Alle Menschen sind gleich aber manche sind reicher © Kira Hofmann/dpa
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Die Debatte mit Natascha Freundel, Julia Friedrichs und Rainer Hank - Arbeit fürs Leben

"Der Wunsch, dass Menschen aus ihrer Anstrengung heraus etwas aufbauen wollen, ist universell." (Julia Friedrichs)

Wird die Kluft zwischen Arm und Reich immer tiefer, wie es oft heißt?

Die Reporterin Julia Friedrichs hat die Protagonisten ihres Buchs "Working Class" ein Jahr lang begleitet, bis in die Corona-Krise hinein. Sie erzählt von Menschen mit ganz unterschiedlichen Bildungs- und Lebenswegen, die hart arbeiten und doch kaum über die Runden kommen. Die untere Mittelschicht, so Friedrichs, könne kein Vermögen aufbauen. Doch "der Wunsch, dass Menschen aus ihrer Anstrengung heraus etwas erreichen, ist universell."

Der Wirtschaftsjournalist Rainer Hank dagegen sagt: "Deutschland ist ein relativ egalitäres Land." Es gehe uns im Moment so gut wie noch nie, wenn man die Corona-Pandemie einmal ausklammere. Er meint, dass die Loyalität zur eigenen Familie oder zur eigenen Herkunft Klassenunterschiede begründet.

Ich möchte, dass Menschen in der Lage sind, aus ihrer Arbeit heraus ihr Leben frei gestalten zu können. Und ich glaube, dafür müssten die Bedingungen anders sein.

Julia Friedrichs

Deutschland ist ein relativ egalitäres Land. Es geht uns im Moment so gut wie noch nie, wenn wir die Corona-Pandemie für einen Moment ausklammern.

Rainer Hank

Gäste

Julia Friedrichs (@ Andreas Hornoff) und Rainer Hank (© Helmut Fricke)
Bild: Andreas Hornoff | Helmut Fricke

Julia Friedrichs, geboren 1979 in Westfalen, ist Reporterin, Filmemacherin und Autorin. Ihre Dokus „Ungleichland“, „Heimatland“ und „Neuland“ (dokupy) wurden u.a. mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Zu ihren Büchern gehören „Gestatten: Elite. Auf den Spuren der Mächtigen von morgen“ (2008), „Deutschland dritter Klasse. Leben in der Unterschicht“ (mit Eva Müller und Boris Baumholt; 2009) und „Wir Erben. Was Geld mit Menschen macht“ (2015). In ihrem aktuellen Buch „Working Class“ (Berlin Verlag) zeigt sie, dass viele Menschen in Deutschland arm sind, auch wenn sie Vollzeit arbeiten.

Rainer Hank, geboren 1953 in Stuttgart, ist Wirtschaftsjournalist und Autor. Bis 2018 leitete er die Wirtschafts- und Finanzredaktion der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Heute ist er für verschiedene Medien tätig, u.a. für die FAS mit seiner wöchentlichen Kolumne „Hanks Welt“. Sein Buch „Lob der Macht“ (2017) war für den Deutschen Wirtschaftspreis nominiert. In seinem neuen Buch „Die Loyalitätsfalle. Warum wir dem Ruf der Horde widerstehen müssen“ (Pengiun Verlag) beschreibt er Loyalität - zur Familie oder Firma - als Einschränkung der Freiheit und fordert mehr Mut zur Souveränität.

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Podcast | Der zweite Gedanke © rbbKultur

Debatte mit Natascha Freundel & Gästen - Der Zweite Gedanke

Hier geht es um alles, was unser Miteinander betrifft: Bildung, Demokratie, Freiheit, Klima, Städtebau - Themen und Fragen unserer Zeit. rbbKultur-Redakteurin Natascha Freundel spricht mit zwei Gästen, die wissen, wovon sie reden. Philosophisch und persönlich. Kritisch und konstruktiv. Immer auf der Suche nach dem zweiten, neuen Gedanken.

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