#Blacklivesmatter Demonstration in Paris © pa / ZUMAPRESS / Jan Schmidt-Whitley
Bild: pa / ZUMAPRESS / Jan Schmidt-Whitley Download (mp3, 37 MB)

Die Debatte mit Natascha Freundel, Sarah Fartuun Heinze und Mahret Ifeoma Kupka - Utopie in Farbe – Brücken zwischen Schwarz, Weiß etc.

Mahret Ifeoma Kupka: "Was bedeutet das: eine rassismusfreie, besser noch diskriminierungsfreie Gesellschaft?"

Sind wir in der aktuellen Rassismus-Debatte hierzulande schon so weit, neue Brücken zwischen Schwarz und Weiß zu bauen? Die Kunstwissenschaftlerin und Kuratorin Mahret Ifeoma Kupka und die Künstlerin und Kulturelle Bildnerin Sarah Fartuun Heinze denken mit Natascha Freundel darüber nach, welche Voraussetzungen es für ein Miteinander der Hautfarben, Kulturen, Geschlechter braucht, und ob wir für diese Brücken neue Begriffe finden müssen. Ein Trialog zwischen Berlin, Cottbus und Frankfurt am Main.

Ich habe keine Lust mehr, darüber zu diskutieren, ob man jetzt das N-Wort sagen darf. Es gibt so viel interessantere Dinge, die wir besprechen können. Wenn die Räume diverser, vielfältiger sind, ist auch Schwarz eine von ganz vielen Kategorien. Wenn man sich überlegt, wie viele Theater einfach nicht barrierefrei sind: Wo ist der Aufzug? Du kommst nicht in den dritten Rang, schade für dich. Kommst du ins Foyer, nein, ist uns auch egal. Wenn das Theater wirklich die Institution sein möchte, die in Gesellschaft transformierende Prozesse einwirkt, dann geht es nur mit einer machtkritischen Perspektive.

Sarah Fartuun Heinze

Es geht ja nicht allein darum, schwarze Perspektiven einzubringen. Es geht natürlich auch um ganz viele andere Perspektiven, die bislang nicht vorkommen. Deswegen heißt es im Moment erst mal: Wer ist eigentlich so alles da? Und was wird gebraucht, um eine Zukunft, die jetzt vielleicht noch utopisch klingen mag, überhaupt erst mal zu denken? Eigentlich müsste ich dankbar dafür sein, dass mir eine Person, die die Welt anders erlebt, mir das erzählt, weil das Informationen sind, die ich nicht haben kann. Die ich aber brauche, um eine inklusive Gemeinschaft gestalten zu können.

Mahret Ifeoma Kupka
Sarah Fartuun Heinze (© Dr. Bernd Seydl) und Mahret Ifeoma Kupka (© Marina Ackar)
Sarah Fartuun Heinze und Mahret Ifeoma Kupka | Bild: Dr. Bernd Seydl | Marina Ackar

Sarah Fartuun Heinze

1989 in Marka (Somalia) geboren, ist Schwäbin, queer, lebt in Cottbus und arbeitet als multidisziplinäre freiberufliche Künstlerin und Kulturelle Bildnerin an der Schnittstelle zu Theater, Games, Musik und Empowerment. Sie versteht sich als Ästhetische Forscherin, ist Teil der Initiative Creative Gaming und als freiberufliche Journalistin Teil der Neuen Deutschen Medienmacher:Innen. Momentan arbeitet sie im Auftrag der Bildungsstätte Anne Frank als Autorin und Dramaturgin mit Playing History an zwei Serious Games zum Thema Radikalisierungsprävention im Netz.

Sarah Fartuun Heinze: "Warum ich bleibe", in: "Kultur und Politik im prekären Leben. Solidarität unter Schneeflocken", hrsg. v. Timo Klattenhoff u.a., Neofelis Verlag 2020

www.sarah-fartuun-heinze.de

Mahret Ifeoma Kupka

Dr. Mahret Ifeoma Kupka ist Kunstwissenschaftlerin, freie Autorin und seit 2013 Kuratorin für Mode, Körper und Performatives am Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main. In ihren Ausstellungen, Vorträgen, Texten und interdisziplinären Projekten befasst sie sich mit den Themen Zukunft, Erinnerungskultur, Repräsentation und der Dekolonisierung von Kunst- und Kulturpraxis in Europa und auf dem afrikanischen Kontinent. Sie ist Beiratsmitglied der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) e.V. und Sprecherin der Neuen Deutschen Museumsmacher:innen.

www.mahretkupka.de

Podcast abonnieren

Podcast | Der zweite Gedanke © rbbKultur

Debatte mit Natascha Freundel & Gästen - Der Zweite Gedanke

Hier geht es um alles, was unser Miteinander betrifft: Bildung, Demokratie, Freiheit, Klima, Städtebau - Themen und Fragen unserer Zeit. rbbKultur-Redakteurin Natascha Freundel spricht mit zwei Gästen, die wissen, wovon sie reden. Philosophisch und persönlich. Kritisch und konstruktiv. Immer auf der Suche nach dem zweiten, neuen Gedanken.

Thema

Podcast | Der zweite Gedanke © rbbKultur
Cheriss May/NurPhoto/dpa

Februar 2021 - Black History Month

Mit dem "Black History Month" feiern Schwarze Menschen im Februar weltweit ihre Geschichte und Kultur. Entstanden ist die Initiative in den USA und Kanada. Aber auch in Deutschland werden mit verschiedenen Veranstaltungen afrodeutsche Geschichte und Persönlichkeiten gefeiert, und es wird auf Rassismus aufmerksam gemacht. Auch wir auf rbbKultur schauen im Februar verstärkt auf Schwarze Geschichte und Menschen.

 

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Kommentarfunktion zum Kommentieren von Beiträgen.