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Sprachglosse von Vera Block - Veras Wörter: "Woke"

Worte sind nicht Schall und Rauch, das ist gerade in den heutigen Zeiten immer wieder klar. Jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt und auf seine Richtigkeit hin überprüft. Das kann anstrengend sein, es kann aber auch zu neuen Erkenntnissen führen. Unsere Reporterin Vera Block liebt es, über Sinn und Unsinn von Wörtern nachzudenken. Heute ist es das Wort "woke", mit dem sie so ihre Probleme hat ...

Manchmal kann ich mich über einzelne Wörter aufregen. Zum Beispiel "woke". Dabei bin ich nicht mal sicher, was mich mehr stört – die Bedeutung oder der Klang. Woke ist ja das englische Wort für wach und steht seit fast schon 100 Jahren, aber vor allem im letzten Jahrzehnt, für das aufmerksame Wahrnehmen von Benachteiligung und Diskriminierung. Feine Sache. Nur mit dem Wort habe ich meine Probleme.

Woke lässt mich peinlicherweise an "Vogue" denken - an Hochglanz, Mode, Anna Wintour. Das soziale Bewusstsein wird da nur bei der Frage nach den ethischen Aspekten bei Tragen der Echtpelze wach.

Woke will sich nicht in meinen Sprachgebrauch integrieren. In diesem Sommer wurde viel über dieses Wort in der deutschen Presse diskutiert, aber eher darum, wie verbissen manche Kämpfe ausgetragen werden und wie stramm manche Menschen ihre moralischen Richtschnüre spannen. Ich bin da noch gar nicht so weit. Ich kämpfe mit dem Wort an sich. Woke will nicht in mein Deutsch hinein.

Ein deutschsprachiges Äquivalent zum US-Amerikanischen woke fällt mir aber auch nicht ein. "Wachsam" geht nicht – es lässt mich an den grimmigen Adenauer denken, der ermahnt, wachsam für die kommenden Jahre zu sein. "Wacht auf!" ist zu nah am "Erwachet", da sehe ich mich sofort mit einer bunten Zeitschrift in der Fußgängerzone stehen. "Achtsam" als Alternative zu woke klingt nach teuren Meditations-Workshops in Neubau-Lofts.

Alles passt nicht, wenn es darum geht, das Gespür für Ungerechtigkeit zu schärfen und sensibler für gesellschaftliche Schieflagen zu sein.

Neulich habe ich erfahren, dass das Wort woke zunehmend von Konservativen als Schimpfwort für Progressive benutzt wird. Und die linke Szene selbst wohl immer seltener das Wort gebraucht. Angeblich, weil auch sie lieber konkreter beschreiben will, wofür sie sich einsetzt.

Der Woke-Hype schläft also ein. Mir kann´s nur recht sein. Denn es ist schwierig, eine gesellschaftliche Position zu beziehen, wenn im Kopf Bilder von Wok-Gerichten herumschwirren.

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