Mary Mallon alias Typhoid Mary; © dpa/Mary Evans Picture Library
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Die Seuche aus dem Kochtopf - Wenn die Köchin Viren trägt

Vor gut 100 Jahren sorgte der Fall "Typhoid Mary" für Schlagzeilen in der New Yorker Presse. Die nordirische Köchin Mary Mallon arbeitete für verschiedene reiche Familien in der Upper East Side – und infizierte dabei ihre Auftraggeber mit dem Typhuserreger.

Mary Mallon selbst erkrankte nicht und wurde so zu einer "Superspreaderin". Als die Infektionskette schließlich zu ihr nachverfolgt werden konnte, wurde sie weggesperrt und medizinischen Versuchen ausgesetzt.

Ihr Fall konfrontiert mit Fragen, die auch jetzt wieder diskutiert werden: Wie weit dürfen staatliche Autoritäten in einer Gesundheitskrise gehen? Welchen Stellenwert haben Freiheitsrechte in einer Pandemie?

Von Elisabetta Gaddoni

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rauen mit Mundschutzmasken in Vorbereitung auf die Spanische Grippe © Queensland Government/dpa
Queensland Government/dpa

Kulturgeschichte der Infektionen - Die Spanische Grippe

Wenn man anfängt, sich mit der Geschichte der Infektionsmedizin zu beschäftigen, dann kommt man aus dem Erschrecken kaum raus. Die Pest im Mittelalter forderte mehr Tote als der Dreißigjährige Krieg, manch andere Epidemie rottete ganze Völker aus. Und dass mit Viren Politik gemacht wird, ist auch keine Erfindung aus Corona-Zeiten. Jürgen Gressel-Hichert rekonstruiert ein besonders düsteres Kapitel der Epidemien, die Spanische Grippe.

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