Beethoven - Statue in Bonn © dpa
Bild: dpa

Der größte Komponist aller Zeiten!? - Ludwig van Beethoven

Ludwig van Beethoven schrieb seine großen Sonaten, Symphonien und Kammermusiken nicht für unsere Ohren, sondern zunächst einmal für die seiner Zeitgenossen: für fürstliche Gönner, für Freunde und für seine musikalischen Mitstreiter. Vor allem aber für sich selbst – auch wenn er seine eigene Musik in der zweiten Hälfte seines Lebens nur noch innerlich hören konnte. Und doch erfassen Wucht und Wirkung seiner Musik bis heute jeden, der mit ihr in Berührung kommt.

Wenn der Pianist Igor Levit sein Lebensmotto "Musik ist Freiheit" herumtwittert, so beruft er sich auf die Auseinandersetzung Ferruccio Busonis mit Beethoven. Wenn in Japan alljährlich das neue Jahr mit "Daiku"-Feiern in Fußballstadien begrüßt wird, bei denen Massenchöre die Ode an Freude schmettern, dann singen sie zugleich die Europahymne.

Die Komponisten, die nach ihm kamen, standen und stehen in seinem Bann, das reicht von Schumann über Schönberg bis Stockhausen, von Brahms über Bruckner und Reger bis zu Rihm. Nach ihm, so lautete die Maxime, könne oder müsse man nur noch scheitern, es sei denn, man verschreibt sich dem Fragment. Unmöglich sei es geworden, noch einmal den großen Wurf zu wagen, die geschlossene Form zu erfüllen.

Doch die Musik Beethovens wurde nicht nur mystifiziert, überhöht und verabsolutiert, mit Ansprüchen, Projektionen und Visionen befrachtet. Sie wurde auch, wie keine andere sonst, politisch vereinnahmt, geschäftlich ausgebeutet, verpopt, verkitscht und verstümmelt.

Wirkt dieser Beethovenmythos im Jahr 2020 noch nach? Wer war Beethoven wirklich? Wie hat er gelebt? Was hat er gelesen, von wem gelernt, wie wurde er beeinflusst von Mozart, Haydn oder Carl Philipp Emanuel Bach? Welchen Lehren zog er aus der Lektüre von Kant und Rousseau, Shakespeare und Schiller? Wieso schrieb er nur eine Oper? Warum werden seine neun Symphonien und 32 Klaviersonaten so oft aufgeführt, aber seine Streichtrios und Lieder so selten? Wer war die unsterbliche Geliebte? Wer spielt das Presto aus der Mondscheinsonate am schnellsten?

Diesen und anderen Fragen geht die Sendereihe nach, in 47 Folgen.

Eleonore Büning, rbbKultur