Eva-Maria Mißbach, Brikettfabrik 67, Lauchhammer, 1993; © Christina Glanz
Christina Glanz
Eva-Maria Mißbach, Brikettfabrik 67, Lauchhammer, 1993 | Bild: Christina Glanz

Dossier - 'Ich würde sofort wieder in die Kohle gehen!'

Frauen in den Brikettfabriken Lauchhammer
 
Von Margit Miosga

Allein in Lauchhammer gab es zu DDR-Zeiten sieben Brikettfabriken, rund 11 000 Menschen waren dort beschäftigt. Viele Frauen, Ehepaare, ganze Generationen haben in der Kohle geschuftet, denn im südlichsten Zipfel des heutigen Landes Brandenburg konnte man gut verdienen. Kurz nach der Wiedervereinigung Deutschlands, 1993, war Schluss, die Arbeiterinnen und Arbeiter durften ihre Fabriken abreißen, Bäume pflanzen, dann ging nichts mehr.

Die Fotografin Christina Glanz hielt die rußverschmierten Frauengesichter in den Fabriken fest, später den Schrecken in ihren Augen, als die Kündigungen verteilt wurden. Sie fuhr in den Neunzigerjahren immer wieder mit einem Tonbandgerät nach Lauchhammer und befragte die Frauen nach ihrer verschwundenen Arbeit. Einige von ihnen kommen in der Sendung auch mit ihrer heutigen Sicht auf die Zeit der Umbrüche zu Wort.

Für das Zeitpunkte-Dossier hat Christina Glanz Auszüge aus den Gesprächen mit den "Kohlefrauen" zur Verfügung gestellt, sie wird auch Gast im Studio sein und von den Begegnungen mit den Frauen und von Lauchhammer damals und heute erzählen.