DDR Reporter
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- Ein DDR-Fernsehteam unter fremder Flagge

Die "Nordreporter" haben ihren Firmensitz in Stockholm. Doch eigentlich arbeiten die Reporter und Kameraleute für das DDR-Fernsehen.

Von Michael Hartlep und Naomi Conrad

Rote Reporter – als Schweden getarnt. Das "DDR"-Fernsehen lässt eine schwedische Firma für sich in der Bundesrepublik arbeiten. Diese Schweden-Filme wertet auch das Ministerium für Staatssicherheit in Ost-Berlin aus.

Bildzeitung 1977

Sie nennen sich "Nordreporter" und haben ihren Firmensitz in Stockholm. Doch die schwedische Firma ist nur eine Tarnorganisation. Eigentlich arbeiten die Reporter und Kameraleute für das DDR-Fernsehen.

Die Nordreporter liefern das, was die offiziell akkreditierten DDR-Korrespondenten nicht liefern können: Berichte über Berufsverbote, Rüstung, aber auch Auslandsreportagen zur Apartheid in Südafrika und zur Militärdiktatur in Griechenland. In beide Länder durften Journalisten aus sozialistischen Staaten nicht einreisen.

Die Zusammenarbeit funktioniert gut, bis dem Kameramann Franz Dötterl der Erfolg zu Kopf steigt. Es entbrennt ein Machtkampf, der die höchsten Kreise des Staates involviert und schließlich vor Gericht ausgetragen wird mit der Folge, dass die Nordreporter ins Visier der Staatssicherheit geraten.