Mikhail (Matthias Schoenaerts) auf dem Weg zur Kursk ©WILD BUNCH GERMANY 2019
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Drama/Thriller - Kursk

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Das Atom-U-Boot "K-141 Kursk" ist der Stolz der russischen Nordmeerflotte – schnell, mit modernster Technik ausgerüstet und bis an die Zähne bewaffnet: Bei einem Manöver im August 2000 aber geschieht das Unglück.

Einer der Torpedos an Bord der "Kursk" explodiert und reißt ein riesiges Loch in die Außenhaut. Der Großteil der 118 Mann Besatzung ist sofort tot. Einer Gruppe von 23 Mann unter Führung von Kapitän-Leutnant Mikhail Averin (Matthias Schoenaerts) gelingt es jedoch, sich in einen unbeschädigten Abschnitt am Heck des U-Boots zu retten.

Kursk; hier: Mikhail (Matthias Schoenaerts) mit seiner Frau Tanya (Léa Saydoux) sind Trauzeugen bei der Hochzeit von Pavel (Matthias Schweighöfer) ©WILD BUNCH GERMANY 2019
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Nun beginnt ein quälendes Warten

Für die Eingeschlossenen und ihre Angehörigen. Dem russischen Admiral Vlacheslav Gruzinsky (Peter Siemonischek) wird schnell klar, dass seine Mittel nicht ausreichen, um die Männer zu retten. Gern würde er die angebotene Hilfe seines britischen Counterparts Commodore David Russell (Oscar-Preisträger Colin Firth) annehmen, doch die russiche Militärführung ist dagegen: Zu groß ist die Angst vor Spionage und außerdem: Ist nicht die russische Flotte die beste der Welt? Während die Eingeschlossenen um ihr Leben kämpfen und die Angehörigen unter der Führung von Mikhails Frau Tanya (Lea Seydoux) Druck auf die Behörden machen, läuft die Zeit langsam ab.

Abstrakt trotz aller Dramatik

Filme, die in U-Booten spielen, kennt die Filmgeschichte eine ganze Menge. "Duell im Atlantik", "Jagd auf Roter Oktober" und "Das Boot" – fast alle setzten sie auf die dramaturgische Mischung von Enge und der allgegenwärtigen Lebensgefahr unter Wasser. Das tut auch Thomas Vinterberg, doch seine Geschichte will trotzdem nicht so recht ins Laufen kommen. Liegt es am ständigen Szenerie-Wechsel? Am zusammengewürfelten Cast, in dem auch Max von Sydow, August Diehl und Matthias Schweighöfer mitwirken dürfen? Oder am schwülstigen Soundtrack von Oscar- Gewinner Alexandre Desplat?

Das Schicksal der Eingeschlossenen auf der "Kursk" bleibt trotz aller Dramatik abstrakt. Zu holzschnittartig ist die Charakter-Zeichnung, zu eindeutig ist die Rollenvertreilung zwischen heroischen Matrosen und der halsstarrigen Marineleitung. Und wenn die Todgeweihten - kurz bevor ihnen der Sauerstoff endgültig ausgeht - nochmal gemeinsam ein Seemanns – Lied singen, dann wirkt das fast schon wie ein Hohn.

Der Regisseur

Thomas Vinterberg gehört zu den Stars des europäischen Autorenfilms. Mit Filmen wie "Das Fest" oder "Die Jagd" hat er das dänische Kino geprägt. Eine große internationale Produktion wie "Kursk" ist sein Ding jedoch nicht. Schade! Denn die Frage, warum die Überlebenden der Kursk am Ende doch sterben mussten, verdient durchaus der Aufklärung.

Carsten Beyer, rbbKultur

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