Der Schriftsteller Christoph Hein hält am 4. November 1989 während der Großdemonstration auf dem Alexanderplatz in Berlin eine Rede; © dpa/Hubert Link
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- "Wir treten aus unseren Rollen heraus"

DDR-Theater im Herbst 89

Im Jahr 1989 waren die Theater in der DDR – abgesehen von den Kirchen – die einzigen Orte, an denen sich Widerstand gegen die Zustände im Lande öffentlich artikulieren konnte. In Aufführungen und Debatten. An vielen Häusern formierte sich ein starker Wille für politische Reformen.

Auf die Lethargie der SED-Führung, die Massenflucht junger Leute und die Polizeigewalt gegen Demonstrierende reagierte Anfang Oktober das Staatsschauspiel Dresden: "Wir treten aus unseren Rollen heraus", hieß es nach jeder Vorstellung. Theaterleute aus allen Ecken des Landes beschlossen Mitte Oktober im Deutschen Theater Berlin, am 4. November eine Protest-Demonstration für Presse- und Versammlungsfreiheit auf dem Alexanderplatz abzuhalten. Sie sollte, wie sich herausstellte, zur größten in der Geschichte der DDR werden.

Die Sendung zeigt – auch anhand bislang unbekannter Tondokumente – den Weg der DDR-Bühnen im revolutionären Herbst '89. Zu Wort kommen unter anderem die Regisseure Christoph Schroth und Wolfgang Engel, die Schauspielerinnen Johanna Schall, Ruth Reineke und Jutta Wachowiak, ihre Kollegen Thomas Neumann und Lutz Blochberger sowie der Dramatiker Christoph Hein.

Eine akustische Spurensuche von Roland Schneider