Thomas Bernhard auf seinem Vierkanthof in Obernathal/Ohlsdorf; © dpa/Brigitte Hellgoth
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- Der Bauer zu Nathal

Thomas Bernhard und die Architektur
Eine Sendung von Florian Ehrich

Im Winter 1965, zwei Jahre nach seinem gefeierten Romandebüt "Frost", kauft der österreichische Schriftsteller Thomas Bernhard im Voralpenland bei Gmunden einen uralten Vierkanthof.

"Mein Haus ist mein Hof, den ich mir vor einem Jahr gekauft habe, der fruchtlosen Irritationen überdrüssig, mein Hof, von dem ich glaube, dass er mich nicht umbringen, sondern züchtigen für die Zukunft, auf mein Ziel konzentrieren, und so wenig als möglich konfus machen wird. Das Objekt ist, jahrhundertealt, vor dem Höllengebirge gelegen, in einer Gegend, die ich, der Herkunft und Vorliebe nach schon immer als meine engere Heimat betrachtet habe."  Thomas Bernhard

Die Instandsetzung des ruinösen Gemäuers wird zu einem zentralen Lebensinhalt des Dichters, sowohl persönlich als auch ästhetisch. In seinem Schreiben nimmt die Beschäftigung mit Architektur einen breiten Raum ein, besonders deutlich in den Romanen "Korrektur" und "Auslöschung".

Aufzuwachen und ein Haus zu haben -
Dieses Irgendwo und Wie!
Unentwegt nach Frucht zu graben,
eine eigene Quelle haben -
Du erreichst es nie!

Für den Kulturtermin Literatur hat Florian Ehrich Bernhards Hof in der Gemeinde Ohlsdorf nahe Gmunden am Traunsee besucht und u.a. mit seinem Halbbruder Peter Fabjan gesprochen – eine Sendung über ein ungewöhnliches Dichterhaus und die geheimnisvollen Bauten in Bernhards Werk.