- Die Fotografin Gisèle Freund

im Gespräch mit Magdalena Kemper

"Kämpft gegen den Schandparagrafen 218!" ist auf einem Demonstrationsplakat am 1. Mai 1932 zu lesen: fotografiert von Sophia Gisela Freund in Frankfurt am Main, wo die Berlinerin Soziologie studiert und Zeitzeugin wird vom Ende der Weimarer Republik. Die Tochter eines jüdischen Unternehmers flieht als linke Studentin vor den Nationalsozialisten nach Paris.
1935 auf dem 1. Internationalen Schriftstellerkongress in Paris ist sie die einzige Fotografin. Und Fotografie für sie keine Kunst, sondern eine technische Angelegenheit. Doch ihre "psychologischen" Porträts von Simone de Beauvoir, J.P. Sartre, vielen anderen Philosophen und Intellektuellen, ihre entlarvenden Foto-Reportagen in britischen Elendsvierteln der 30er Jahre, später die Porträts von Künstlern und Künstlerinnen auch in Mittel- und Lateinamerika gehören zu den weltbesten überhaupt.

Gestorben ist Gisèle Freund im Jahr 2000 in Paris. In Paris hat Magdalena Kemper 1989 mit Gisèle Freund gesprochen.