Britta Jürgs © Nadine Kreuzahler
Bild: Nadine Kreuzahler

- Die Kurt-Wolff-Stiftung wird 20

Was brauchen unabhängige Verlage heute, um zu überleben? Was sind die größten Herausforderungen für sie aktuell? Was wünschen sie sich von der Politik? Darüber spricht Nadine Kreuzahler im Literarischen Gespräch mit Britta Jürgs, Verlegerin und Vorstandsvorsitzende der Kurt-Wolff-Stiftung.

"Die größte Herausforderung ist immer, überhaupt weiter zu existieren", sagt Britta Jürgs. In den vergangenen 20 Jahren habe sich viel verändert für Verleger und Verlegerinnen. Das Buch muss mit Smartphone und Streamingdiensten konkurrieren.  Buchhandlungen mussten schließen. Der Zwischenbuchhändler KNV ist im letzten Jahr pleite gegangen und ein anderer großer Zwischenbuchhändler, Libri, hat ein Viertel seiner Bücher aussortiert. Eine Katastrophe für kleine Verlage und Buchhandlungen, denn: viele Bücher sind jetzt nicht mehr zu finden und nicht mehr wie sonst über Nacht bestellbar.

Die Kurt-Wolff-Stiftung freut sich über die Aufstockung des Kurt-Wolff-Preisgelds von 26.000 auf jetzt 35.000 Euro. Auch der im letzten Jahr zum ersten Mal verliehene Deutsche Verlagspreis wird von Kulturstaatsministerin Monika Grütters noch einmal mit mehr Geld ausgestattet. Aber nachhaltiger sei eine strukturelle Förderung, so Britta Jürgs.

Mehr über Hintergründe, Herausforderungen und Stimmung in der Branche im Literarischen Gespräch bei rbbKultur mit Nadine Kreuzahler.

Zur Person

Britta Jürgs, geboren in Frankfurt am Main, Studium der Germanistik, Romanistik und Kunstgeschichte in Frankfurt am Main, Paris und Berlin. 1997 gründet sie den AvivA Verlags. Sie ist Herausgeberin von Büchern zu Frauen in der Kunst- und Literaturgeschichte. Auf der Frankfurter Buchmesse 2011 wurde Jürgs als "BücherFrau des Jahres" ausgezeichnet. 2019 mit dem Deutschen Verlagspreis ausgezeichnet. Seit 2015 ist Britta Jürgs Vorsitzende der Kurt Wolff Stiftung.

Die Kurt-Wolff-Stiftung

Wurde am 17. Oktober 2000 von unabhängigen Verlegerinnen und Verlegern sowie dem damaligen Kulturstaatsminister Dr. Michael Naumann gegründet. Die Stiftung ist nach dem Verleger Kurt Wolff benannt. Er lebte und wirkte von 1887 bis 1963 in Leipzig und München und verlegte Schriftsteller*innen wie Georg Trakl, Franz Kafka, Erich Mühsam, Else Lasker-Schüler, Heinrich Mann.

Die Kurt-Wolff-Stiftung versteht sich als Interessenvertretung unabhängiger deutscher Verlage.