Inge Müller Gedenkstein in Berlin-Pankow © Zentralbild/Hubert Link
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- "Als hätten wir nicht alle Wunden"

Inge Müller zählt zu den wichtigsten deutschen Nachkriegslyrikerinnen. In den fünfziger Jahren wurde sie als Kinderbuchautorin bekannt – und als Mitarbeiterin ihres Mannes, Heiner Müller. Ein Trauma aus Kriegstagen hat sie nie überwunden. Jutta Rosenkranz über die Dichterin.

Erst 1985, knapp zwanzig Jahre nach ihrem Freitod 1966, erschien ein Gedichtband, der sie als eigenständige Lyrikerin würdigte und ihr posthum große Anerkennung einbrachte. Als Zwanzigjährige wurde Inge Müller während der letzten Kriegstage in Berlin im Keller eines einstürzenden Hauses verschüttet. Dieses Trauma hat sie nie überwunden. Erst viele Jahre später konnte sie ihre Erlebnisse in kurzen, fast atemlosen Versen beschreiben, die durch ihre karge und strenge Sprache beeindrucken.

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