Sächsisches Krankenhaus Altscherbitz © Jan Woitas/dpa
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- Die Kinder von Station 19

Die meisten Patienten der Leipziger Psychiatrie fristeten auf sogenannten "Verwahrstationen" ein menschenunwürdiges Dasein. Was erlebten diese Menschen? Und was hat der Aufenthalt in der Verwahrstation mit ihnen gemacht?

Sein Handgelenk ist an einer der Bettstangen angebunden. Als ich mich über sein Bettgitter beuge, reagiert es nicht. Seine Augen schauen ins Leere, als sei es längst aus der Welt getreten.

Erinnerung der Autorin

Die Leipziger Psychiatrie war seit den frühen 1970er Jahren berühmt für ihre sozialtherapeutischen Arbeitsweisen und genoss auch international Anerkennung. Doch die meisten psychiatrischen Patienten lebten auf sogenannten Verwahrstationen. Die Bedingungen waren von Mangel geprägt und desaströs.

Tausende psychisch Kranke und geistig Behinderte lebten dort ein menschenunwürdiges Dasein. Marie von Kuck lernte 1990 als Hilfskraft die Kinderstation in Altscherbitz kennen.

Kurze Zeit nach der Wende wurden die Stationen geschlossen und aus Altscherbitz fast 600 Menschen entlassen. Die meisten hatten fast ihr ganzes Leben dort verbracht. Wer waren sie und was ist aus ihnen geworden?

Von Marie von Kuck
Regie: Beatrix Ackers
Produktion: Dlf/MDR/WDR 2020
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