gossip“ versammelt Reden und Essays von Uljana Wolf aus den letzten Jahren, die einen tiefen Einblick in die Denkwerkstatt einer Lyrikerin und einer Übersetzerin geben. Das Übersetzen beschreibt sie als einen körperlichen Vorgang, einen Vorgang des Berührens von Sprachen, Erfahrungen, Rhythmus und Klang. Und auch wenn die Dichterin die Bedeutung und die Herkunft von Wörtern ganz genau abklopft – niemals geht es ihr um das Trennende, sondern stehts um das Offene, die Netzwerke, die ständigen Wanderbewegungen der Sprache - und damit um die poetische Überwindung von Grenzen. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn und Thomas Geiger.

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Ingo Schulze © Annette Riedl/dpa
Annette Riedl/dpa

weiter lesen - das LCB im rbb - Ingo Schulze und "Tasso im Irrenhaus"

In seinem neuen Erzählungsband denkt Ingo Schulze in drei Geschichten über Kunst und Künstler nach, über Inspirationen und Installationen, über die Wirkung von Werken. Ein Schriftsteller wird vor einem Bild von Eugene Delacroix in ein Gespräch über Kunst verwickelt, ein alter DDR-Dissident ist fasziniert von Reinhard Muchas "Deutschlandgerät", und der todkanke Maler Johannes Grützke verwandelt sein Zimmer im Hospiz zum Diskursraum über Kunst. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn

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Jörg-Uwe Albig © Christina Zück
Christina Zück

weiter lesen - das LCB im rbb - Jörg-Uwe Albig und "Das Stockholm-Syndrom und der sadomasochistische Geist des

Wenn man Verständnis und sogar Sympathie entwickelt gegenüber seinen Unterdrückern, dann spricht man vom sogenannten Stockholm-Syndrom - was es damit auf sich hat, untersucht der Berliner Schriftsteller Jörg-Uwe Albig in seinem Roman „Das Stockholm-Syndrom und der sadomasochistische Geist des Kapitalismus“. Ein Unternehmen, das mit Entführungen sein Geld verdient, eine Frau, die keine Skrupel hat, Geiseln zu coachen, und immer wieder die Frage: Sind wir nicht alle Gefangene der Marktwirtschaft? Ein ironisch-bissige, literarischer Kommentar zur Gegenwart. Am Mikrofon: Thorsten Dönges und Anne-Dore Krohn.

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Yulia Marfutova © privat
privat

weiter lesen - das LCB im rbb - Yulia Marfutova und "Der Himmel vor Hundert Jahren"

Yulia Marfutova führt uns in ihrem Debüt in ein abgelegenes Dorf irgendwo in Russland. Hier sorgen Heiligenbilder für Schutz und Seelenheil, Sprichwörter, Märchen, Geister- und Aberglaube für Ordnung und Orientierung. Bis Fremde über den Fluss kommen und Ideen mitbringen. „Der Himmel vor Hundert Jahren“ erzählt von politischen Strömungen, die über ein Dorf hereinbrechen wie das Wetter. Es geht um eine Gesellschaft im Wandel, den Untergang des Zarenreichs und Vorzeichen der Diktatur, um Aberglauben und Fortschritt, um Tradition und Moderne. Yulia Marfutova wählt einen Stil, der fast parabelartig ist, der Märchenhaftes und Bauernschläue mit magisch aufgeladenen Gegenständen und Landschaften zusammenbringt. Was ihr dabei wichtig war, warum sie sich für diesen Stil entschieden und das Buch ihren Großeltern gewidmet hat – darüber spricht Yulia Marfutova mit Nadine Kreuzahler und Thorten Dönges. Die Autorin wurde 1988 in Moskau geboren und ist in Berlin aufgewachsen. Mittlerweile lebt sie in Boston. Für ihre literarischen Arbeiten hat sie schon mehrere Stipendien bekommen, unter anderem vom Berliner Senat und der Jürgen-Ponto-Stiftung.

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Friederike Mayröcker © Edith Schreiber
Edith Schreiber

weiter lesen - das LCB im rbb - Ihr letztes Interview - zum Tod von Friederike Mayröcker

Am Freitag, den 4. Juni ist die österreichische Dichterin Friederike Mayröcker gestorben - deshalb wiederholen wir eine Folge "weiter lesen" mit ihr, die wir ihr zum 96. Geburtstag im Dezember 2020 gewidmet hatten. Marcel Beyer kommt zur Wort, der gerne morgens eine halbe Stunde Mayröcker liest, um den Kopf freizukriegen. Und Friederike Mayröcker selbst. Für "weiter lesen" hat sie aus ihrem letzten Band "da ich morgens und moosgrün. Ans Fenter trete" Texte gelesen. Und mit Anne-Dore Krohn telefoniert. Das Gespräch war, wie wir inzwischen erfahren haben, ihr letztes Interview.

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weiter lesen - das LCB im rbb - Christoph Hein: "Guldenberg"

In Christoph Heins Büchern bleibt "Guldenberg" ein wichtiger Ort. Im neuen Roman kommen junge Geflüchtete aus Syrien und Afghanistan ins Städtchen und werden im früheren Seglerheim einquartiert – wirklich willkommen sind sie nicht. Mit dem Autor spricht Anne-Dore Krohn.

