Manfred Stolpe © Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa
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Programmänderung - Zum Tod von Manfred Stolpe

Manfred Stolpe ist tot. Der frühere Ministerpräsident des Landes Brandenburg starb am Sonntag im Alter von 83 Jahren. Das teilte die Staatskanzlei des Landes mit. Anlässlich des Todes von Manfred Stolpe haben wir unser Programm geändert.

In der Nacht zum Sonntag verstarb Manfred Stolpe, der erste Ministerpräsident Brandenburgs. Aus diesem Grund haben wir unser Programm geändert und wiederholen ein Gespräch, dass Friederike Sittler im Oktober 2015 mit ihm führte. Der SPD-Politiker war bereits damals schwer krebskrank. Stolpe wurde 83 Jahre alt. Der Zeitpunkt des Gespräches fiel nicht nur mit dem 25 jährigen Jubiläum des Bundeslandes Brandenburg zusammen.

Angela Merkels Außenminister hieß Frank Walter Steinmeier, und die Bundesrepublik stand im Oktober 2015 –  unter dem Eindruck eines großen Flüchtlingszustroms.  Der Syrienkonflikt hatte begonnen. Der so genannte "Islamische Staat", der IS machte als brachialer Zerstörer von jahrtausende altem  Kulturgut in Mossul und Ninive Schlagzeilen. Von der LKW Maut bis zu den Stasigesprächen als Kirchenjurist reichte das Themenspektrum seiner Gastgeberin – und natürlich sprachen sie auch über eines der wichtigsten Themen Manfred Stolpes: Das alte Land Brandenburg als die neu definierte Heimat vieler Ostdeutscher nach der Wende.

Kirche, Brandenburg und SPD

Stolpe wurde 1936 in Stettin geboren. Er machte in Greifswald Abitur und studierte Rechtswissenschaft an der Universität Jena. Ab 1959 war er in der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg tätig, von 1982 bis 1990 als Konsistorialpräsident in deren Ostregion. In dieser Zeit war er zugleich stellvertretender Vorsitzender des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR. Stolpe galt als Vordenker einer Kirchenpolitik, die sich als "Kirche im Sozialismus" verstand.  

1990 trat er in die SPD ein und war bis 2002 brandenburgischer Ministerpräsident. Nach seinem überraschenden Rücktritt wurde er im Herbst des gleichen Jahres Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnwesen in der damaligen rot-grünen Bundesregierung und blieb bis Ende der Legislaturperiode 2005 im Amt.