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- Brit Bennett: Die verschwindende Hälfte (18/30)

Gelesen von Tessa Mittelstaedt

Tessa Mittelstaedt © Frederic Kern/Geisler-Fotopress/dpa
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Seit Stella Sanders und Loretta Walker ständig zusammenhocken, zerreißen sich im noblen Vorort von Los Angeles die Weißen das Maul. Dass eine schwarze Familie in das sonst nur von Weißen bewohnte Viertel eingezogen ist, sei schon schlimm. Dass sich eine weiße und eine schwarze Frau aber sogar anfreunden, halten viele für eine Schande. Niemand, auch nicht Stellas Ehemann Blake, ahnt, dass Stella ein Doppelleben führt und in Wahrheit selbst eine Farbige ist. Sie stammt aus Mallard, einem von Farbigen gegründeten Ort, in dem die Menschen stolz darauf sind, besonders hellhäutig zu sein. Stella ist es deshalb nach ihrer Flucht aus Mallard auch leicht gefallen, in die Rolle einer Weißen zu schlüpfen. Um nicht aufzufliegen, verbreitet sie ständig Lügen, erzählt, dass ihre Familie bei einem Unfall ums Leben gekommen sei, auch ihre Schwester Desiree, die sie so liebt und so gern einmal wiedersehen würde.