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Mithu Sanyal © Regentaucher
Regentaucher

weiter lesen - das LCB im rbb - Mithu Sanyal und "Identitti"

Identitätsdebatte mit Humor? Ja, das geht - das beweist Mithu Sanyals diskursreicher Comedy-Campusroman „Identitti“. Mit Tempo und Thesen, Herz und Hirn erzählt Sanyal von einer vermeintlich indischen Uniprofessorin, die sich als weiße Deutsche entpuppt und dem Diskursgewitter nachdem ihre Herkunft auffliegt. In „weiter lesen“ erzählt die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal u.a., warum sie dieses Mal kein Sachbuch schreiben wollte, was sie zum Buch inspiriert hat, wie sie Twitter-Influencer zur Mithilfe gebeten hat und warum sie gegen Begriffe wie „alter weißer Mann“ ist. Am Mikrofon: Thorsten Dönges und Anne-Dore Krohn

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Judith Hermann; Foto: Gregor Baron
Gregor Baron

weiter lesen - das LCB im rbb - Judith Hermann und "Daheim"

Eine Frau zieht in ein Haus am Meer. Die Tochter ist aus dem Haus, die Ehe ist vorbei. Sie verortet sich neu, hoch im Norden, knüpft eine Freundschaft, so etwas wie eine neue Liebe. Was ist Erinnerung, wieviel ist Fiktion, wo biegt man ab, und wie hält man es eigentlich aus, alleine zu sein? Ein Gespräch mit Judith Hermann – über ihre Bücher, die eine fortlaufende Geschichte sind, ihre Liebe zum flachen Land und die Autarkie ihrer Figuren. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn und Thomas Geiger

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Frühlingsbücher | Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn, Thomas Geiger, Thorsten Dönges und Nadine Kreuzahler © rbbKultur
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weiter lesen - das LCB im rbb - Bücher des Frühlings

Die meisten Titel des Frühjahrs sind mittlerweile erschienen. Welche Neuerscheinungen aber sind besonders empfehlenswert? Was gibt es für Themen, was für Tendenzen in diesem Literaturfrühling? Und wie wirkt sich die Debatte um Identitätspolitik auf den Literaturbetrieb aus? Darüber diskutieren und sprechen Anne-Dore Krohn und Nadine Kreuzahler von rbb kultur und Thomas Geiger und Thorsten Dönges vom Literarischen Colloquium Berlin.

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Shida Bazyar © Tabea Treichel
Tabea Treichel

weiter lesen - das LCB im rbb - Shida Bazyar und "Drei Kameradinnen"

Hani, Kasih und Saya sind Freundinnen. Sie wachsen in einer Siedlung am Rande einer Kleinstadt auf, und sie wissen, wie das ist, ständig mit Alltagsrassismus konfrontiert zu werden. Als irgendwann ein Haus brennt, wird einer von ihnen vorgeworfen, ein islamistisch begründetes Attentat begangen zu haben. Shida Bazyars zweiter Roman ist eine moderne Publikumsbeschimpfung, ein Spiel mit dem Erzählen und ein kluger, literarischer Beitrag zur Empathiesteigerung. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn und Thorsten Dönges.

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Lena Müller © Franziska Wenzel
Franziska Wenzel

weiter lesen - das LCB im rbb - Lena Müller "Restlöcher"

Lena Müller wurde schon zweimal mit dem Internationalen Literaturpreis ausgezeichnet, für ihre Übersetzungen aus dem Französischen von Fiston Mwanza Mujila und von Shumona Sinha. Jetzt erscheint ihr erster Roman „Restlöcher“ (Edition Nautilus). Das Buch erzählt von Sando, der einen Mann namens Fuchs liebt, ihn aber nicht recht zu fassen bekommt. Sando hat von seiner Mutter gelernt, dass man Liebe nicht festhalten kann, sondern nur warten kann, bis sie wiederkommt. Als die Mutter verschwindet, machen sich Sando und seine Schwester auf die Suche nach ihr. Nadine Kreuzahler und Thorsten Dönges im Gespräch mit Lena Müller über Haltungen zum Leben, die 80er Jahre, Übersetzung aus Leidenschaft und die Liebe zum Bäckerhandwerk.

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Helga Schubert © Renate von Mangoldt
Renate von Mangoldt

weiter lesen - das LCB im rbb - Helga Schubert und "Vom Aufstehen"

Es ist eine Art Märchen des Literaturbetriebs: Nach jahrzehntelanger Stille hat die Schriftstellerin Helga Schubert, geboren 1940 in Berlin-Kreuzberg, wieder die literarische Bühne betreten. Ihr Buch „Vom Aufstehen“ ist die Bilanz einer Frau, die sich nicht hat unterkriegen lassen. Ein Besuch in Mecklenburg und ein Gespräch über Erinnerungsräume, das Altwerden, die plötzliche Prominenz und das Aufstehen als Lebensprinzip. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn und Thomas Geiger.

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Anja Kampmann © Juliane Henrich
Juliane Henrich

weiter lesen - das LCB im rbb - Anja Kampmann liest "der hund ist immer hungrig"

Anja Kampmann debutierte 2016 mit dem Gedichtband "Proben von Stein und Licht", dann folgte der vielbeachtete Roman "Wie hoch die Wasser steigen" über den Mitarbeiter einer Bohrplattform. In ihrem neuen Band ist es wieder die Lyrik, mit der Kampmann auf die Welt blickt: "was denkst du welches blau/ wir heute sehen?" fragt sie und schreibt über Pferde und Schiffe, kranke Hunde, Bäckerlehrlinge und "nachfahrfahren". Es sind dichte, fragende Texte, die immer wieder Motive verknüpfen und auch von der Kraft der Worte erzählen: "und das gedicht als letztes/ seiner art soll es den boden wühlen".

