Kino; Foto: gb

- Endlich wieder ins Kino!

"Hach, endlich mal wieder ins Kino..." - das haben in den letzten Monaten wohl sehr viele Menschen gesagt. Auch wenn schon vor der coronabedingten Auszeit immer weniger Menschen ins Kino gegangen sind, gar nicht hingehen dürfen ist etwas anderes. Jetzt können die Kinos endlich wieder ihre Säle öffnen - eine Liebeserklärung von Rüdiger Suchsland.

Viel zu lange haben wir alle gewartet. Jetzt geht es endlich wieder los: Die Kinos machen auf! Auch in Berlin und Brandenburg, nachdem sie im größten Teil der Republik – wieder einmal mit der Ausnahme des Sonderweg-Landes Bayern – schon längst geöffnet sind. Aber besser spät als nie – darum will ich heute nicht meckern, sondern mich freuen.

Besonders auf ein paar Filme die, lange aufgeschoben, jetzt endlich bald ins Kino kommen, freue ich mich. Zum Beispiel "Berlin Alexanderplatz" - die Aktualisierung des berühmten Döblin-Romans, die im Berlin der Gegenwart spielt, auf der Berlinale ein Renner war und fünf deutsche Filmpreise gewann - ein Wahnsinnsfilm.

Und noch wahnsinniger im besten Sinn des Wortes wird bestimmt "Tenet" – der Hollywood-Renner des Sommers. Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn dem britischen Kinomastermind Christopher Nolan hier nicht wieder ein Geniestreich gelingt. Der Trailer verrät nicht viel, aber zumindest eines: In großartigen eleganten Bildern gerät die Welt und die Ordnung der Dinge aus den Fugen.

Dies sind nur zwei von vielen Filmen, die beweisen werden: es gibt Dinge, die muss man auf großer Leinwand im Kino sehen, in der erhellenden Dunkelheit eines großen Saals, gemeinsam mit anderen fremden Mitmenschen.

Das Kino an sich, ein Ort der Kunst und des Sozialen, jene 125 Jahre alte Kulturtechnik, ist durch keinen noch so ruckelfreien Stream und noch so flachen Flachbildschirm zu ersetzen - das erfährt jeder, der sich nur einmal hineinfallen lässt. Wer einmal einen richtigen Film, nicht digital, sondern auf Celluloid gedreht, gesehen hat, weiß, was gemeint ist: echte Filme sehen auch auf DVD besser aus.

Und ich freue mich auf die erhellende Dunkelheit. Darauf, endlich wieder mitten in der Sommerhitze in einem kühlen Kinoraum sitzen zu können. Endlich wieder inmitten blendend-gleißendem Sonnenlicht uns in die Dunkelheit flüchten zu können. Eine Dunkelheit, die die Phantasie anregt, und die Sinne.

Mehr als alles andere, ist das Kino nämlich Traumfabrik und Ort der Phantasie. Es ist ein Assoziationsraum, ein Raum in dem man frei seine Gedanken schweifen lassen kann, unsere Gefühle, Gelüste und Ängste ausleben kann, ein Ort zum Lachen und zum Weinen. Das alles geht jetzt wieder los. Wie schön!

Rüdiger Suchsland, rbbKultur

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