Filmszene: Measure of Man
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Coming of Age – Drama - Measure of a man

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Wie in jedem Sommer kommt Bobby (Blake Cooper) mit seinen Eltern in ein Feriencamp an der amerikanischen Ostküste. Der 14-Jährige ist ein sympathischer Typ - aufgeweckt und witzig. Aber er ist übergewichtig  – und das lassen ihn die anderen Jugendlichen im Summer Camp täglich spüren.

Die Mädchen rollen nur mit den Augen, wenn Bobby sich mal wieder nicht traut, vom 3 Meter- Brett in den See zu springen, die Jungs hingegen, vor allem der fiese Willie (Beau Knapp) und seine Gang, machen sich einen Spaß daraus, ihn zu quälen und zu piesacken, wo immer es geht: Sie bedrängen ihn, sie nehmen ihm sein Geld weg – und eines Nachts setzen sie Bobby sogar nackt auf einer kleinen Insel aus.

Filmszene: Measure of Man
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Das macht das Kind zum Mann

Von seinen Eltern kann der so Gemobbte keine Hilfe erwarten, denn die haben mit Ehe- Problemen zu kämpfen. Auch Michelle (Liana Liberato), Bobby’s ältere Schwester, ist voll und ganz damit beschäftigt, dem Camp-Casanova (Sam Keeley) zu imponieren.

Nur der schrullige Mr. Kahn (Donald Sutherland), bei dem Bobby einen Job als Aushilfsgärtner annimmt, kommt ihm zu Hilfe. Von ihm – dem 80- jährigen KZ- Überlebenden -  nimmt Bobby dann auch die Erkenntnis mit, die dem Film seinen Titel gegeben hat: Man muss dem Terror in die Augen sehen und dabei die eigene Würde nicht verlieren: "That’s the measure of a man“"– das also macht das Kind zum Mann.

Sommerlicher Softrock

"Measure of a man" basiert auf Robert Lipsytes Roman "One Fat Summer". Der britische Regisseur Jim Loach hat das Coming of Age – Drama in die Siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts verlegt.

Mit warmen sommerlichen Farben und einem Soundtrack voller Softrock- Klassiker schafft er eine nostalgische Grundlage, auf der Blake Cooper und Donald Sutherland ihr schauspielerisches Talent zeigen könnten – wenn, ja wenn da nicht diese Erzähler-Stimme aus dem Off wäre, die alles immer schon vorwegnimmt.

Bebildertes Hörbuch

Im altklugen Tonfall – der wohl ein fiktives Tagebuch simulieren soll – führt uns Bobby durch seine Story. Das ist sicher gut gemeint, führt aber leider dazu, dass der Film immer behäbiger wird. Vor allem im zweiten Teil, in dem es eigentlich dramatisch werden sollte,  plätschert die Handlung nur noch vor sich hin.

Vielleicht ist der betuliche Erzähler-Gestus ja als Hommage an die 70er Jahre gedacht -  bloß wirklich funktioniert hat diese Art des bebilderten Hörbuchs auch damals schon nicht.

Carsten Beyer, rbbKultur

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