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- Kunst und Politik

von documenta bis Restitution

Folge 1 - documenta I: Imagewechsel

Kassel an der innerdeutschen Grenze macht die Ausstellung für die junge Bundesrepublik interessant, um sich gegen die neue DDR abzugrenzen. Bundespräsident Theodor Heuss glaubt an moderne Kunst als Ausdruck der Freiheit und wird Schirmherr. Arnold Bode, Gründer der documenta, holt Werner Haftmann als Kunsthistoriker an Bord. Haftmann streicht aus seiner Biografie seine frühere SA-Mitgliedschaft und stilisiert Emil Nolde zum Opfer der Nationalsozialisten. Um den Blick nicht zu genau auf die NS-Verbrechen zu lenken, zeigt die documenta I keine Werke jüdischer Künstler:innen, die in Konzentrationslagern ermordet wurden.

Von Ralf Homann und Mareike Maage

Produktion: rbb 2021
- Ursendung -

Der Staat hat die Kunst immer wieder benutzt, um Politik oder Geld zu machen. Künstler:innen, die das Image der jungen Bundesrepublik gefährdeten, wurden nicht gezeigt. In der DDR wurden Sammlerbestände enteignet und Kunst in den Westen verkauft. Heute muss sich der Staat positionieren und, von der NS-Raubkunst bis zum kolonialen Humboldt Forum, Lösungen für das Unrecht der Vergangenheit finden.

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