Am Mikrofon: Franziska Walser von rbb kultur und Thomas Geiger vom Literarischen Colloquium Berlin.

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weiter lesen - das LCB im rbb - weiter lesen mit Sharon Dodua Otoo

Quer durch die Jahrhunderte fliegt die Berliner Schriftstellerin Sharon Dodua Otoo in ihrem Debütroman "Adas Raum" und erzählt von verschiedenen Frauen namens Ada. Macht, Entmachtung und Ermächtigung spielen eine tragende Rolle in diesem ungewöhnlichen, komplexen Roman, der ebenso amüsant und humorvoll ist. Am Mikrofon: Nadine Kreuzahler und Thorsten Dönges.

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Teresa Präauer © Thomas Langdon
Thomas Langdon

weiter lesen - das LCB im rbb - Teresa Präauer: "Das Glück ist eine Bohne"

Teresa Präauer, geboren 1979 in Linz, zeigt in dieser Textsammlung ihre enorme Vielfältigkeit. Über 80 kurze Texte sind hier versammelt: Essays, Bildbetrachtungen, Erinnerungen, Kurzgeschichten – über Wittgenstein, Phil Collins, Poledance und Onlineyoga, Kinderbanden und ein Altarbild von Lucas Cranach. Ein großes Panorama ihrer Interessen und Leidenschaften, ein wilder Ritt durch Phänomene unserer Zeit, in der das Glück manchmal eine Bohne sein kann. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn von rbb kultur und Thomas Geiger vom Literarischen Colloquium Berlin.

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Volha Hapeyeva © Helmut Lunghammer
Helmut Lunghammer

weiter lesen - das LCB im rbb - Volha Hapeyeva: "Camel Travel"

Die Lyrikerin, Linguistin und Kinderbuchautorin Volha Hapeyeva, 1982 in Minsk geboren, gibt eindrucksvolle Einblicke in ihre belarusische Kindheit in einer Zeit, „als die Sowjetunion munter vor die Hunde ging“. So anekdotisch leicht ihr fragmentarischer Erinnerungsroman ist, so nüchtern spricht sie über die Protestbewegung in Belarus, die sie selbst als Stipendiatin von Österreich aus beobachtet hat. Es heißt, die Revolution habe ein weibliches Gesicht, aber die belarusische Gesellschaft ist weiterhin sehr patriarchal, meint die Autorin. Als Schriftstellerin, die früh vom „Silberstaub des Feminismus“ bestäubt wurde, lebte sie schon im inneren Exil, bevor sie tatsächlich ins Ausland ging.

Ein Gespräch zwischen Berlin und München mit Natascha Freundel von rbbKultur und Thomas Geiger vom LCB.

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weiter lesen - das LCB im rbb - Ursula Krechel und "beileibe und zumute"

Ein "Hin und Herschieben von Gegenwartspartikeln" – so beschreibt die Schriftstellerin Ursula Krechel das Dichten. In ihrem neuen Band „beileibe und zumute“ geht es u.a. um Männertorsi, U-Bahnfahrten, geteilte Zeitungen, den Dichterberuf, vor allem aber um die Suche nach der Schönheit. Ein Gespräch über Inspirationen, gefundene Wörter, das eigene Spracharchiv. Am Mikrofon: Thorsten Dönges vom LCB und Anne-Dore Krohn von rbb kultur

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weiter lesen - das LCB im rbb - T. C. Boyle und "Sprich mit mir"

Ein guter Romanautor, sagt T.C. Boyle, kann den Kopf eines jeden Menschen bewohnen, und auch einer jeden Spezies. Für seinen neuen Roman „Sprich mit mir“ hat sich der US-amerikanische Schriftsteller in das Denken und Fühlen eines Schimpansen hineinversetzt und schreibt einige Kapitel aus der Sicht des Affen Sam. Sam wächst wie ein Menschenkind auf und lernt, sich in Zeichensprache zu verständigen – doch das Experiment stößt bald an seine Grenzen. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn.
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Kapka Kassabova © TD
TD

weiter lesen - das LCB im rbb - Kapka Kassabova: "Am See"

Die Geographie formt die Geschichte, aber wie formen Landschaften und Historie über Jahrhunderte hinweg das Innere ihrer Bewohner? Wie geben sich Traumata und Schmerz von Generation zu Generation weiter? Kapka Kassabova stellt sich diese Fragen in ihrem neuen Buch „Am See. Reise zu meinen Vorfahren in Krieg und Frieden“. Sie nimmt uns mit zu zwei uralten Seen: den Ohrid- und den Prespasee, deren Ufer und Gewässer sich Nord-Mazedonien, Albanien und Griechenland teilen. „Am See“ ist Reisereportage, autobiografische Spurensuche und das Psychogramm einer politisch und historisch aufgeladenen Region und seiner Bewohner. Die Schriftstellerin und Journalistin Kapka Kassabova, die in Bulgarien geboren, in Neuseeland aufgewachsen und mittlerweile in den schottischen Highlands zu Hause ist, hat ein sehr persönliches Buch geschrieben, das gleichzeitig das Politische in den Blick nimmt. In weiter lesen sprechen Nadine Kreuzahler von rbb Kultur und Thomas Geiger vom Literarischen Colloquium Berlin (LCB) mit Kapka Kassabova über Begegnungen im Grenzgebiet, eine spektakuläre Fluchtgeschichte, die Kraft von Wasser und über Ahnenforschung als Schlüssel zur Gegenwart.
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Dmitrij Kapitelman © Christian Werner
Christian Werner

weiter lesen - das LCB im rbb - Dmitrij Kapitelman: "Eine Formalie in Kiew"

