Teilnehmer einer Kundgebung auf dem Alexanderplatz protestieren gegen Rassismus und Polizeigewalt. (Quelle: dpa/Britta Pedersen)
Bild: dpa/Britta Pedersen

Waren Sie am Wochenende demonstrieren? - Was müssen weiße Deutsche gegen Rassismus tun?

Niemand will rassistisch sein. Und trotzdem gehört Rassismus auch in Deutschland für viele Menschen zum Alltag. Müssen sich weiße Deutschen also mal die unangenehme Frage stellen, ob sie doch nicht so un-rassistisch sind, wie sie gerne wären?

Demonstranten auf dem Alexanderplatz aus Solidarität für George Floyd und gegen Rassismus (Quelle: dpa/Emmanuele Contini)
Bild: dpa/Emmanuele Contini

In ganz Deutschland sind am Wochenende Zehntausende gegen Rassismus auf die Straße gegangen. Alleine in Berlin waren schätzungsweise 15.000 Menschen am Alexanderplatz. Um sich solidarisch zu zeigen mit der US-amerikanischen Bewegung "Black Lives Matter". Und um gegen Rassismus und Polizeigewalt in Deutschland zu demonstrieren.

Denn Rassismus passiert jeden Tag. Wenn man gar nicht erst einen Termin für eine Wohnungsbesichtigung bekommt. Oder wenn man wieder und wieder anlasslos von der Polizei am Bahnhof kontrolliert wird.

Nur reden weiße Deutsche nicht so gerne über Rassismus. Rassistisch sind immer die anderen. Die bösen Neo-Nazis oder die Rechtspopulisten. Aber eben nicht der Vermieter oder die Polizistin. Niemand will rassistisch sein. Und trotzdem gehört Rassismus für viele Menschen zum Alltag.

Müssen weiße Deutschen sich also mal die unangenehme Frage stellen, ob sie doch nicht so un-rassistisch sind, wie sie gerne wären? Machen Sie zum Beispiel Freunde und Bekannte auf rassistische Bemerkungen aufmerksam? Wo haben Sie ich selbst vielleicht schon mal dabei ertappt, wenn Sie etwas rassistisches gedacht oder sogar gesagt haben, ohne es zu wollen?

Diskutieren Sie mit und sprechen Sie uns Ihre Meinung auf unseren Anrufbeantworter oder rufen Sie uns ab 12:10 Uhr im TAGESTHEMA an – unter der Telefonnummer (030) 30 20 00 40. Sie können uns auch eine Mail an tagesthema@rbbkultur.de schreiben oder gleich hier auf der Webseite einen Kommentar verfassen.

Unsere Gesprächspartnerin:
- Ferda Ataman, Journalistin und Mitglied im Vorstand des postmigrantischen Neztwerks neue deutsche organisationen e. V.

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