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- Brit Bennett: Die verschwindende Hälfte (11/30)

Gelesen von Tessa Mittelstaedt

Tessa Mittelstaedt © Frederic Kern/Geisler-Fotopress/dpa
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Lange musste Jude warten, um Mallard verlassen zu können, diesen Ort in Louisiana, der auf keiner Landkarte verzeichnet ist und in dem fast nur Schwarze wohnen, die stolz darauf sind, sehr hellhäutig zu sein. Weil Jude aber sehr dunkle Haut hat, wurde sie in Mallard oft angefeindet. Dass sie jetzt an der Uni in Los Angeles studiert, ist für sie eine Befreiung. So wie es früher für ihre Mutter Desiree eine Befreiung war, aus Mallard abzuhauen und in Washington ein neues Leben zu beginnen. Doch als Desiree von ihrem Ehemann geschlagen wurde, ist sie zurück gegangen nach Mallard. Das soll Jude nicht passieren. Auch wenn sie seit einiger Zeit mit Reese zusammen ist, der aus Arkansas nach Kalifornien gekommen ist, seine Vergangenheit abgelegt hat wie ein altes Kleid und sich einen neuen Namen und eine neue Identität zugelegt hat. Reese hat einen Freund, Barry, der sich gern als Frau verkleidet und am Wochenende in Clubs auftritt.

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Brit Bennett © Beowulf Sheehan/ZUMA Wire/dpa
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"Es ist ein hochpolitisches Buch." - "Die verschwindende Hälfte" von Brit Bennett

Brit Bennett gilt als wichtigste junge Stimme der US-Literatur. Mit "Die verschwindende Hälfte", einem Generationen umspannenden Epos über ethnische Zugehörigkeit, die Last der Geschichte und die Sehnsucht nach einem neuen Leben, tritt sie in die Fußstapfen von Literatur-Nobelpreisträgerin Toni Morrison. Mit ihrem Übersetzer Robin Detje hat Anja Herzog gesprochen.