Kapitelmans zweites Buch kann als Fortsetzung seines viel gelobten Debüts "Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters" gelesen werden, doch erzählt er hier viel sarkastischer von seinen Eltern, von Deutschland und seinem Geburtsland Ukraine. Mit Thorsten Dönges und Natascha Freundel spricht er über Gullydeckel in Kiew, über Sprachlosigkeit und Mehrsprachigkeit, über familiäre und nationale Fragen von Leben und Tod.
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weiter lesen - das LCB im rbb - weiter lesen: Mirko Bonné mit "Seeland, Schneeland"

Man sollte sich warm anziehen, um den neuen Roman von Mirko Bonné zu lesen. In „Seeland, Schneeland“ stürmt, schneit, regnet und weht es ununterbrochen. Das Meer spielt eine große Rolle genauso wie ein gewaltiger Schneesturm, der die Drei-Klassen-Gesellschaft auf einem Überseedampfer gehörig ins Wanken und das Schiff in Seenot bringt. „Seeland, Schneeland“ spielt 1921 in Wales, England und Schottland. Die Nachwehen des Ersten Weltkriegs und der Spanischen Grippe sind überall in Europa noch spürbar. Viele träumen vom Glück in der Neuen Welt und so schiffen wir in diesem Roman auf einem Auswandererschiff nach Amerika ein. Mirko Bonné schildert das Treiben auf und unter Deck sehr plastisch und verknüpft sein Gesellschaftspanorama mit einer großen, lange hoffnungslos bleibenden Liebesgeschichte. Was Anna Karenina, der Große Gatsby und Sir Ernest Shackleton mit all dem zu tun haben, wie das Licht in der Antarktis aussieht und wie Donald Trump sich in den Roman geschmuggelt hat – all das bespricht Nadine Kreuzahler mit dem mehrfach ausgezeichneten Lyriker, Übersetzer und Romancier aus Hamburg: Mirko Bonné.
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Jana Volkmann © Manfred Poor
Manfred Poor

weiter lesen - das LCB im rbb - Jana Volkmann liest "Auwald"

Eine Frau fährt mit dem Schiff von Wien nach Bratislava. Der kurze Trip wird zum Überlebenstraining in der Wildnis. „Auwald“ von Jana Volkmann lotet die Grenze zwischen Zivilisation und Wildnis aus, zwischen Mensch und Tier, dem eigenen Ich und den anderen. Dabei bewegt sich der Roman in einer Welt, die zugleich etwas Märchenhaftes und Apokalyptisches hat. Die Wahrnehmung wird dabei immer wieder auf die Probe gestellt. Jana Volkmann wurde 1983 in Kassel geboren und lebt seit neun Jahren in Wien. Über ihren Roman unterhält sich die Schriftstellerin mit Nadine Kreuzahler und Thorsten Dönges vom Literarischen Colloquium Berlin (LCB).

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weiter lesen - das LCB im rbb - Bernardine Evaristo und "Mädchen, Frau, etc."

Früher wollte Bernardine Evaristo mit ihren Büchern die Leute zum Weinen bringen - das hat sich geändert. Im Roman "Mädchen, Frau, ect." verhandelt sie undogmatisch große Diskurse und fächert die Biographien von zwölf schwarzen, britischen Frauen auf. Im Gespräch mit Anne-Dore Krohn erzählt sie, wie sie in die Haut ihrer Figuren schlüpft, warum sie immer über das Schwarzsein schreibt und wie der Booker-Preis 2019 ihr Leben verändert hat.
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Heiner Boehncke und Hans Sarkowicz: "Der fremde Ferdinand" © Die Andere Bibliothek
Die Andere Bibliothek

weiter lesen - das LCB im rbb - Der unbekannte Ferdinand Grimm

Bei den "Brüdern Grimm" denken die meisten an Jacob und Wilhelm, dabei gab es noch drei weitere: einer war Ferdinand, der ebenfalls Sagen und Märchen sammelte und viel mehr Ruhm verdient, als er bekam. Anne-Dore Krohn von rbb kultur und Thomas Geiger vom LCB im Gespräch mit Heiner Boehncke und Hans Sarcowicz über ihr Buch "Der unbekannte Ferdinand".
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weiter lesen - das LCB im rbb - Lorenz Just und "Am Rand der Dächer"

Berlin Mitte in den 90er Jahren - für die Kinder ist der Kiez rund um Oranienstraße, Linienstraße und dem "Mombi", dem Monbijoupark, das Zentrum ihrer Welt. Lorenz Just erzählt in "Am Rand der Dächer" von einer Kindheit und Jugend in einer Zeit, in der die freien Wege durch Hinterhöfe und auf den Dächern immer enger werden. Im Gespräch mit Anne-Dore Krohn erzählt er von eigenen Erinnerungen an die Jahre nach dem Mauerfall, von seiner Rückkehr nach Mitte und der Vermischung von Erinnerung und Fiktion.

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weiter lesen - das LCB im rbb - Hallgrímur Helgason: "60 Kilo Sonnenschein"

In Deutschland wurde vor allem sein Roman "101 Reykjavik" bekannt – jetzt hat der isländische Schriftsteller Hallgrímur Helgason ein Buch über die Geschichte Islands geschrieben. In "60 Kilo Sonnenschein" erzählt er von den Fischern und Farmern um 1900 im Ort Siglufjörður – sie waren so arm, dass sie zum Teil ihre eigenen Kinder aussetzten.

