Sperrmauer mit Graffito von Banksy © Hartmut Pöstges/imageBroker/dpa
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Die Debatte mit Natascha Freundel, Omri Boehm und Daniel Cohn-Bendit - Israel – Kritik und Utopie

Omri Boehm: "Um Antisemitismus zu überwinden, brauchen wir mehr Vernunft. Und Vernunft gibt es nur dort, wo Menschen offen debattieren, im öffentlichen Raum."

"Israel – eine Utopie", so heißt ein provozierendes neues Buch des Philosophen Omri Boehm. "Wir sind alle deutsche Juden", so heißt der neue Film des Grünen-Politikers Dany Cohn-Bendit, der in diesem Jahr 75 geworden ist und jetzt erst sein Judentum besser verstehen möchte. Mit scheinbarer Naivität stellt Cohn-Bendit in seinem Film große Fragen, auf die Omri Boehm klare und sehr israelkritische Antworten hat. Eine Debatte über kritische Vernunft, Erinnerung an den Holocaust, Zionismus und Humanismus und die Utopie einer binationalen Republik.

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Omri Boehm, geb. 1979 in Haifa, studierte in Tel Aviv und diente beim israelischen Geheimdienst Shin Bet. In Yale promovierte er über Kants Kritik an Spinoza, heute lehrt er als Professor für Philosophie an der New School for Social Research in New York. Er ist israelischer und deutscher Staatsbürger, hat u.a. in München und Berlin geforscht und schreibt über israelische Politik in Haaretz, Die Zeit und The New York Times.

Daniel Cohn-Bendit wurde 1945 in Montabaun in der Nähe von Toulouse geboren. Seine Eltern konnten 1933 aus Berlin nach Frankreich fliehen. Er war ein führender Kopf der Pariser Mairevolution 1968, gegen seine Ausweisung riefen Demonstranten in Paris: "Wir sind alle deutsche Juden." Er war Buchhändler, Stadtmagazin-Gründer und Dezernent für multikulturelle Angelegenheiten in Frankfurt/M. Er saß für die deutschen und die französischen Grünen im Europaparlament.

Daniel Cohn-Bendit (© Georg Kumpmüller-Jahn) und Omri Boehm (© Neda Navaee)
Bild: Georg Kumpmüller-Jahn | Neda Navaee

Es gibt so phantastische Leute in Israel, und trotzdem fragt man sich: warum ist die Mehrheit der Israelis so blind gegenüber dem Leid der Palästinenser

Daniel Cohn-Bendit

Israel hat keine Zukunft, solange arabische Israelis nicht gleichberechtigte Bürger sind. In einem jüdischen Staat, der Juden Souveränität gibt, können Araber nicht gleichberechtigte Bürger sein. Den liberalen Zionismus zu verändern ist nicht einfach, aber unvermeidlich.

Omri Boehm

Bücher und Film

Omri Boehm: "Israel - eine Utopie"

Aus dem Englischen von Michael Adrian
Propyläen Verlag 2020
Gebunden, 256 Seiten
20,00 Euro

Autobiografie - Daniel Cohn-Bendit: "Unter den Stollen der Strand"

Aus dem Französischen von Frank Sieversca
Gebunden, 288 Seiten
22,70 Euro

Dokumentarfilm - Daniel Cohn-Bendit – "Nous sommes tous juifs allemands "

("Wir sind alle deutsche Juden")

Regie: Niko Apel

 

9. November

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1 Kommentar

  1. 1.

    Es gibt so phantastische Leute bei den Grünen, und trotzdem fragt man sich: warum ist die Mehrheit der Grünen so blind gegenüber dem Leid der Palästinenser unter der Terrorherschaft der Fatah und Hamas
    Gregor Sommer