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- Mongo Beti: "Perpétue und die Gewöhnung ans Unglück"

Gelesen von Günther Dockerill

Mongo Beti lebte von 1932 bis 2001 und war einer der bekanntesten, eminent politischen Autoren des Kontinents. Mit seiner Kritik am Kolonialismus und den Zuständen Afrikas hielt er sich nicht zurück. Er lebte 32 Jahre lang im französischen Exil und gründete nach seiner Rückkehr nach Kamerun 1991 diverse Vereinigungen zur Verteidigung der Bürgerrechte, denn die Unabhängigkeit seines Landes von Frankreich sah er nicht als eine Befreiung an.

Und so ist sein Roman „Perpétue und die Gewöhnung ans Unglück“ aus dem Jahr 1974 als ein politisches Pamphlet zu verstehen. Geschildert wird das Schicksal einer jungen Afrikanerin, die von Politikern, Beamten und Polizisten missbraucht und misshandelt wird. Die junge Frau wird verkauft, entwürdigt und ihrer Widerstandskraft beraubt, so dass sie sich an das Unglück zu gewöhnen beginnt. Schließlich stirbt die noch junge Perpétue bei der Geburt eines Kindes.

Für Beti ist sie ein Symbol des modernen Afrikas, das in einer Nacht der Grausamkeit lebt. Der zu hörende Auszug beginnt nach ihrem Tod mit einem Gespräch unter ihren Angehörigen.