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Friederike Mayröcker © Edith Schreiber
Edith Schreiber

weiter lesen - das LCB im rbb - Friederike Mayröcker zum Geburtstag

Friederike Mayröcker wird 96! Wir gratulieren ihr mit dieser Folge von "weiter lesen" zum Geburtstag und telefonieren mit ihr in Wien. Außerdem liest sie extra für uns aus ihrem jüngsten Buch "da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete". Und Marcel Beyer erzählt, warum eine halbe Stunde Mayröcker lesen ihn inspiriert. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn und Thomas Geiger.

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Dorothee Elmiger © Peter-Andreas Hassiepen
Peter-Andreas Hassiepen

weiter lesen - das LCB im rbb - Dorothee Elmiger liest "Aus der Zuckerfabrik"

Zucker ist nicht nur süß, sondern auch mörderisch. In ihrem neuen Buch folgt Dorothee Elmiger der weißen Versuchung und stellt Zusammenhänge her zwischen der Gier nach Zucker, dem Kolonialismus und der Sklaverei, dem Patriarchat und dem weiblichen Begehren. „Aus der Zuckerfabrik“ war in diesem Jahr für den Deutschen Buchpreis nominiert. Es ist ein Text, der mehr Fragen aufwirft, als Antworten zu geben. Das von Dorothee Elmiger voll und ganz beabsichtigt. Anders könne sie gar nicht schreiben, sagt sie. Und so wühlt sie sich mit Hilfe einer Ich-Erzählerin durch Literatur, Kolonialgeschichte, Psychologie, fiktive Gespräche, Archiv-, Film- und Videomaterial. Und immer wieder schleichen sich Traumsequenzen ein. Das löst beim Lesen immer neue Schwingungen aus. Dazu befragt Nadine Kreuzahler Thorsten Dönges vom Literarischen Colloquium Berlin (lcb) und spricht anschließend mit Dorothee Elmiger über Schreibblockaden als Dauerzustand, einen Schweizer Lottokönig als Auslöser für die Recherche und über die Freiheit, sieben Jahre lang zu recherchieren.

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weiter lesen | Thorsten Dönges, Anne-Dore Krohn, Thomas Geiger und Natascha Freundel © Tobias Bohm
Tobias Bohm

weiter lesen - das LCB im rbb - weiter lesen - Bücher des Jahres

Kurz vor Weihnachten stellen wir unsere Lieblingstitel des Jahres vor, u.a. von Anne Weber, Jonas Eika, Monika Helfer und David Grossmann. Und wir werfen einen Blick auf das Literaturjahr 2020 in Zeiten von Corona. Am Mikrofon: Natascha Freundel und Anne-Dore Krohn von rbbKultur und Thorsten Dönges und Thomas Geiger vom Literarischen Colloquium Berlin.
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Daniela Danz © Nils-Christian Engel
Nils-Christian Engel

weiter lesen - das LCB im rbb - Daniela Danz und "Wildniß"

Was machen Bäume, wenn man sie in Ruhe lässt? Und was bedeutet eigentlich „Nature Writing“, wenn es fast keine Landschaften mehr gibt, die wir selbst zu verantworten haben? Fragen, die Daniela Danz in ihrem neuen Lyrikband stellt. „Wildniß“ ist dabei kein Rechtschreibfehler, sondern die Schreibweise von Hölderlin, auf den sich Danz immer wieder bezieht. Für ihre Gedichte ist sie weit gereist, bist in die Westkarpaten und in den Nordural. Anne-Dore Krohn spricht mit Daniela Danz und Thomas Geiger vom Literarischen Colloquium Berlin.
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Eva Roman © Sebastian Heise
Sebastian Heise

weiter lesen - das LCB im rbb - Eva Roman liest "Pax"

Wie sag ich’s der Tante – wenn man das Buch von Eva Roman sehr salopp und flapsig zusammenfassen möchte, dann bringt es diese Frage auf den Punkt. Wie sag ich der Tante, dass ich schwul bin und wie sag ich ihr, dass ich ausziehen möchte, raus in die Welt, weg von ihr? Eva Roman erzählt in ihrem zweiten Roman eine Coming-of-Age-Geschichte in den 80er und 90er Jahren, gleichzeitig geht es um einen großen Verlust und ein Coming-Out in der Provinz. Nachdem seine Eltern während einer Reise verschwunden sind, wächst Pax bei seiner Tante auf. Das Verhältnis der beiden ist symbiotisch, gegenseitige Abhängigkeiten entstehen, von denen sich beide nur schwer lösen können. Nadine Kreuzahler spricht mit Eva Roman und Thorsten Dönges vom Literarischen Colloquium Berlin über "Pax". Was macht ihn auch zu einem historischen Roman? Wie schreibt man über Corona? Und darf man als Frau über ein schwules Coming-Out schreiben?

