Günter Gaus, Publizist und frühere Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in der DDR © dpa-Zentralbild
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Günter Gaus um 90. Geburtstag - Der ständige Vertreter

Günter Gaus war Journalist. 1973 wurde er Staatssekretär unter Bundeskanzler Willy Brandt. Der Leitgedanke "Wandel durch Annäherung" bestimmte die Ost- und Deutschlandpolitik. Gaus wurde Diplomat und als dauerhafter Vertreter der BRD in der DDR eingesetzt.

Er war misstrauisch, weil ich ihm gesagt hatte: Das ist eine Eisbrecherfunktion. Denn das wird stilbildend sein für eine noch nicht überschaubare Zeit des Nebeneinanders der beiden deutschen Staaten.

Egon Bahr

"Ich stehe links von der Mitte", sagte Günter Gaus, "doch manchmal habe ich den Eindruck, dass ich an den linken Rand gerutscht bin, was nicht daran liegt, dass ich mich verändert habe, sondern, dass die Gesellschaft mit atemberaubender Geschwindigkeit rechts an mir vorbeigezogen ist."

Gaus begründete als Journalist 1963 die legendäre Interviewreihe "Zur Person". Er war Rundfunkintendant, Chefredakteur des "Spiegel" und bis zu seinem Tod 2004 politischer Schriftsteller. Mit seiner radikalen Kritik an den Verhältnissen in der BRD und seinem Eintreten für ostdeutsche Belange hatte sich Günter Gaus zunehmend auf einsamem Posten befunden.

Ein Porträt des "nichtpraktizierenden Anarchisten".

Von Steffen Lüddemann
Regie: Klaus Zippel
Produktion: MDR 2004