Fred Flarsky (Seth Rogen) and Charlotte (Charlize Theron) in "LONG SHOT"
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Drama - Long Shot - Unwahrscheinlich aber nicht unmöglich

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"Long Shot" - das ist ein vieldeutiger Begriff, übersetzt heißt es wahlweise "Totalaufnahme", "rein spekulative Wette" oder auch "weithergeholte Vermutung". Das eröffnet ein ziemlich weites Feld für die gleichnamige amerikanische Komödie von Jonathan Levine, die jetzt in unsere Kinos kommt.

Alles andere als ein Traumpaar

Weit hergeholt ist schon die Kombination der beiden Hauptfiguren, auf der einen Seite die smarte und sehr elegante Außenministerin Charlotte Field, gespielt von Charlize Theron, einem geradezu außerirdisch schönen Filmstar. Auf der anderen Seite der schluffige Reporter Fred Flarsky in Cargo-Hosen und geschmacklosem Billig-Anorak, gespielt vom Komiker Seth Rogen.

Alles andere als ein Traumpaar also, doch genau das ist der Witz an der Sache. Die unwahrscheinliche Begegnung dieser beiden, sich in ganz unterschiedlichen Kreisen in Washington bewegenden Menschen, passiert auf einem Polit-Empfang, auf den der gerade arbeitslos gewordene Investigativreporter zum Trost von seinem Freund mitgeschleppt wurde.

In der Menge macht die glamouröse Politikerin den Jungen aus, dessen Babysitter sie als Teenager war. Schnell hat sie die unkonventionelle Idee, dass einer wie Fred genau der Richtige sein könnte, um ihren Präsidentenwahlkampf als Redenschreiber aufzupeppen.

Atemlosen Wechsel zwischen persönlichen und politischen Themen

Daraus entsteht eine Geschichte, die romantisches Screwball-Geplänkel mit den schärferen Gags einer Politsatire verbindet.

Im atemlosen Wechsel zwischen persönlichen und politischen Themen nehmen die beiden alles aufs Korn, was gerade brisant ist, vom Klimawandel über den Sexismus der alten, weißen Männer und Diskriminierungen aller Art, bis zu einem Präsidenten, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt.

Im Kontrast zur regierenden Polit-Elite setzt Charlotte Field auf erfrischende Weise auf Offenheit, Ehrlichkeit und Integrität, sie engagiert sich für die Umwelt und für Gleichberechtigung, mit vielen Seitenhieben auf die Regierung Trump und die von ihm favorisierten Medienunternehmen.

Charlize Theron as 'Charlotte Fields' in "LONG SHOT"
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Sympathische Märchenutopie über politische Integrität

Seth Rogen und Charlize Theron stehen zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera und entwickeln eine zündende Chemie. Wie schon in der Erfolgskomödie "Knocked up/Beim ersten Mal" trifft der äußerlich ungepflegte, mollige Seth Rogen erneut auf eine blonde Traumfrau mit Idealmaßen und erfolgreicher Karriere.

Charlize Theron beweist auch hier wieder ihre besondere Fähigkeit, lässig mit rasanten Dialogen zu jonglieren. Vergleiche mit Kino-Klassikern wie "Ein Herz und eine Krone", mit Audrey Hepburn und Gregory Peck – oder "Pretty Woman" – mit Julia Roberts und Richard Gere, die Liebesfunken zwischen Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebenssphären zündeten, sind vielleicht ein bisschen hoch gegriffen.

Das liegt auch daran, dass "Long Shot" zweigleisig fährt, sich nicht damit begnügt, nur eine vergnügliche romantische Komödie zu sein, und zusätzlich jede Menge politischer Seitenhiebe auf die aktuellen Verhältnisse austeilt.

Seth Rogen steuert die für ihn typische Zotigkeit bei, die dank liebenswertem Charakter und großen Herzen auch für zart besaitete Zuschauer keine Zumutung ist. Einer prominenten Masturbationsszene kommt dabei durchaus dramaturgische Bedeutung zu. An diesem Punkt entwickelt die Politsatire sich zur sympathischen Märchenutopie über politische Integrität, über eine Ehrlichkeit und Menschlichkeit, die wir alle uns in der Politik wünschen würden ...

Anke Sterneborg, rbbKultur

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