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weiter lesen - das LCB im rbb - Michael "Salli" Sallmann – ein Leben zwischen Ost und West

Salli Sallmann war nicht nur viele Jahre Literaturredakteur beim rbb. Seine Biographie steht stellvertretend für die großen Spannungen zwischen Ost und West. Joachim Schönfeld hat ihn im Berliner "Tränenpalast" getroffen und erzählen lassen ...
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Benjamin Moser © Beowulf Sheehan
Beowulf Sheehan

weiter lesen - das LCB im rbb - Benjamin Moser und seine Biographie "Sontag"

Susan Sontag war überall, die Leute liebten und verehrten sie. Unerreichbar, inspirierend, einschüchternd - eine Star-Intellektuelle des 20. Jahrhunderts. Eine Frau, für die Kultur ein Fluchtweg war, die sich nie zu ihrem Lesbischsein bekannte und die ihren Weg fand zwischen kritischen Essays über Fotografie und gekonnter Selbstinszenierung. Im Gespräch mit Anne-Dore Krohn erzählt Benjamin Moser über seinen Zugang zu Susan Sontag - denn eine Biographie ist immer auch ein Porträt.
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Nico Bleutge © Ekko von Schwichow
Ekko von Schwichow

weiter lesen - das LCB im rbb - Nico Bleutge und "Drei Fliegen. Über Gedichte"

Der Dichter Nico Bleutge kann Fliegen in Gedichte übersetzen. Wie ihm das gelingt, darüber gibt er im Gespräch mit Natascha Freundel und Thomas Geiger (Literarisches Colloquium Berlin) Auskunft. Die neuen Essays von Nico Bleutge sind nicht nur Kommentare zu seinen preisgekrönten Gedichten, sie sind Ausdruck einer poetischen Existenz.

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weiter lesen - das LCB im rbb - Ulrike Draesner und "Schwitters"

Wie bildet man ein Leben ab, das so reichhaltig ist wie das des 1887 geborenen Schriftstellers und Künstlers Kurt Schwitters? Die Berliner Schriftstellerin, Lyrikerin und Essayistin Ulrike Draesner, selbst eine Meisterin der lyrischen Form, folgt in ihrem Roman „Schwitters“ dem Ausnahmekünstler in einer klugen und kunstvollen Mischung aus Fakten und Fiktion. Franziska Walser spricht mit Thorsten Dönges vom Literarischen Colloquium und der Autorin Ulrike Draesner über ihren Roman.
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weiter lesen - das LCB im rbb - Deniz Ohde liest aus "Streulicht"

Deniz Ohde erzählt in ihrem ersten Roman „Streulicht“ vom sozialen Aufstieg gegen alle Widerstände. Eine Frau erinnert sich an ihre Kindheit: an ihren deutschen Vater, einen Fabrikarbeiter, und an ihre freiheitsliebende türkische Mutter. Ein Lebensgefühl zieht sich durch den Roman: als deutsch-türkisches Arbeiterkind fremd und weniger wert zu sein als andere. Deniz Ohde spürt in ihrem Debüt dem Bildungsversprechen unserer Gesellschaft nach und reflektiert über Ungleichheiten, Zuschreibungen und Erwartungen. Für ihren ersten Roman ist Deniz Ohde in diesem Jahr mit dem Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung und dem Aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet worden, außerdem stand sie auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Nadine Kreuzahler spricht mit Thorsten Dönges vom LCB über seine Lektüreeindrücke und mit Deniz Ohde über das plötzliche Rampenlicht, das Schreiben und sie klärt, wie autobiografisch das Ganze eigentlich nun ist. Im Gespräch mit Nadine Kreuzahler stellt Deniz Ohde ihren Roman vor. Eine neue Folge unserer Reihe in Kooperation mit dem Literarischen Colloquium Berlin.
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weiter lesen im rbb – Anne-Dore Krohn, Thomas Geiger, Natascha Freundel und Thorsten Dönges © Thomas Ernst
Thomas Ernst

weiter lesen - das LCB im rbb - Wenderomane - Wunsch oder Wirklichkeit?

Mitte der 90er Jahre kam die große Sehnsucht nach dem Wenderoman auf. Aber was soll das eigentlich sein, ein Wenderoman? Wie episch und gesamtdeutsch muss er sein? Und ist "Wende" nicht sowieso ein besserer Begriff beim Segeln?Darüber diskutieren Natascha Freundel und Anne-Dore Krohn von rbbKultur mit Thorsten Dönges und Thomas Geiger vom Literarischen Colloquium Berlin – und stellen ihre Lieblingstitel vor.
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Richard Ford © AP Photo/Rogelio V. Solis/dpa
AP Photo/Rogelio V. Solis/dpa

weiter lesen - das LCB im rbb - Richard Ford und "irische Passagiere"

Richard Ford schreibt über den Ernst des Lebens, aber lachen kann man darüber trotzdem – auch in seinen neuen Erzählungen. Im Gespräch mit Anne-Dore Krohn erzählt Ford, warum er über Dinge schreibt, vor denen er Angst hat. Er erzählt von seiner Freundschaft zu Raymond Carver und von Bösewichten, die er gerne die Wahrheit sagen lässt - und er spricht über seinen Glauben an die Literatur, die den Blick für das Leben schärfen kann.

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weiter lesen - das LCB im rbb - Iris Wolff liest "Die Unschärfe der Welt"

"Die Unschärfe der Welt" beginnt in den windigen Weiten des Banat, einer Region in Rumänien, wo wie in Siebenbürgen eine deutschsprachige Minderheit zu Hause ist. Auch Iris Wolff ist hier aufgewachsen, bevor sie 1985 mit ihren Eltern nach Deutschland kam. In ihrem neuesten Roman, der für den Wilhelm-Raabe-Preis nominiert ist und auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand, erzählt Wolff die Geschichte einer Familie zwischen Rumänien und Deutschland über vier Generationen hinweg. Es geht um das Leben in der Diktatur, um Fluchten, Liebe und Zusammenhalt, um die Suche nach Freiheit und um Sprache. Wie funktioniert Erinnerung, welche Bedeutung hat Sprache dabei und welche Geschichten erzählen wir uns eigentlich – und welche nicht. Nadine Kreuzahler spricht mit Iris Wolff über ihren neuen Roman, Kindheitserinnerungen, den Begriff von Heimat und das Glück der Mehrsprachigkeit.

