Lesung; © rbbKultur

- Brit Bennett: Die verschwindende Hälfte (7/30)

Gelesen von Tessa Mittelstaedt

Plötzlich ist Desiree wieder da. Vor zehn Jahren war sie mit ihrer Zwillingsschwester Stella aus Mallard abgehauen. Nachdem ihre Mutter die Mädchen von der Schule abgemeldet und sie als Putzfrauen bei einer weißen Familie untergebracht hatte, wussten die beiden, dass sie wegmussten aus diesem öden Ort, in dem viele afroamerikanische Bewohner zwar arm, aber stolz darauf waren, sehr hellhäutig zu sein. In New Orleans trennten sich die Schwestern. Desiree ging nach Washington, bekam eine Stelle beim FBI und war spezialisiert auf das Erkennen und Zuordnen von Fingerabdrücken. So lernte sie auch Sam kennen, einen jungen, sehr dunkelhäutigen Strafverfolger, der Desiree ins Theater und in Konzerte einlud. Da ahnte sie noch nicht, dass er zu Gewalt neigen und ihr das Leben zur Hölle machen würde. Eines Tages hält es Desiree dann nicht mehr aus, flieht mit ihrer kleinen Tochter Jude zurück nach Mallard und hat zunächst Probleme, das Haus ihrer Mutter wiederzufinden.

Thema

Der Morgen; © rbbKultur
rbbKultur

"Es ist ein hochpolitisches Buch." - "Die verschwindende Hälfte" von Brit Bennett

Brit Bennett gilt als wichtigste junge Stimme der US-Literatur. Mit "Die verschwindende Hälfte", einem Generationen umspannenden Epos über ethnische Zugehörigkeit, die Last der Geschichte und die Sehnsucht nach einem neuen Leben, tritt sie in die Fußstapfen von Literatur-Nobelpreisträgerin Toni Morrison. Mit ihrem Übersetzer Robin Detje hat Anja Herzog gesprochen.