Vladimir Nabokov © CSU Archives/Everett Collection/dpa
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Russische Autorinnen und Autoren in Berlin - Zuhause in fremder Sprache

In den 1920er Jahren war Vladimir Nabokov Berlins berühmtester Exilschriftsteller. Er war arrogant gegenüber der deutschen Kultur. Heute arbeiten russische AutorInnen in einem literarischen Biotop, schreibend in fremder Sprache.

Am Anfang nimmt sich jeder Ausgewanderte vor, so schnell wie möglich deutsch zu werden, zu wirken, zu ticken. Ein mit tückischen Stolpersteinen übersäter Weg: Der deutsche Humor ist unverständlich, die deutschen Heringe sind ungenießbar, und die hiesigen Sitten und Feste undurchschaubar.

Von Michael Reitz

Vladimir Nabokov ist der bekannteste russische Exilliterat im Berlin der Zwischenkriegszeit. Nicht nur, weil er hier von 1922 bis 1937 insgesamt acht Romane veröffentlicht, sondern auch, weil er aus seiner Abneigung gegen die Deutschen und ihre Sprache, die er absichtlich nicht lernte, keinen Hehl machte. Heute leben wieder zahlreiche Autorinnen und Autoren aus der ehemaligen UdSSR in Berlin, veröffentlichen ihre Texte sowohl auf Deutsch als auch auf Russisch. Sie haben eine eigene literarische Künstlerszene geschaffen, die sich nicht abschottet, sondern mittlerweile fester Bestandteil des kulturellen Lebens ist. Wie leben und arbeiten sie in diesem literarischen Biotop, schreibend in fremder Sprache?


Regie: Alice Elstner
Produktion: rbb 2020
- Ursendung -