Der Jerusalemer Anwalt Jonathan Livny, Vorsitzender der israelischen Wagner-Gesellschaft; © dpa/Privat
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Provokation oder überfällig? - Israelis wollen Wagner in Tel Aviv aufführen

Ein Beitrag von Benjamin Hammer

Richard Wagner war nicht nur als Mensch antisemitisch. Auch sein Werk ist geprägt vom Antisemitismus. Und während des Holocaust wurden KZ-Häftlinge gezwungen, Hitlers Lieblingskomponisten zu spielen. All das sind Gründe, warum in Israel bis heute ein inoffizieller Wagner-Boykott gilt. Er wurde 2001 während eines Gastspieles des Dirigenten Daniel Barenboim in Jerusalem gebrochen. Für viele bis heute ein Eklat. Ein ganzes Wagner-Konzert gab es nie.

Ein Verein von israelischen Wagner-Fans will nun im September mehrere Konzerte in Tel Aviv veranstalten. Ihnen geht es nach eigener Aussage um die Musik – nicht um die Ansichten des Komponisten. Das führt zu politischen Diskussionen, der Kulturminister des Landes ist empört. Unser Korrespondent in Israel Benjamin Hammer berichtet.