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Bild: Jacky Muniello/dpa

Portrait einer Aktivistin - Femizide haben in Mexiko in der Corona-Zeit dramatisch zugenommen

Ein Beitrag von unserer Korrespondentin Anne Demmer

In der Pandemie hat die Zahl der Frauenmorde in Mexiko weiter zugenommen. Vor wenigen Tagen schossen vermummte Polizisten mit Gewehren in die Luft, als Demonstrant*innen Gerechtigkeit für den Tod von zwei jungen Frauen einforderten, die innerhalb von 24 Stunden getötet worden waren. In den sozialen Netzwerken ist die Empörung nach dem Vorfall groß. Es gab vier verletzte an dem Abend.

Auch Esenia kann es nicht fassen. „Ni una Menos – Nicht eine weniger“ hat sie sich auf ihren schwarzen Mundschutz drucken lassen. Vor vier Jahren wurde ihre Tochter getötet, weil sie eine Frau war. Seitdem engagiert sich die Mutter, besetzt die Nationale Menschenrechtskommission in Mexiko-Stadt.

Das Portrait einer Aktivistin von unserer Korrespondentin Anne Demmer.

Thema

Bei einer Demo trägt eine Frau ein Schild um den Hals: "Pandemie - Männer töten Frauen 2017 87.000 weltweit"; © dpa/Sachelle Babbar
dpa/Sachelle Babbar

25. November - Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Jeden Tag versucht irgendwo in Deutschland ein Mann, seine Partnerin oder Expartnerin umzubringen. Jeden dritten Tag gelingt es. Diese Zahlen werden in der Kriminalstatistik erst seit kurzem gesondert ausgewiesen. Seitdem ist es schwerer geworden, das Thema beiseite zu schieben. Am 25. November ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Fahnen werden gehisst, Mahnreden gehalten. Heide Oestreich überlegt, warum das alles offenbar nicht hilft.