Leipzig, Montagsdemonstrationen
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30 Jahre friedliche Revolution - Leipzig – 9. Oktober 1989

Während im Oktober 1989 in Leipzig fast 100 000 Menschen auf die Straßen gingen, um zu demonstrieren, boten die sowjetischen Streitkräfte, an Gorbatschow vorbei, der Ostberliner Parteiführung an, Panzer nach Leipzig zu schicken.

Von Peter-Hugo Scholz

Wir wussten, dass sich etwas bewegt, und wir kannten natürlich auch die Friedensgebete in der Nikolaikirche. Wir konzentrierten uns auf den 9. Oktober, und da wussten wir, dass sich an diesem Tag so ziemlich alles entscheiden würde.

Reinhard Bohse, Mitbegründer des Leipziger Neuen Forum

Während die Massen im Herbst 1989 in Leipzig auf die Straße gingen, um zu demonstrieren, liefen die geheimen "WTsch"-Telefonleitungen zwischen den sowjetischen Truppen und der SED-Parteiführung in Ost-Berlin heiß. Boris Snetkow, Leiter der Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte, bot, an Gorbatschow vorbei, der Ostberliner Parteiführung an, Panzer nach Leipzig zu schicken. Anhand von Originalton-Interviews mit ehemaligen Demonstranten, dem ehemaligen Polizeichef von Leipzig, Gerhard Straßenburg, sowie bisher unveröffentlichten Tagebuchauszügen von Wolfgang Herger, damaliger Abteilungsleiter für Sicherheitsfragen beim ZK der SED, rekonstruiert der Autor die dramatischen Abläufe hinter den Kulissen.

Von Peter-Hugo Scholz
Regie: Ingo Colbow
Produktion: MDR 2009