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Sprachglosse von Vera Block - Veras Wörter: "Wertschätzen"

Worte sind nicht Schall und Rauch, das ist gerade in den heutigen Zeiten immer wieder klar. Jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt und auf seine Richtigkeit hin überprüft. Das kann anstrengend sein, es kann aber auch zu neuen Erkenntnissen führen. Unsere Reporterin Vera Block liebt es, über Sinn und Unsinn von Wörtern nachzudenken. "Wertschätzen" hält sie für ein tückisches Wort.

Manchmal kann ich mich über einzelne Wörter aufregen. Zum Beispiel "Wertschätzen".

Ein widersprüchliches Wort. Denn entweder schätzt man jemanden oder etwas hat einen Wert. Wertschätzung allerdings, so der neudeutsche Sprech, kann man erfahren.

Wie ein Mysterium. Wertschätzung ist auch ein tückisches Wort. Es scheint so vielversprechend. Und drückt dabei nichts aus. Es hat nicht die Herzlichkeit eines "Wir schätzen Sie als erfahrene Fachkraft". Und nicht die Würde eines "Ihre Leistung ist uns so viel wert". Das Wort Wertschätzung drückt bestenfalls distanzierte Sympathie aus. Und schlimmstenfalls verschleiert es Desinteresse und Knausrigkeit.

Eigentlich war ich überzeugt, dass Wertschätzung ein Mantra der Nuller-Jahre ist. Ein Wort aus Psychologie-Seminaren und Management-Workshops. Dabei wurde laut dem Grimmschen Wörterbuch bereits in Jahr 1703 in Deutschland wertgeschätzt. Bemerkenswert, dass dort als Synonyme zur Wertschätzung Hochschätzung und Wertachtung genannt werden. Zwei Begriffe, die ehrlicher und genauer sind.

Aber die Wertschätzung hat sich nun mal durchgesetzt. Wahrscheinlich liegt es an dem Beiwörtchen "Wert". Es macht aus jedem Wort ein kaufmännisches Angebot. Theaterinszenierungen sind sehenswert und Zahnarztbehandlungen lohnenswert. Ein Brettspiel spielenswert und eine Jacke tragenswert. Ein Leberfleck untersuchungswert. Und eine App herunterladenswert. Ob Erfahrung, Erkenntnis, Emotion oder Ertrag - alles unverbindliche Offerten.

Egal wie altruistisch oder immateriell eine Sache ist, mit dem Zusatz "Wert" kriegt sie einen merkantilen Beigeschmack. Für meinen Geschmack eine eher traurige Entwicklung. Oder findet es jemand gut, liebenswert zu sein, anstatt einfach geliebt zu werden?

Vera Block, rbbKultur

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