Deutsche Botschaft in Prag, 1989
Wartende DDR-Bürger vor der deutschen Botschaft in Prag, 1989 | Bild: imago images / Sven Simon

30 Jahre friedliche Revolution - Letzter Ausweg - Prag

Die Botschaftsflüchtlinge vom Palais Lobkowicz

Von Tobias Barth

Etwa 70.000 Menschen sollen es gewesen sein, die auf dem Weg über die Prager Botschaft die DDR verließen. Wie aber kam es zu der Lösung, von der einige Politiker sagen, dass diese Ausreisewelle bereits das Ende der DDR ankündigte?

"Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise ...". Der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher wird von einem gewaltigen Jubelschrei unterbrochen. Das Warten hatte ein Ende gefunden an diesem 30. September 1989.

Aber kaum verließen die ersten Flüchtlinge das Gelände der BRD-Botschaft in Richtung Bundesrepublik, kamen weitere DDR-Bürger, um über Prag in den Westen auszureisen. Einige von ihnen hielten sich wochenlang in der Botschaft auf. Insgesamt sollen es 70.000 Menschen gewesen sein, die auf diesem Weg die DDR verließen, so der Botschafter Hermann Huber.

Erst als am 3. November die tschechoslowakische Regierung DDR-Bürgern, die sich in der bundesdeutschen Botschaft aufhielten, die direkte Ausreise über die Grenze erlaubte, entspannte sich die Situation im Palais Lobkowicz.

Aber wie kam es zu der Lösung, von der einige Politiker sagen, dass diese Ausreisewelle bereits das Ende der DDR ankündigte?

Mit Brigitte Röttgers, Friedhelm Ptok
Regie: Sabine Ranzinger
Produktion: MDR 1999