- Ist die Stasi-Aufarbeitung gelungen?

Interessiert sich außer den direkt Betroffenen heute noch jemand für die Verbrechen der DDR-Staatssicherheit?

Vor 30 Jahren, am 15. Januar 1990, nahmen DDR-BürgerInnen die Zentrale der Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg ein. Rund 2.000 Menschen gelangten damals auf das Gelände, warfen Scheiben ein, zerstörten Mobiliar und sicherten rund 16.000 Säcke mit zerrissenen Stasi-Dokumenten, an deren Rekonstruktion bis heute gearbeitet wird.

Für ihre Opfer wird die Stasi weiter von Bedeutung bleiben, bei manchen für den Rest ihres Lebens. In der Öffentlichkeit allerdings hat das Interesse an der Stasi in den letzten Jahren spürbar nachgelassen. Lediglich wenn Personen von öffentlichem Interesse sind, spielt eine Tätigkeit für den DDR-Inlandsgeheimdienst heute noch eine Rolle, etwa im Falle des Berliner Staatssekretärs Andrej Holm oder im Falle des Berliner Zeitungsverlegers Holger Friedrich.

Interessiert sich außer den direkt Betroffenen heute noch jemand für die Verbrechen der DDR-Staatssicherheit? Geht man heute sogar milder mit eine Tätigkeit als Informeller Mitarbeiter bei der Stasi um? Oder hat das Interesse an der Stasi viel zu sehr nachgelassen? Drohen die Verbrechen der Stasi in Vergessenheit zu geraten?

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Im Studio:
- Daniél Kretschmar, taz-Journalist

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1 Kommentar

  1. 1.

    Ich war zwar der erste Hörer, der durchkam, aber wegen der gestörten Handy-Verbindung konnte ich die Pointen meiner Stasi-Akte leider nicht berichten. Die HA III Funkaufklärung hörte ab Februar 1983 unser Telefon ab. Der Informationsbedarf der HV Aufklärung, die ein eigenes Archiv hatte, das im Juni 1990 mit Billigung der letzten DDR-Regierung vernichtet wurde, war: Angaben zum Tätigkeitsbereich, zur politischen Einstellung und Engagement, meine Reisetätigkeit und Kontakte sowie Persönlichkeitsbild und Privatbereich. Diese Informationen gelangten auch nach Moskau. Sie sind zwar im Archiv der HV A vernichtet worden, aber in Moskau gibt es zumindest eine Kopie. Fazit: die Aufarbeitung der Stasi ist noch lange nicht beendet, denn wieso soll nur eine Kopie nach Moskau gelangt sein?