Robert Pattinson in "HIGH LIFE"
Pandora / Martin Valentin Menke
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Science Fiction - High Life

Bewertung:

Ein Horror-Märchen im Weltraum mit Robert Pattinson, Juliette Binoche, Lars Eidinger und Mia Goth. Doch die helfen der Story auch nicht weiter.

Monte (Robert Pattinson) treibt zusammen mit seiner kleinen Tochter Willow (Scarlett Lindsay) auf einem ramponierten Raumschiff durch den Weltraum. Die anderen Passagiere sind längst tot, der Kontakt zur Erde beschränkt sich auf vorproduzierte Botschaften, die ein vorsintflutlicher Bordcomputer einmal am Tag abspielt und nur das penible Recycling von Körperflüssigkeiten garantiert das Überleben - ein existenzielles Szenario, das von Sartre oder Beckett stammen könnte.

Klaustrophobisch und grenzenlos

Erst nach und nach erfahren wir, dass Monte in seiner Jugend ein schlimmes Verbrechen begangen hat. Dass er – zusammen mit anderen Männern und Frauen – zur Strafe auf das Raumschiff gesperrt wurde und dass dieses Raumschiff unaufhaltsam einem Schwarzen Loch entgegenfliegt - und damit seiner sicheren Vernichtung.

Die anderen Passagiere haben sich entweder gegenseitig umgebracht, Selbstmord begangen, oder sie sind der sadistischen Bordärztin Dr. Dibs (Juliette Binoche) zum Opfer gefallen, die an den Ex- Häftlinge wahnwitzige Fortpflanzungs- Experimente durchführt.

Auch Boyse (Mia Goth), die Mutter der kleinen Willow, hat es erwischt und schließlich die Ärztin selbst. "High Life" ist ein Horror- Märchen im Weltraum – gleichzeitig klaustrophobisch durch die Enge der Raumkapsel und grenzenlos durch die Unendlichkeit des Weltalls.

Darsteller laufen zu großer Form auf

Robert Pattinson, jugendlichen Kino- Zuschauern als  smarter Vampir Edward Cullen aus den "Twilight"- Filmen bekannt, beweist in "High Life", dass er auch anspruchsvollere Stoffe meistern kann.

Juliette Binoche und die anderen Nebendarsteller wie Lars Eidinger und Mia Goth laufen ebenfalls zu großer Form auf. Wenn der Film trotzdem nicht so recht überzeugen will, dann liegt es eher an Regisseurin und Drehbuchautorin Claire Denis.

Immer wieder blendet die Französin vor und zurück, bis der Zuschauer gar nicht mehr weiß, auf welcher Zeitebene er sich eigentlich befindet. Auch das Genre des Films nicht wirklich klar – Science Fiction steht zwar drauf, Denis spielt aber auch mit pornographischen Elementen, mit Horror und Gewalt.

Kein Entrinnen

Claire Denis schert sich wieder mal um kein Tabu – allerdings, im Vergleich zu ihren früheren Filmen "Der Feind in meinem Herzen" beispielsweise, "Ich kann nicht schlafen" oder zuletzt "Meine schöne innere Sonne" fehlt diesmal  der Fokus. Und so taumelt die Story mitsamt ihren Protagonisten in ein großes schwarzes Loch, aus dem es kein Entrinnen gibt.

Carsten Beyer, rbbKultur

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