Märkisches Museum, Am Köllnischen Park, Berlin; © dpa/Schöning Berlin
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- Fernsehtipp: Das Märkische Museum

Das Märkische Museum ist ein verwinkelter, historisierender Backsteinbau, zwischen 1899 und 1908 errichtet. Hier ist das Stadtmuseum Berlin untergebracht. Nächste Woche eröffnet die große Ausstellung "Chaos und Aufbruch - Berlin 1920/2020". Hausherr ist seit einigen Jahren der Niederländer Paul Spies, Direktor der Stiftung Stadtmuseum mit insgesamt 5 Standorten. Steffen Prell ist mit Paul Spies durchs Märkische Museum gelaufen und hat mit ihm über dieses schwierig zu bespielende Haus geredet.

Roter Backstein, wohin man blickt. Das Märkische Museum ist ein wunderliches Haus, findet Paul Spies, der Direktor. Irgendwie zusammengewürfelt: "Es ist eine Virtual Reality von 1908." Im Innenhof ist fleißig gepuzzlet worden – märkischer Stilmix. Damals, als man sich in Berlin das erste Stadtmuseum der Welt leistete, sollte es etwas Neues sein – nicht der nächste griechische Tempel.

Von Berliner Geschichte erzählt das Märkische Museum außen und innen. Von glanzvollen und düstersten Tagen. Ist man im Innern, empfangen einen Skulpturen, sakrale Kunst. Und eine drei Tonnen schwere Glocke, die Wilsnacker Glocke, Jahrgang 1471. Sehr beeindruckend!

Ein Treppchen führt in die Dauerausstellung. Berliner Geschichte kompakt, manchmal kurios. Ein Beispiel für viele internationale Einflüsse ist ein Gruß aus Paul Spies' Heimat, den Niederlanden: Eine Möhre in Menschengestalt, gemalt 1699 von Willem Frederik van Roye. Damals war das Gemüse eine Neuheit.

Niedrige Decken und dunkle Hölzer zeichnen das Innere aus. Das ist zwar mittelalterlich-atmosphärisch, aber für Ausstellungsmacher eine ständige Prüfung. Zum Glück gibt es ja noch den Turm – ab 2025 soll er, wenn alles klappt, der Öffentlichkeit zugänglich sein. Von dort oben lässt sich hervorragend über die Zukunft der Stadt philosophieren. 100 Jahre nach Groß-Berlin.

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Siemens-Schuckert-Werke, um 1915 Berlin-Siemensstadt © dpa/akg-images
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Stadtwärts - Unterwegs nach Groß-Berlin

Ende April 1920 votierte die Verfassungsgebende Preußische Landesversammlung für ein "Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin". Das Groß-Berlin-Gesetz trat am 1. Oktober 1920 in Kraft und schuf die nach London und New York damals drittgrößte Stadt der Welt.

Moderatorin Franziska Hessberger. (Quelle: rbb/RBB Kultur Das Magazin)
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29 min

rbb Kultur vom 22.08.2020

Berlin vor hundert Jahren +++ Märkisches Museum Berlin +++ Ausstellung "Berlin Visionen" +++ Auf der Therapie-Couch von Jakob Hein +++ Das Jüdische Museum Berlin öffnet seine Pforten +++ Moderation: Franziska Hessberger