Springerstiefel eines Teilnehmers einer Demonstration der rechten Szene © Bernd Thissen/dpa
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- Auf dem rechten Auge blind?

Rechtsextremismus in der zeithistorischen Forschung

Von Tina Heidborn

"Geschichtswissenschaft hat die Aufgabe, durch die Analyse historischer Entwicklungen auch zur besseren Wahrnehmung von Gegenwartsproblemen beizutragen." So explizit können Historiker Stellung nehmen, zum Beispiel auf dem traditionellen Branchentreff, dem Deutschen Historikertag.

Doch wie sieht es mit der zeitgeschichtlichen Forschung zu einem deutschen Dauerthema wie "Rechtsextremismus nach 1945" tatsächlich aus? Warum braucht es Fachhistoriker, etwa in populistisch aufgeladenen Debatten? Wieso erklären Historiker in letzter Zeit gebetsmühlenartig, dass sie sich verstärkt "gegen den politischen Missbrauch von Geschichte" einsetzen wollen? War die zeitgeschichtliche Forschung denn bisher auf dem rechten Auge blind? Zeit für einen temporären Zwischenstand, der diesen Fragen nachgeht.

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Gedenken an Oury Jalloh © Jens Wolf/dpa
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Warum musste Oury Jalloh sterben?

Oury Jalloh, 36 Jahre alt, wurde im Januar 2005 in einer Zelle in einem Polizeirevier in Dessau tot aufgefunden. Seit 15 Jahren stehen Zweifel und schwere Vorwürfe im Raum, so schwer, dass der Landtag Sachsen-Anhalt Anfang des Jahres zwei Sonderermittler eingesetzt hat. Die Frage, was geschehen ist, beschäftigt nicht nur die Justiz, sondern auch die Autorin und Journalistin Margot Overath, deren Feature "Oury Jalloh und die Toten des Polizeireviers Dessau" heute Abend um 22.04h auf rbbKultur zu hören sein wird. Wir haben mir ihr über den Fall und ihre Recherche gesprochen.