Das undatierte s/w-Porträt aus den 1960er Jahren zeigt den Lyriker Paul Celan; © dpa/Richard Koll
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Zum 50. Todestag - Paul Celan - ein zerrissener Dichter

"Es gibt keine Zeile, die nichts mit meiner Existenz zu tun hätte."

Der 1920 im heute ukrainischen Czernowitz geborene Paul Celan hat mit dem Jahrhundertgedicht "Todesfuge" seiner Mutter ein "Grab in den Lüften" gegeben. Die Eltern wurden von den Nazis ermordet, das Trauma grundiert etwa 800 Gedichte. Aber in Deutschland will man in den Fünfziger- und Sechzigerjahren davon nichts wissen.

Die Sendung zeichnet das Bild eines zerrissenen Dichters. 1970 begeht er Selbstmord. Der Suhrkamp Verlag veröffentlichte unlängst seine Briefe neu. Herausgeberin Barbara Wiedemann, der Czernowitzer Experte Petro Rychlo sowie Celans ehemaliger Lektor Klaus Reichert kommen zu Wort.

Eine Sendung von Dunja Welke

Mehr

Wolfgang Emmerich: "Nahe Fremde. Paul Clean und die Deutschen"
Wallstein Verlag 2020

Paul Celan liest "Ich hörte sagen – Gedichte und Prosa"
Der Hörverlag, München 1997/2004, ISBN 3-89940-450-5, Doppel-CD

"etwas ganz und gar Persönliches. Paul Celan: Briefe 1934-1970"
Herausgegeben von Barbara Wiedemann
Suhrkamp Verlag 2019, ISBN 978-3-518-42888-7

"Paul Celan – Die Goll-Affäre. Dokumente zu einer 'Infamie'"
Zusammengestellt, herausgegeben und kommentiert von Barbara Wiedemann
Suhrkamp Verlag 2000

Klaus Reichert: "Erinnerungen und Briefe. Paul Celan"
Suhrkamp Verlag 2020, ISBN 978-3-518-42926-6

Paul Celan: "Die Gedichte, Neue kommentierte Gesamtausgabe"
Herausgegeben und kommentiert von Barbara Wiedemann
Suhrkamp Verlag 2018

Thomas Sparr: "Die Todesfuge. Biografie eines Gedichts"
Deutsche Verlags-Anstalt 2020

Helmut Böttiger: "Celans Zerrissenheit. Ein jüdischer Dichter und der deutsche Geist"
Galiani Verlag 2020

Helmut Böttiger: "Wir sagen Dunkles. Die Liebesgeschichte zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan"
Deutsche Verlags-Anstalt 2017

John Felstiner: "Paul Celan. Eine Biografie"
Deutsch von Holger Fliessbach, C.H. Beck Verlag, 3. Auflage 2014