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Han Kang © Baek Dahum
Baek Dahum

weiter lesen - das LCB im rbb - Han Kang liest "Weiß"

Han Kang, weltberühmt geworden mit „Die Vegetarierin“ (Man Booker Preis 2016) hatte nie vor, über den frühen Tod ihrer Schwester zu schreiben. Dann fand das Trauma doch in ein Buch: „Weiß“ ist eine poetische Auseinandersetzung, zwischen Kurzprosa, Lyrik und Autobiographie. Han Kang schickt Sprachnachrichten aus Seoul und ihr Lektor Anvar Cukoski spricht über ihre Sprache, ihre Installationen, das Lektorieren von internationaler Literatur und über zehn Stunden, die er mal mit ihr am Flughafen verbrachte. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn

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weiter lesen - das LCB im rbb - David Grossman liest "Was Nina wusste"

Drei Frauen, ein Familiengeheimnis, das im kommunistischen Jugoslawien wurzelt und über Generationen die Mutter-Tochter-Beziehungen prägt. Der israelische Schriftsteller spricht über die Hintergründe und Motive seines neuen Romans. Die Übersetzerin Anne Birkenhauer erklärt, warum es für sie ein optimistisches Buch ist.

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Jonas Eika © Aphinya Jatuparisakul
Aphinya Jatuparisakul

weiter lesen - das LCB im rbb - Jonas Eika liest "Nach der Sonne"

„Nach der Sonne“ von Jonas Eika versammelt Geschichten, in denen Realität, Science-Fiction und Mystik auf aufregende Art und Weise verschwimmen. Banken versinken plötzlich im Erdboden, ein Mann betet Metallschrott in der Wüste an, Strandarbeiter verlieren sich in Wiederbelebungsritualen. Jonas Eika verpackt Gesellschaftskritik in Grenzen sprengende Lektüre. 2019 ist der 29jährige Däne mit dem Literaturpreis des Nordischen Rates ausgezeichnet worden – als bisher jüngster Schriftsteller überhaupt. Die große Bühne während der Preisverleihung nutzte Eika, um scharfe Kritik an der Flüchtlingspolitik der skandinavischen Staaten zu üben. Über Politik, Literatur und persönliches Engagement spricht Jonas Eika mit Nadine Kreuzahler.

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Etgar Keret © Alessandro Moggi
Alessandro Moggi

weiter lesen - das LCB im rbb - Etgar Keret liest "Tu's nicht"

Neue, surreale Kurzgeschichten des Schriftstellers und Drehbuchautors Etgar Keret. Mit Natascha Freundel spricht Keret über Todesangst und Empathie, über den Holocaust und Haschisch. Und darüber, dass ihm in der Corona-Pandemie die Bedeutung von Kunst klarer geworden ist. Seine Übersetzerin, Barbara Linner, gibt Einblicke in ihre Arbeit.
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weiter lesen - das LCB im rbb - Andreas Schäfer liest "Das Gartenzimmer"

Ein Haus am Rand des Berliner Grunewalds, gebaut 1909 von dem berühmten Architekten Max Taubert. Viele Jahre später, Mitte der 90er Jahre, entdeckt ein Ehepaar das Haus und lässt es restaurieren. Bald zieht das Gebäude viele Menschen an: Architektur-Fans, Künstler, die Medien. Andreas Schaefer erzählt hundert Jahre Weltgeschichte und Familiengeschichten am Beispiel einer Villa. Franziska Walser hat mit ihm über seinen Roman "Das Gartenzimmer" gesprochen.

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weiter lesen - das LCB im rbb - Nina Bußmann liest "Dickicht"

In ihrem dritten Roman fängt die Berliner Schriftstellerin Nina Bußmann wie im Brennglas heutige Existenzen in der Großstadt ein. Im Gespräch erzählt die Autorin, wie ihre drei Hauptfiguren um Autonomie ringen und zugleich Halt und Hilfe brauchen, was Freundschaft bedeuten kann und wie die Corona-Krise Einsamkeit und Orientierungslosigkeit verstärkt.

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Ulrike Almut Sandig © Michael Aust/ Villa Concordia
Michael Aust/ Villa Concordia

weiter lesen - das LCB im rbb - Ulrike Almut Sandig liest "Monster wie wir"

Die Lyrikerin, Prosa-Autorin und Poetry-Performerin spricht mit Natascha Freundel über ihren ersten Roman, über die Darstellung von Gewalt und sexuellen Missbrauch und über die Entwicklung ihrer Romanfiguren, die zusammen in der DDR aufwachsen und ihren Platz in der Welt als widerständige "Monster" zu verteidigen lernen.
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Jürgen Hosemann © Harald-Schröder
Harald-Schröder

weiter lesen - das LCB im rbb - Jürgen Hosemann liest "Das Meer am 31. August"

"Den Tag kommen lassen. Das Meer kommen lassen. Alles sehen. Alles ist gleich wichtig. Nicht denken." Sätze aus Jürgen Hosemanns Tagebuch eines einzigen Tages. In der italienischen Lagunenstadt Grado hat er vom Morgengrauen bis spät in die Nacht aufs Meer geschaut und neu sehen gelernt. Hier erzählt der Lektor und Autor, wie es dazu kam.

