Lesung; © rbbKultur
Bild: imago images / Leemage

- Brit Bennett: Die verschwindende Hälfte (15/30)

Gelesen von Tessa Mittelstaedt

Tessa Mittelstaedt © Frederic Kern/Geisler-Fotopress/dpa
Bild: Frederic Kern/Geisler-Fotopress/dpa

Schon seit einiger Zeit haben wir nichts mehr von Stella gehört. Die Schwester von Desiree ist wie vom Erdboden verschluckt. Selbst Desirees Lebenspartner, Detektiv Early Jones, kann sie nicht ausfindig machen. Jetzt wissen wir: Das Mädchen aus Mallard, dem Ort, wo die Farbigen besonders helle Haut haben und fast aussehen wie Weiße, hat geheiratet, lebt jetzt in Brentwood und ist vollends zu einer Weißen geworden. Am selben Tag, als Desiree mit ihrer Tochter Jude wieder nach Mallard zurückgekommen ist, findet im weit entfernten Brentwood eine Versammlung statt. Ausgerechnet Stella ergreift das Wort und fordert lautstark, dass in ihrem ausschließlich von Weißen bewohnten Stadtteil kein Farbiger ein Haus kaufen dürfe. Sie unterschreibt, zur Verwunderung ihres Mannes Blake Sanders, eine Petition und schließt sich den Protestierenden an.

Thema

Brit Bennett © Beowulf Sheehan/ZUMA Wire/dpa
Beowulf Sheehan/ZUMA Wire/dpa

"Es ist ein hochpolitisches Buch." - "Die verschwindende Hälfte" von Brit Bennett

Brit Bennett gilt als wichtigste junge Stimme der US-Literatur. Mit "Die verschwindende Hälfte", einem Generationen umspannenden Epos über ethnische Zugehörigkeit, die Last der Geschichte und die Sehnsucht nach einem neuen Leben, tritt sie in die Fußstapfen von Literatur-Nobelpreisträgerin Toni Morrison. Mit ihrem Übersetzer Robin Detje hat Anja Herzog gesprochen.