Schreibheft und Füller, mit Gedicht Fast wie früher; © Steffen Brück
Bild: Steffen Brück

Miteinander, mehr oder weniger - "Fast wie früher"

Treffen wir uns heute Abend in der Kneipe? Gehen wir morgen zusammen ins Kino? Bis vor Kurzem waren das noch alltägliche Fragen. Doch im Moment ist dieser Alltag nicht mehr selbstverständlich. Steffen Brück hat ein Gedicht geschrieben über den veränderten Blick auf scheinbare Selbstverständlichkeiten.

Weißt du noch, wie wir uns küssten?
Damals, draußen, öffentlich.
Damals, weißt du, vor Corona
küsste ich dich und du mich.

Weißt du noch: wir so im Kino?
Viele Menschen, selber Raum.
Manche, die ihr Popcorn mampften,
nervten manchmal, aber kaum.

Weißt du noch: die volle U-Bahn?
Husten, Niesen, böser Blick.
Auch die Stadt war voller Leute,
jung und alt und arm und schick.

Weißt du noch, wie wir uns trafen?
Tranken bis zum Morgenrot.
In der Kneipe, vor Corona
und vor dem Kontaktverbot.

Weißt du noch: die Dunkelziffer?
War wie immer unbekannt.
Täglich neue Zahlen, Kurven.
Draußen lag ein leeres Land.

Weißt du noch, wie wir da standen?
Nur wir zwei auf dem Balkon.
Ja, dort standen wir und sangen,
sangen tapfer Ton um Ton.

Weißt du noch, wie dann allmählich
alles wieder möglich war?
Alles: Kneipe, Kino, Küsse.
Fast wie früher. Wunderbar.

Steffen Brück, rbbKultur

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1 Kommentar

  1. 1.

    So etwas Schwaches - nach dem Motto "Reim dir oder ick fress dir...." Da hat jemand wohl noch immer nicht begriffen, worauf es im Leben wirklich ankommt, wenn er sich diesen ganzen Mist zurück wünscht.... Das Paradies erleben wir doch gerade jetzt - oder sieht er das nicht???? Und zum Paradies gehören nun mal auch Viren, Bakterien, Kleinstlebewesen usw. .... Bitte nicht als Kunst bezeichnen, dieses Gedicht ist einfach nur peinlich!

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