Susanne Witte © rbbKultur
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- Susanne Witte

3. April 1905 Berlin bis 27. Januar 2005 Berlin

Am Mikrofon:

Eine fremde Frau steht vor der Tür und bittet um ein Dach über dem Kopf. Sie ist Jüdin und soeben knapp der Deportation in ein Konzentrationslager entkommen. Susanne Witte nimmt die verfolgte Regina Kirschbaum bei sich auf. Teilt in den drei Jahren bis zum Kriegsende mit der untergetauchten Frau ihre Wohnung, die Lebensmittelmarken und auch die seelischen Nöte. Sie riskiert ihr Leben. Dafür wird sie im Jahre 1999 von der Gedächtnisstätte Yad Vashem in Jerusalem in die Reihe der "Gerechten der Völker" aufgenommen. Nach dem Krieg arbeitete Susanne Witte als Sozialfürsorgerin im Bezirksamt Reinickendorf und gründete als Rentnerin eine Begegnungsstätte für Senioren.

Unsere Studiogäste:
Barbara Schieb, Historikerin, Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Gedenkstätte Stille Helden
Dr. Kurt Schilde, Historiker, forscht über die Erinnerungskultur zum Nationalsozialismus in Berlin

Gedenkstätte Stille Helden: www.gedenkstaette-stille-helden.de

Bücher:
Schilde, Kurt, Jörn Jensen und Norbert Schmidt:
"Versteckt in Tiergarten Auf der Flucht vor den Nachbarn. Gedenkbuch für die im Bezirk in der Zeit des Nationalsozialismus Untergetauchten"
Weidler Verlag, 1995, 20,40 Euro

"Stille Helden - Widerstand gegen die Judenverfolgung in Europa 1933 bis 1946"
Katalog zur Dauerausstellung, Hrsg. von der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Berlin 2020, 344 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
Schutzgebühr: 10 Euro

Kurt Schilde(© privat), Susanne Witte (© Dioezesanarchiv Berlin ) und Barbara Schieb (© privat)
Bild: privat | Dioezesanarchiv Berlin | privat

… man verrät keine Leute, das macht man einfach nicht.

Kurt Schilde

… die Gefahr habe ich gekannt, aber es gab gar keine Bedenken, es nicht zu tun.

Susanne Witte

… es haben wesentlich mehr Frauen als Männer geholfen und versteckt.

Barbara Schieb

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