Die Schauspielerin Irm Hermann im kulturradio-Studio; Foto: Carsten Kampf
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- Sehr selten habe ich geweint

Original Tagebuch- und Brieftexte aus dem 2. Weltkrieg bieten einen Einblick in Leben und Gedanken der Beteiligten. So wird ein Blick hinter die Fassaden des Krieges möglich.

Oft ertappe ich mich dabei, zu wünschen, dass der Krieg aus sein möge, wenngleich mit einer Niederlage.

Lilo G., 09.12.1943

"Weinen ist kein Ausweg, solange man in den Dingen steht. Erst wenn ich wieder bei Euch bin, im Ausruhen und Überwinden, werden wir sehr viel weinen müssen ...". Aus einem der letzten Briefe des Lehrers Robert R. an seine Frau – Russland, November 1941. Noch immer verhindert ein Tabu die Klärung der Geschichte des Dritten Reiches: Das Tabu der Frage nach der persönlichen Beteiligung. Die Tagebuch- und Brieftexte ermöglichen einen Blick hinter die Fassaden, einen Blick auf die geheimen Gedanken derer, die den Krieg durchführten oder ertrugen, hassten oder verteidigten, die überlebten oder starben. Sie geben den Beteiligten von damals individuelle und sehr widersprüchliche Gesichter.

Von Ingrid Hammer

Mit Michael Kausch, Veit Schubert, Kay Schulze, Irm Hermann, Angela Schanelec, Anneliese Römer

Bearbeitung: Peggy Lukac
Regie: Holger Rink
Produktion: SFB 1993

75 Jahre Kriegsende