Martin Schwab © Reinhard Werner/Burgtheater
Reinhard Werner/Burgtheater
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- Aus der Tiefe

Nach einer poetischen Annäherung an die Dichterin Anette von Droste Hülshoff und einer Auseinandersetzung mit der Krankheit "Demenz". Im Zentrum des Hörspiels steht der Prozess des Sterbens und des Abschiednehmens vom eigenen Leben.

Ich will mich nur wesentlichen Gegenständen widmen, indem ich mir immer wieder klar mache: Vita brevis.

Max von Pufendorf © rbb/Thomas Ernst
Bild: rbb/Thomas Ernst

Am Anfang wie am Ende Dunkel, unter den Augenlidern eine Spur von Licht. Dunkelorange, violett. Ein Flackern, ein Flüstern. Ein Säuseln. Ein Mensch stirbt. Zeitlebens war er ein Arbeitstier, Familienmensch, Wissenschaftler, Theologe. Nun hängt er am Dialysegerät, beobachtet seinen Verfall. Spürt, wie alle Lebensfunktionen schwinden, wie er physisch zum Schatten seiner selbst wird, abhängig von Pflege und Medizintechnik. Der Geist jedoch scheint davon abgehoben. Alles ist präsent: geplante Arbeiten, Texte, die noch nicht verfasst sind, griechische Vokabelreihen, Gedanken, die der Niederschrift harren, Lieder, Erinnerungen an die Kindheit und die eigenen Kinder. Der Geist kämpft – kämpft gegen den Verfall, so lange es geht. Irgendwann geht es dann nicht mehr.

Von Ruth Johanna Benrath
Mit Martin Schwab und Max von Pufendorf
Regie: Christine Nagel
Produktion: rbb 2018