- Von der "Banalität des Guten": Herta Zerna

Portrait einer unbesungenen Heldin

1988 stirbt Herta Zerna in Berlin-Zehlendorf arm, vereinsamt und als enttäuschte Sozialistin. Dabei hätte ihr wenigstens eine auskömmliche Rente gebührt. Herta Zerna, die 1907 in Moabit in einfachsten Verhältnissen geboren wurde und sich zur Journalistin hoch arbeitete, leistete während der Nazi-Zeit Widerstand und riskierte ihr Leben: Sie versteckte in ihrer Berliner Wohnung und ihrem Haus im brandenburgischen Kagar Juden und einen Deserteur.

Als "Banalität des Guten" bezeichnete sie rückblickend ihren Einsatz, für den sie außer dem Ehrentitel "unbesungene Heldin" wenig Aufmerksamkeit erfuhr. Auch beruflich zahlte sich ihr Mut nie aus. Eine späte Würdigung – 75 Jahre nach dem Ende des Krieges.

Von Stefanie Oswalt

75 Jahre Kriegsende