Fernsehkamera vor dem Bundeskanzleramt, Berlin; © dpa/Karl-Heinz Spremberg
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Ausgezeichnet mit dem Alternativen Medienpreis 2020 - Der Wahrheit verpflichtet

Über den Machtverlust des Journalismus

Journalisten und ihre Medien sind mit wachsenden Zweifeln und offenem Hass konfrontiert. Autokraten erklären klassische Medien und ihre Macher zu "Feinden des Volkes". Und, wie man in den USA sehen konnte, manchmal werden Journalisten auch zur Zielscheibe von Polizisten. Werden angegriffen, verhaftet, müssen mancherorts sogar um ihr Leben fürchten. Auch in Europa.

Einen "weltweiten Angriff auf Journalisten und den Journalismus" diagnostiziert Arthur Gregg Sulzberger, Herausgeber der New York Times, "auf das Recht der Öffentlichkeit auf Information, auf demokratische Grundwerte, auf das Konzept der Wahrheit an sich".

In vielen Ländern verliert das Publikum zunehmend sein Vertrauen in die klassischen Medien. Längst bieten neue Plattformen, vor allem im Internet, "alternative Fakten", die perfekt auf Geist und Lebensgefühl ihrer jeweiligen Zielgruppe zugeschnitten sind. Fakten werden dort gezielt durch Emotionen ersetzt, Wahlkämpfe per WhatsApp oder Facebook gesteuert.

Wie kam es dazu?
Was haben etablierte Medien selbst zu diesem Vertrauensverlust beigetragen? Zerstören Konkurrenzdruck und Sparzwang die Qualität ihrer Berichterstattung? Macht sie selbstverliebtes Storytelling, das auch vor Fälschungen nicht zurückschreckt, unglaubwürdig? Was ist wahr, was fake? Mit welchen Methoden werden Fakten überhaupt überprüft?

Tom Schimmeck beleuchtet in diesem ARD radiofeature die Erosion medialer Wahrheit in Zeiten grassierender Empörung, viral verbreiteter Verschwörungstheorien und massenhafter Fälschung an konkreten Beispielen und lässt Journalisten aus aller Welt zu Wort kommen.

Von Tom Schimmeck

Regie: Nikolai von Koslowski
Produktion: SWR 2020