Wo ist Kyra, hier: Kyra (Michelle Pfeiffer) ©Kinostar
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Drama - Wo ist Kyra?

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Kyra (Michelle Pfeiffer) ist Mitte 50 und in ihrem Leben in einer Sackgasse angekommen. Eine Scheidung und den Verlust ihrer Arbeitsstelle hat sie hinter sich. Nun lebt sie in der Wohnung ihrer kranken Mutter in New York, die sie aufopferungsvoll pflegt.

Als die alte Dame stirbt, verliert Kyra ihre Existenz, da sie bislang von der Rente ihrer Mutter gelebt hat. Einen neuen Job findet sie nicht auf die Schnelle und die Miete ist lange überfällig. In ihrer Verzweiflung entschließt sich Kyra, den Tod ihrer Mutter gegenüber den Behörden einfach zu verschweigen und selbst den Rentenscheck zu kassieren. Mit dunkler Sonnenbrille und dick eingemummelt in die Klamotten der Verstorbenen – so hofft sie - wird sie auf der Bank schon niemand erkennen. Ihr einziger Freund Doug (Kiefer Sutherland), ein Krankenpfleger und Gelegenheitstrinker, ist jedoch anderer Meinung: Was passiert, wenn Kyras Schwindel auffliegt?

Eine beklemmende Atmosphäre

"Wo ist Kyra?" – das Sozialdrama des nigerianischen Regisseurs Andrew Dosunmu erinnert formal an europäisches Arthouse-Kino: Die Kamera steht meistens still. Dosunmus Chef-Kameramann Bradford Young arbeitet viel mit Standbildern und Tableaus. Die Schauspieler sind – aufgrund des Verzichts auf künstliches Licht – mitunter  nur schemenhaft zu erkennen und die Stimmen kommen aus dem Off. Das alles sorgt für eine düstere, beklemmende Atmosphäre, aber es passt gut zu der Situation, in der Kyra sich befindet. Je tiefer sie in ihren Probleme zu versinken droht, desto verschwommener wird ihre physische Präsenz auf der Leinwand – man könnte auch sagen: Die Frau löst sich langsam auf.

Wo ist Kyra, hier: Dough (Kiefer Sutherland) und Kyra (Michelle Pfeiffer) ©Kinostar
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Michelle Pfeiffer wieder auf der Leinwand zu sehen

Michelle Pfeiffer war in den 80er und 90er Jahren eine der angesagtesten Schauspielerinnen in Hollywood. Die Kalifornierin kassierte Top-Gagen und war gleich drei Mal für einen Oscar nominiert – für "Gefährliche Liebschaften", "Die fabelhaften Baker Boys" und zuletzt für den Film "Love Field".

Dass sie nun, dreißig Jahre später, als Hauptfigur eines Independent-Films wieder auftaucht, ist nur scheinbar ein Widerspruch: Pfeiffer war schon immer eine Schauspielerin für die anspruchsvollen Themen. Und hier bei Dosunmu ist sie ganz nah dran an den aktuellen Problemen der USA.

Existenzängste in Amerikanischen Großstädten

Dass es heutzutage mitten in den amerikanischen Großstädten Menschen gibt – und zwar immer mehr Menschen -  die nicht wissen, von was sie ihre nächste Miete oder ihr nächstes Mittagessen bezahlen sollen, ist im amerikanischen Mainstream – Kino bis jetzt noch nicht angekommen. Deswegen ist dieser kleine Film so wichtig und deswegen sollten ihn möglichst viele Menschen auch anschauen.

Carsten Beyer, rbbKultur

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