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- Moskau, das Dritte Rom und das Heilige Russland

Die russische Orthodoxie als Retterin des Abendlandes

Von Jürgen Buch

Die Krim sei den Russen so heilig wie Juden und Muslimen der Tempelberg, recht-fertigte Russlands Präsident Wladimir Putin die Annexion der Halbinsel 2014 in seiner Rede zur Lage der Nation. Und die orthodoxe Kirche sieht dieses "Heilige Russland" auf gutem Weg. Der Patriarch von Moskau, Kyrill, lobt Putin als Vertreter russischer Interessen und betont, die traditionellen Werte hätten Vorrang vor dem Konzept der allgemein gültigen Menschenrechte.

Seit im 16. Jahrhundert die Idee von Moskau als dem Dritten Rom entstand, ist in der russischen Kirche, im Volk und in der Politik die Rede von Russlands Mission bei der Verteidigung christlicher Werte durch die russische Nation. Das heilige, gläubige Russland wird so dem individualisierten, säkularisierten und dekadenten Westen entgegengestellt. Wo steht die russische Orthodoxie heute? Und wie prägt sie Staat und Gesellschaft?