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Britta Jürgs, AvivA Verlag ; © Klara-Emilia Kajdi
Klara-Emilia Kajdi

weiter lesen - das LCB im rbb - weiter lesen: Kleine Verlage am Großen Wannsee - Aviva und Avant Verlag

Sie gräbt vergessene Texte außergewöhnlicher Frauen aus, er zeigt mit seinem Verlag, dass Comics nicht nur Donald Duck und Mickey Mouse sind. Britta Jürgs vom Aviva Verlag und Johann Ulrich vom Avant Verlag sind zu Gast und erzählen vom Verlegen aus Leidenschaft, von weltreisenden Pionierinnen und ausgezeichneten Graphic Novels, vom Überleben in der Krise und Veränderungen in der Buchbranche. Kleine Verlage am Großen Wannsee - das jährliche Gartenfest für unbhängige Verlage des Literarischen Colloquiums Berlin kann in diesem Jahr zwar nicht stattfinden, aber der Podcast gibt zwei Verlagen eine Bühne.

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Sayaka Murata © Takuya Sugiyama
Takuya Sugiyama

weiter lesen - das LCB im rbb - Sayaka Murata liest "Das Seidenraupenzimmer"

Alien oder Erdling? „Das Seidenraupenzimmer“ handelt von Natsuki, die sich als Außerirdische fühlt, so wenig kann sie sich mit der Umgebung identifizieren. Sayaka Murata hat Sprachnachrichten aus Tokio geschickt und ihre Übersetzerin Ursula Gräfe spricht mit Anne-Dore Krohn über Tabubrüche, Traumata und Transzendenz.

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Volker Sielaff © Amac Garbe
Amac Garbe

weiter lesen - das LCB im rbb - Volker Sielaff liest "Barfuß vor Penelope"

Mit jedem Buch erschreibt der Dresdner Lyriker Volker Sielaff sich größere Freiheiten. In seinem neuen Gedichtband huldigt er einer "mystischen Aubergine" und vielen anderen, profanen oder geheimnisvollen Dingen der Welt. Neu sind auch dokumentarische Rückblicke auf seine Heimat, die Oberlausitz. Immer ist Sielaff dabei barfuß unterwegs.
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weiter lesen - das lcb im rbb – Podcast © rbbKultur
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weiter lesen - das LCB im rbb - Thorsten Nagelschmidt liest aus "Arbeit"

Sie sind da zuhause, wo normalerweise kein Rampenlicht hinreicht: Die Menschen, die Thorsten Nagelschmidt in "Arbeit" porträtiert. Sie sind nachts wach, aber nicht, weil sie Party machen: eine Sanitäterin, eine Späti-Verkäuferin, ein Taxifahrer, ein Hostelbetreiber und einige mehr begleitet der Autor durch eine Berliner Nacht. Für "weiter lesen" liest er aus seinem Buch und erzählt, warum er seine Protagonisten aus dem Schatten ins Licht holt und wie er dafür recherchiert hat.

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Katrin Schumacher © MDR/Hagen Wolff
MDR/Hagen Wolff

weiter lesen - das LCB im rbb - Katrin Schumacher liest "Füchse"

Hühnerdieb, Halunke, Halswärmer: Der Fuchs hat sich vom listigen Schlitzohr zum Sympathieträger unserer Zeit gemausert. Die Journalistin Katrin Schumacher schnürt in ihrem Tierporträt auf seinen Spuren durch die Kulturgeschichte. Mit Anne-Dore Krohn spricht sie über ihre persönliche Leidenschaft zu Füchsen, den Fuchs als literarische Institution und Recherchen beim Kürschner und auf dem Hochsitz. Und Thorsten Dönges vom LCB erzählt von seiner Lektüreerfahrung.

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Benjamin Maack © privat
privat

weiter lesen - das LCB im rbb - Benjamin Maack liest "Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein"

Eine Reise ins Innere: Benjamin Maacks Buch ist kein Bericht über eine Depression, sondern aus einer Depression heraus. Aus seiner Holz- und Schreibwerkstatt in Hamburg erzählt er im Gespräch mit Anne-Dore Krohn von der poetischen Bearbeitung der Kliniknotizen, von schwarzem Humor und seiner Hoffnung auf mehr gesellschaftliche Offenheit.

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Jakuta Alikavazovic © Maia Flore
Maia Flore

weiter lesen - das LCB im rbb - Jakuta Alikavazovic liest "Das Fortschreiten der Nacht"

Eine Liebesgeschichte, eine Geistergeschichte, eine Kriegsgeschichte. Ein Roman über die politischen und persönlichen Auswirkungen der Angst. All das ist Jakuta Alikavazovics vierter Roman. Im Gespräch mit Natascha Freundel erzählt sie von den langen Schatten des Jugoslawienkriegs und warum sie trotz allem an Hoffnung glaubt.
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Paul Scraton © Lotte Schönig
Lotte Schönig

weiter lesen - das LCB im rbb - Paul Scraton liest "Am Rand"

Paul Scratons Interesse gilt den Landstrichen zwischen Stadt und Land, zwischen Outlet-Centern, Flüchtlingsunterkünften und Mauer-Gedenktafeln. Seit 2001 lebt der Brite in Berlin und legt mit „Am Rand. Um ganz Berlin“ einen besonderen Band vor: keinen Reiseführer, sondern eher eine Reflexion über die unscheinbaren, unpopulären Ecken, in denen manchmal die interessantesten Geschichten warten.

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