Wiga, Ina und Veronika (v.l.n.r.) aus dem Gebiet um Tschernobyl zu einer dreiwöchigen Kur in Leipzig © dpa/Waltraud Grubitzsch
Bild: dpa/Waltraud Grubitzsch

- Gespräche mit Lebenden und Toten

Nach dem Roman "Tschernobyl - Eine Chronik der Zukunft"

Das Erlebnis der Tschernobyl-Katastrophe ist, so Swetlana Alexijewitsch, etwas, "wofür wir noch kein System von Vorstellungen, noch keine Analogien oder Erfahrungen haben, wofür nicht einmal unser bisheriger Sprachschatz ausreicht."

Über mehrere Jahre hat sie mit Menschen gesprochen, für die der GAU vom 26.04.1986 zum zentralen Ereignis ihres Lebens wurde. Ihr Roman: "Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft" ist ein Chor lebendiger Stimmen. Als einfühlsame Chronistin verzichtet Alexijewitsch auf jegliches Pathos - und gerade deshalb ist ihre Niederschrift vielleicht das eindrucksvollste Dokument der Nuklearkatastrophe.

Frank Werners Radiofassung aus dem Jahr 1999 verdichtet die Vielzahl der Berichte, ohne das Spektrum der Aussagen, denen die Autorin eine Stimme gegeben hat, wesentlich zu verkleinern. Das Stück wurde 1999 zum Hörspiel des Jahres gewählt.

Von Swetlana Alexijewitsch in Bearbeitung von Frank Werner

Übersetzung aus dem Russischen von Ingeborg Kolinko

Regie: Ulrich Gerhardt
Produktion: SR/NDR/WDR/SFB-ORB 1999

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